
Volkswagen startet einen umfangreichen Rückruf für mehrere seiner meistverkauften Baureihen. In Deutschland sind nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts 895.832 Fahrzeuge potenziell betroffen. Weltweit umfasst der VW-Rückruf 2.159.054 Autos. Hintergrund ist eine Verschraubung am Lenkgetriebe, bei der es unter bestimmten Umständen zu Korrosion kommen kann. Im ungünstigsten Fall kann eine Schraube abreißen und die Funktion der Lenkung beeinträchtigt werden.
Betroffen sind die VW-Modelle Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran und Caddy. Der vom Kraftfahrt-Bundesamt angegebene Produktionszeitraum reicht vom 24. September 2013 bis zum 1. Juli 2024. Das bedeutet allerdings nicht, dass jedes Fahrzeug dieser Baureihen aus dem gesamten Zeitraum automatisch zurückgerufen wird. Entscheidend ist, ob das konkrete Fahrzeug zur betroffenen Produktionsserie gehört.
Auslöser der Rückrufaktion ist eine Schraube an der Lenkungsverschraubung. Nach den vorliegenden Angaben kann Korrosion dazu führen, dass diese Schraube geschwächt wird und schließlich abreißt. Dadurch kann die Verbindung im Bereich der Lenkung beeinträchtigt werden. Im schwerwiegendsten Fall ist ein Ausfall der Lenkung möglich, wodurch sich das Unfallrisiko erhöhen kann.
Als technische Abhilfe ist vorgesehen, die betreffende Lenkungsverschraubung zu überprüfen und die bislang eingesetzte Schraube durch eine korrosionsbeständigere Ausführung zu ersetzen. Für betroffene Fahrzeughalter ist die Maßnahme kostenlos. Volkswagen führt die Aktion unter dem Rückrufcode 48VS. Beim Kraftfahrt-Bundesamt ist sie unter der Referenznummer 17016R registriert.
Bislang sind keine Sach- oder Personenschäden bekannt, die mit diesem Mangel in Verbindung gebracht werden. Die Rückrufaktion dient deshalb der vorbeugenden Beseitigung des möglichen technischen Risikos.
Der Rückruf umfasst mit Golf und Tiguan zwei der volumenstärksten Modellreihen von Volkswagen. Hinzu kommen der Golf Variant, der Familienvan Touran und der Caddy. Der angegebene Produktionszeitraum von September 2013 bis Juli 2024 erstreckt sich über mehrere Modellgenerationen und einen Zeitraum von fast elf Jahren.
Die hohe Gesamtzahl erklärt sich entsprechend nicht allein aus einem einzelnen Modelljahr. Weltweit sind potenziell mehr als 2,15 Millionen Volkswagen betroffen. In Deutschland liegt die Zahl bei 895.832 Fahrzeugen. Ob ein bestimmtes Auto tatsächlich Teil der Aktion ist, lässt sich anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer und über einen Volkswagen-Partner klären. Fahrzeughalter, deren Autos betroffen sind, werden üblicherweise über die Rückrufaktion informiert.
Das Problem beschränkt sich nicht auf Fahrzeuge der Marke Volkswagen. Auch Audi hat für den Q3 eine eigene Rückrufaktion gestartet. Dort betrifft der angegebene Produktionszeitraum Fahrzeuge vom 31. Oktober 2017 bis zum 23. Mai 2024. Weltweit sind beim Audi Q3 696.547 Fahrzeuge potenziell betroffen, davon 58.555 in Deutschland.
Zusammengenommen erstrecken sich die Rückrufe von Volkswagen und Audi damit auf rund 2,86 Millionen Fahrzeuge weltweit. In Deutschland kommen die beiden Aktionen auf gut 954.000 potenziell betroffene Autos. Für Audi wird der Rückruf unter der KBA-Referenznummer 17014R geführt. Der Herstellercode lautet 48LG.
Besitzer eines betroffenen Fahrzeugs müssen für die technische Maßnahme eine Werkstatt aufsuchen. Dort wird die problematische Verschraubung bearbeitet und die entsprechende Schraube gegen eine korrosionsbeständigere Variante ersetzt. Für die Fahrzeughalter entstehen für die Rückrufmaßnahme keine Kosten.
Für Besitzer von Golf, Golf Variant, Tiguan, Touran oder Caddy aus dem genannten Produktionszeitraum ist vor allem die konkrete Fahrzeug-Identifizierungsnummer entscheidend. Der breite Zeitraum allein reicht nicht aus, um sicher festzustellen, ob ein Fahrzeug Teil der Aktion ist. Volkswagen bietet für Kunden den Kontakt über seine Vertragspartner und die Kundenbetreuung an.
Die Dimension des Rückrufs ist vor allem wegen der hohen Fahrzeugzahl bemerkenswert. Allein bei Volkswagen werden weltweit mehr als zwei Millionen Fahrzeuge erfasst. Die Aktion betrifft dabei sowohl vergleichsweise junge Autos als auch Fahrzeuge, die bereits seit vielen Jahren zugelassen sind.
Für Halter besteht die vorgesehene Lösung nicht in einer umfangreichen Reparatur des kompletten Lenksystems. Vorgesehen ist der Austausch der betreffenden Verschraubung durch eine korrosionsresistentere Schraube. Damit soll verhindert werden, dass sich der festgestellte Schwachpunkt langfristig auf die Funktion der Lenkung auswirken kann.
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