VW könnte bei neuen Modellen in Europa auf Technik aus China setzen

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Volkswagen erwägt einem Bericht zufolge einen größeren Umbau seiner Softwarestrategie. Eine gemeinsam mit dem chinesischen Elektroautohersteller Xpeng entwickelte Fahrzeugarchitektur könnte künftig auch in Europa eingesetzt werden. Damit würde der Wolfsburger Konzern seine bisherige Trennung zwischen chinesischer und westlicher Fahrzeugtechnik teilweise aufgeben. Zugleich stellen sich Fragen zur künftigen Rolle des amerikanischen Partners Rivian.

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Xpeng-Technik könnte zahlreiche VW-Modelle betreffen

Nach Informationen des Manager Magazins, über die Reuters am Montag berichtet, könnte die sogenannte China Electronic Architecture (CEA) künftig als technische Grundlage für Modelle der Marken Volkswagen, Škoda und Cupra dienen. Der Vorschlag soll ungefähr drei Viertel der nächsten Modellgenerationen dieser drei Marken betreffen.

VW-Markenchef Thomas Schäfer könnte die Überlegungen dem Bericht zufolge am Dienstag, 27. Oktober, im Management vorstellen. Eine Entscheidung über die Einführung der Xpeng-Technik in Europa wurde bislang nicht bestätigt. Volkswagen lehnte gegenüber Reuters eine Stellungnahme ab.

Volkswagen entwickelt bereits gemeinsam mit Xpeng

Die technologische Zusammenarbeit zwischen Volkswagen und Xpeng besteht seit 2023. Beide Unternehmen entwickeln gemeinsam Elektrofahrzeuge und elektronische Fahrzeugarchitekturen für den chinesischen Markt. Daran beteiligt sind auch die Volkswagen Group China Technology Company und die Softwareeinheit Cariad China.

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Die China Electronic Architecture ist darauf ausgelegt, verschiedene Fahrzeugfunktionen über eine geringere Zahl leistungsfähiger Steuergeräte zu bündeln. Dadurch sollen Entwicklungsaufwand und technische Komplexität sinken. Außerdem ermöglicht die Architektur Softwareaktualisierungen über das Internet.

Im Januar 2026 startete Volkswagen in China die Produktion des ID. UNYX 07 als erstes Modell auf Grundlage der CEA. Im März folgte der Produktionsbeginn des gemeinsam mit Xpeng entwickelten Elektro-SUV ID. UNYX 08. Die beiden Fahrzeuge sind Teil der chinesischen Produktstrategie des Konzerns.

Ein Einsatz dieser Technik in Europa wäre eine wesentliche Veränderung der bisherigen Planung. Volkswagen setzt bislang auf unterschiedliche technische Entwicklungswege für China und die westlichen Märkte.

Rivian-Partnerschaft bleibt offiziell bestehen

Besondere Bedeutung erhalten die Überlegungen durch die Zusammenarbeit von Volkswagen mit dem amerikanischen Elektroautohersteller Rivian. Beide Unternehmen gründeten im November 2024 das Gemeinschaftsunternehmen Rivian and Volkswagen Group Technologies, kurz RV Tech.

Volkswagen hat im Rahmen der Partnerschaft Investitionen von insgesamt bis zu 5,8 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Gemeinsam entwickeln die Unternehmen eine neue elektronische Architektur und Fahrzeugsoftware, die künftig in Modellen beider Hersteller eingesetzt werden sollen.

Erst im März 2026 hatte Volkswagen den erfolgreichen Abschluss von Wintertests mit der gemeinsamen Technik bekannt gegeben. Dabei kamen unter anderem Erprobungsfahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi und Scout zum Einsatz.

Eine weitere Bestätigung der Zusammenarbeit folgte am Montag, 26. Oktober: Volkswagen kündigte eine strategische Partnerschaft mit dem niederländischen Halbleiterhersteller NXP an. Dessen Mikrocontroller sollen einen wichtigen Bestandteil der von RV Tech entwickelten Fahrzeugarchitektur bilden. Das erste Fahrzeug mit der neuen Architektur ist weiterhin für 2027 vorgesehen.

Ob eine mögliche Ausweitung der Zusammenarbeit mit Xpeng zu Veränderungen bei RV Tech führen würde, blieb zunächst unklar. Eine Einschränkung oder Beendigung der Rivian-Partnerschaft wurde nicht angekündigt.

Softwareentwicklung bleibt zentrale Aufgabe für Volkswagen

Volkswagen arbeitet seit mehreren Jahren daran, die digitale Technik seiner Fahrzeuge stärker zu vereinheitlichen. Eine wichtige Rolle spielt dabei Cariad, die Softwareeinheit des Konzerns. Unterschiedliche technische Plattformen und Anforderungen der einzelnen Marken erschweren bislang die gemeinsame Entwicklung.

Mit internationalen Partnern versucht Volkswagen, die Entwicklung neuer Fahrzeugfunktionen zu beschleunigen und elektronische Systeme markenübergreifend nutzbar zu machen. Dazu gehören neben der Zusammenarbeit mit Xpeng und Rivian auch Kooperationen mit Halbleiterherstellern.

Sollte Volkswagen die China Electronic Architecture tatsächlich für europäische Volumenmodelle übernehmen, könnten künftig mehr Fahrzeuge auf einer bereits für China entwickelten technischen Grundlage aufbauen. Welche Baureihen dafür infrage kämen, wann eine Einführung möglich wäre und wie die Aufgaben zwischen Xpeng, Cariad und Rivian verteilt würden, ist bislang nicht bekannt.

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