Volkswagen und IG Metall einigen sich auf Termine im Tarifstreit

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Tarifkonflikt bei Volkswagen verschärft sich. Die IG Metall verlangt die Rücknahme von zehn Tarifkündigungen und droht andernfalls mit einem umfassenden Arbeitskampf. Zugleich steht nun fest, wann die Tarifparteien ihre Verhandlungen aufnehmen wollen. Am 24. November sollen sie erstmals in Emden zusammenkommen. Ein zweiter Termin ist für den 15. Dezember in Zwickau vorgesehen. Das teilte Volkswagen nach Gesprächen mit Arbeitnehmervertretern am Freitag, 23. Oktober 2026, mit.

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IG Metall setzt Volkswagen Frist bis Ende Oktober

Auslöser der jüngsten Zuspitzung ist die Entscheidung des Wolfsburger Autobauers, zehn Tarifverträge zum 31. Dezember 2026 zu kündigen. Die IG Metall fordert, dass Volkswagen diesen Schritt bis Ende Oktober rückgängig macht. Andernfalls will die Gewerkschaft umfassende Vorbereitungen für einen Arbeitskampf treffen.

Der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger bezeichnete das Vorgehen des Konzerns am Freitag in Hannover als Vertrauensbruch. Aus Sicht der Gewerkschaft stellt Volkswagen damit wesentliche Teile der bisherigen tariflichen Vereinbarungen infrage. Gröger verwies zudem auf das Ende der Friedenspflicht am 31. Dezember. Ab Januar 2027 wären damit Arbeitskampfmaßnahmen möglich. Ein konkreter Streiktermin wurde nicht angekündigt.

Insgesamt sind von den Tarifkündigungen rund 130.000 Beschäftigte der Volkswagen AG in Deutschland betroffen. Dazu gehören die Bereiche Volkswagen Pkw, Volkswagen Nutzfahrzeuge, die Komponentenfertigung und zentrale Konzernbereiche. Der Konflikt betrifft damit einen wesentlichen Teil der deutschen Belegschaft des Automobilherstellers.

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Tarifverhandlungen beginnen am 24. November in Emden

Bei einem weiteren Überprüfungsgespräch in Hannover verständigten sich die Tarifparteien nach Angaben von Volkswagen auf den Beginn der Verhandlungen am 24. November. Die erste Runde soll im Werk Emden stattfinden. Für den 15. Dezember ist eine Fortsetzung in Zwickau vorgesehen.

Damit beginnt die Tarifrunde noch vor der ursprünglich geltenden Frist Anfang Dezember. Die IG Metall hatte zuvor vorgeschlagen, die Gespräche an den Standorten zu führen, deren Zukunft im Mittelpunkt des Streits um den Sparkurs steht. Neben Emden und Zwickau hatte die Gewerkschaft auch Hannover als möglichen Verhandlungsort genannt.

Bei den Gesprächen geht es um grundsätzliche Fragen der Arbeitsbedingungen, der Vergütung und der Beschäftigungsperspektiven. Die IG Metall verlangt eine Entgelterhöhung um fünf Prozent. Volkswagen lehnt diese Forderung angesichts seiner wirtschaftlichen Lage ab. Der Konzern will nach eigenen Angaben die Arbeitskosten möglichst schnell reduzieren.

Zehn Tarifverträge stehen zur Neuverhandlung

Mit den Kündigungen hat Volkswagen große Teile seines Haustarifwerks geöffnet. Betroffen sind unter anderem Vereinbarungen über Entgelte, Arbeitszeiten, Eingruppierungen, tarifliche Zusatzleistungen und Ausbildungsbedingungen. Damit reichen die anstehenden Gespräche deutlich über eine gewöhnliche Lohnrunde hinaus.

Für die Beschäftigten fallen die bisherigen Regelungen allerdings nicht unmittelbar weg. Volkswagen verweist darauf, dass die gekündigten Tarifverträge gesetzlich nachwirken, bis neue Vereinbarungen getroffen werden. Auch die Beschäftigungssicherung aus dem Zukunftstarifvertrag von 2024 bleibt bestehen. Sie ist bis Ende 2030 vereinbart und gehört ausdrücklich nicht zu den gekündigten Verträgen.

