
Der Volkswagen-Konzern ruft weltweit rund 4,6 Millionen Fahrzeuge zurück. Betroffen sind Modelle der Marken VW, Audi, Seat und Škoda. Ursache ist eine Befestigungsschraube am Lenksystem, die durch Korrosion beschädigt werden und im schlimmsten Fall brechen kann. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ist dadurch ein Ausfall der Lenkung möglich. Allein in Deutschland umfasst die Rückrufaktion rund 1,37 Millionen Fahrzeuge. Für betroffene Halter ist eine kostenlose Reparatur vorgesehen.
Der Rückruf bei VW und seinen Konzernmarken erstreckt sich über mehrere Fahrzeugklassen und Produktionsjahre. Die ersten Rückrufaktionen wurden im September 2026 bekannt. Anfang Oktober kamen weitere Fahrzeuge der tschechischen Konzerntochter Škoda hinzu.
Nach den veröffentlichten KBA-Daten entfallen weltweit 2.159.054 potenziell betroffene Fahrzeuge auf Volkswagen. In Deutschland sind es 895.832 Autos. Betroffen sind die Modelle Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy aus dem Produktionszeitraum vom 24. September 2013 bis zum 1. Juli 2024. Das KBA führt den Rückruf unter der Referenznummer 17016R.
Bei Audi ist der Q3 betroffen. Der Produktionszeitraum reicht vom 31. Oktober 2017 bis zum 23. Mai 2024. Weltweit umfasst die Aktion 696.547 Fahrzeuge, davon 58.555 in Deutschland. Die entsprechende KBA-Referenznummer lautet 17014R.
Auch Seat muss Fahrzeuge zurückrufen. Betroffen sind die Modelle Ateca und Tarraco, die zwischen April 2016 und September 2024 hergestellt wurden. Laut KBA betrifft diese Rückrufaktion 66.224 Autos weltweit und 43.574 Fahrzeuge in Deutschland. Sie wird unter der Referenznummer 17017R geführt.
Besonders deutlich vergrößerte sich der Umfang der Rückrufaktion durch die Einbeziehung von Škoda. Bei der Marke sind weltweit 1.719.030 Fahrzeuge potenziell betroffen. In Deutschland müssen 370.347 Autos überprüft und nachgebessert werden.
Der Rückruf betrifft die Modelle Kodiaq, Karoq, Octavia und Superb aus dem Produktionszeitraum November 2015 bis August 2026. Das KBA führt die Maßnahme unter der Referenznummer 17091R, der Herstellercode lautet 48LS. Damit sind auch vergleichsweise junge Fahrzeuge von der Aktion erfasst.
Zusammengerechnet ergeben die veröffentlichten KBA-Zahlen der vier Marken weltweit 4.640.855 potenziell betroffene Fahrzeuge. In Deutschland sind es insgesamt 1.368.308 Autos.
Auslöser der Rückrufe ist eine möglicherweise unzureichend korrosionsbeständige Befestigungsschraube am Lenkgetriebe. Nach Angaben von Volkswagen wurde das Problem bei internen Qualitätskontrollen festgestellt.
Insbesondere Feuchtigkeit und Streusalz können die Schraube über einen längeren Zeitraum angreifen. Schreitet die Korrosion fort, kann die Verbindung beschädigt werden. Im ungünstigsten Fall bricht die Schraube und beeinträchtigt die Befestigung sowie die Funktion der Lenkung.
Der Konzern bezeichnet die Maßnahme als vorsorglichen Sicherheitsrückruf. Nach den veröffentlichten Angaben des KBA waren zunächst keine Sachschäden oder Personenschäden im Zusammenhang mit dem Mangel bekannt.
Betroffene Fahrzeughalter werden vom Hersteller schriftlich über die Rückrufaktion informiert. Die Reparatur erfolgt in einem autorisierten Servicebetrieb und ist kostenlos. Dabei wird die vorhandene Schraube ausgetauscht. Für den Werkstattaufenthalt veranschlagt Volkswagen bis zu eine Stunde.
Allerdings gab es zum Start der Rückrufaktion einen Engpass bei den neu entwickelten, korrosionsbeständigeren Schrauben. Volkswagen bestätigte gegenüber dem ADAC, dass bei einem Teil der Fahrzeuge zunächst eine neue Schraube der bisherigen Ausführung eingesetzt werden kann.
Damit ist die Rückrufmaßnahme noch nicht endgültig abgeschlossen. Sobald die technisch verbesserte Schraube verfügbar ist, muss sie bei den betreffenden Fahrzeugen nachträglich eingebaut werden. Für einige Halter bedeutet das einen zweiten Werkstatttermin. Laut Volkswagen kann dieser weitere Austausch beim nächsten regulären Kundendienst erfolgen.
Wer einen VW, Audi, Seat oder Škoda aus einem der genannten Produktionszeiträume besitzt, sollte prüfen lassen, ob das eigene Fahrzeug unter den Rückruf fällt. Die Modellbezeichnung und das Baujahr allein reichen für eine eindeutige Zuordnung nicht aus.
Entscheidend ist die Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN). Diese befindet sich unter anderem in der Zulassungsbescheinigung Teil I. Mit ihr können die Servicepartner der jeweiligen Marke feststellen, ob eine Rückrufmaßnahme für das konkrete Fahrzeug vorgesehen oder bereits abgeschlossen ist.
Für die Rückrufaktionen gelten die Herstellercodes 48VS bei Volkswagen, 48LG bei Audi, 48T7 bei Seat und 48LS bei Škoda. Informationen sind außerdem über die offizielle Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes erhältlich.
Volkswagen erklärte zum Beginn der Aktion, dass die betroffenen Fahrzeuge grundsätzlich weiter genutzt werden könnten. Dennoch sollten Halter die Rückrufaufforderung beachten und die Reparatur zeitnah mit dem jeweiligen Servicebetrieb vereinbaren.
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