Die IG Metall will die Verhandlungen nicht auf die Entgeltforderung von fünf Prozent beschränken. Sie strebt auch eine Fortsetzung der Altersteilzeit und eine Verlängerung der Beschäftigungssicherung über das Jahr 2030 hinaus an. Durch die Kündigungen sieht die Gewerkschaft nun zusätzliche Möglichkeiten, Änderungen an bisher bestehenden tariflichen Regelungen zu verlangen.

Einigung von 2024 gerät erneut unter Druck

Der aktuelle Konflikt ist eng mit dem Tarifabschluss vom Dezember 2024 verbunden. Damals hatten sich Volkswagen, IG Metall und Betriebsrat nach langen Verhandlungen auf ein umfangreiches Zukunftspaket verständigt. Vereinbart wurde unter anderem ein sozialverträglicher Abbau von mehr als 35.000 Stellen an den deutschen Volkswagen-Standorten bis 2030. Im Gegenzug sicherte das Unternehmen den Beschäftigten Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen zu.

Auch finanzielle Zugeständnisse gehörten zur Einigung. Nach damaligen Konzernangaben sollte das Tarifpaket die Arbeitskosten jährlich um 1,5 Milliarden Euro reduzieren. Gleichzeitig wurde eine Verringerung der technischen Produktionskapazitäten an deutschen Standorten um 734.000 Fahrzeuge vereinbart.

Die Arbeitnehmervertreter wollen an den damaligen Zusagen festhalten. Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo betonte am Freitag die Bedeutung der vereinbarten Perspektiven für die deutschen Werke. Die Gewerkschaft sieht insbesondere die Zukunft der Standorte Emden, Hannover und Zwickau als zentralen Bestandteil der kommenden Auseinandersetzung.

Volkswagen begründet Sparkurs mit internationalem Wettbewerb

Volkswagen verweist auf erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen. Das Unternehmen sieht seine Wettbewerbsfähigkeit insbesondere durch den zunehmenden Preisdruck chinesischer Automobilhersteller beeinträchtigt. Hinzu kommen die Veränderungen der internationalen Automobilmärkte und der kostspielige Umbau hin zur Elektromobilität.

Der Konzern hatte bereits Ende September erklärt, dass die bisherigen Sparmaßnahmen nicht ausreichten. Aus Sicht des Managements müssen weitere Möglichkeiten zur Kostensenkung genutzt werden. Mit den Tarifkündigungen will Volkswagen deshalb zusätzliche Anpassungen verhandeln.

Damit stehen zwei unterschiedliche Positionen gegenüber: Während das Management die Personalkosten reduzieren möchte, fordert die IG Metall höhere Entgelte und langfristige Beschäftigungsperspektiven. Der Konflikt betrifft einen Hersteller, dessen wirtschaftliche Entwicklung auch für internationale Zulieferer und die europäische Automobilindustrie von Bedeutung ist.

Ab Januar 2027 sind Streiks bei Volkswagen möglich

Mit dem vereinbarten Verhandlungsbeginn am 24. November steht der nächste Schritt im Tarifkonflikt bei Volkswagen fest. Eine Einigung über die strittigen Vertragskündigungen wurde am Freitag zunächst nicht bekannt gegeben.

Für den weiteren Verlauf ist der 31. Dezember 2026 entscheidend. Mit Ablauf dieses Tages endet die Friedenspflicht. Ab dem 1. Januar 2027 kann die IG Metall Arbeitskampfmaßnahmen einleiten, sofern bis dahin keine Einigung erzielt wird.

Die Gewerkschaft hat angekündigt, sich auf eine umfassende Auseinandersetzung vorzubereiten, sollte Volkswagen die Kündigungen nicht zurücknehmen. Ob es tatsächlich zu Streiks kommt und welche Standorte davon betroffen wären, war am Freitag noch offen. Zunächst bleiben dem Konzern bis Ende Oktober Zeit für eine Reaktion auf das Ultimatum und den Tarifparteien mehrere Wochen bis zum Beginn der vereinbarten Verhandlungen.

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