
Beim 1. FC Köln wächst die Kritik an Trainer René Wagner. Nach dem torlosen Unentschieden gegen den FC Schalke 04 am Samstag, 24. Oktober 2026, forderten Teile der Zuschauer im RheinEnergieStadion öffentlich seine Ablösung. Bereits während der Partie waren entsprechende Rufe zu hören. Nach dem Schlusspfiff wurde der Protest deutlicher. Mehrere Kölner Profis stellten sich anschließend hinter ihren Trainer. Von der Vereinsführung gab es zunächst keine neue Stellungnahme zu dessen Zukunft.
Die Unzufriedenheit eines Teils der Kölner Anhänger richtete sich am Samstag erstmals auch im Stadion deutlich gegen René Wagner. Nach übereinstimmenden Beobachtungen mehrerer vor Ort anwesender Medien begannen die Proteste in der 68. Spielminute, als der Trainer den offensiven Mittelfeldspieler Mikey Moore auswechselte und Luca Waldschmidt brachte.
Von den Rängen waren daraufhin Rufe nach einer Entlassung Wagners zu hören. Nach dem Schlusspfiff folgte ein Pfeifkonzert, begleitet von weiteren Forderungen nach einem Trainerwechsel.
Der Kölner Stadt-Anzeiger und die Bild-Zeitung verorteten die Proteste unter anderem auf der Nord- und Westtribüne. Auch der WDR bestätigte die Pfiffe und vereinzelten Rufe gegen Wagner. Damit richtete sich der Unmut nicht nur gegen die aus Sicht vieler Zuschauer enttäuschende Leistung, sondern ausdrücklich auch gegen den verantwortlichen Trainer.
Die Kritik ging allerdings von Teilen des Publikums aus. Eine einheitliche Forderung sämtlicher Kölner Anhänger nach einem Trainerwechsel lässt sich daraus nicht ableiten.
Innerhalb der Mannschaft stießen die Forderungen nach einem Trainerwechsel auf Widerspruch. Besonders deutlich äußerte sich Offensivspieler Saïd El Mala, der nach der Begegnung beim Streamingdienst DAZN auf die Reaktionen der Zuschauer angesprochen wurde.
El Mala erklärte, die Anhänger dürften über die ausbleibenden Ergebnisse enttäuscht sein. Die Verantwortung dafür wollte er jedoch nicht beim Trainer sehen. Seine Botschaft war eindeutig: „Aber das hat mit dem Trainer hier nichts zu tun.“ Damit widersprach der 20-Jährige der Forderung nach einer Ablösung Wagners.
Auch Marius Bülter zeigte wenig Verständnis für die Rufe gegen den Trainer. Nach Angaben von Bild und GEISSBLOG erklärte der Angreifer: „Das kann ich nicht verstehen.“ Zwar seien emotionale Reaktionen nach einer enttäuschenden Partie nachvollziehbar. Die Mannschaft müsse sich jedoch auf ihre Aufgaben konzentrieren und die Kritik ausblenden.
Verteidiger Borna Sosa äußerte sich ebenfalls zur Reaktion des Publikums. Er könne die Enttäuschung über die ausgebliebenen drei Punkte nachvollziehen, verwies aber zugleich auf den Einsatz der Mannschaft.
Die Äußerungen der Spieler machen deutlich, dass die öffentliche Trainerkritik innerhalb des Kaders nicht auf dieselbe Zustimmung trifft wie bei den protestierenden Zuschauern.
Wagner selbst zeigte sich nach der Begegnung mit den Erwartungen in Köln vertraut. Auf der Pressekonferenz sprach er von einer besonders hohen Erwartungshaltung an seinem Arbeitsplatz. Zugleich bezeichnete er seine Tätigkeit beim 1. FC Köln als Privileg.
In einem Gespräch mit dem ZDF verwies Wagner auf den Austausch mit den Entscheidungsträgern des Vereins. Aus seiner Sicht gebe es in diesen Gesprächen keine Diskussion über seine Position.
Mit der sportlichen Ausbeute gegen Schalke war der 38-Jährige dennoch nicht vollständig zufrieden. Der Verein veröffentlichte am Samstag seine Einschätzung, dass das Unentschieden insgesamt gerecht gewesen sei. Zugleich räumte Wagner ein, dass sich der Punkt nach dem Spiel zu wenig anfühle.
Als wesentliche Probleme benannte er fehlende Präzision in der Offensive und Schwierigkeiten, gegen die kompakte Schalker Defensive ausreichend Torchancen herauszuspielen. Positiv bewertete er dagegen, dass seine Mannschaft ohne Gegentor geblieben war.
Eine öffentliche Ankündigung, seine Tätigkeit beim 1. FC Köln aufzugeben, machte Wagner nicht.
Eine neue Stellungnahme der sportlichen Führung zur Trainerdiskussion blieb nach der Partie zunächst aus. Sportgeschäftsführer Thomas Kessler äußerte sich laut übereinstimmenden Berichten von Bild und GEISSBLOG am Samstagabend nicht öffentlich zu den Forderungen der Fans.
Die bisherige vertragliche Situation ist dagegen eindeutig. René Wagner hatte im März 2026 nach der Freistellung von Lukas Kwasniok die Verantwortung als Cheftrainer übernommen. Zuvor gehörte er bereits dem Kölner Trainerstab an.
Nach dem Bundesliga-Klassenerhalt entschied sich der Verein im Mai, dauerhaft mit Wagner weiterzuarbeiten. Am 22. Mai 2026 bestätigte der 1. FC Köln offiziell einen Vertrag bis 2028.
Kessler begründete diese Entscheidung damals unter anderem mit Wagners sportlicher Kompetenz, seiner Führungsarbeit und seinen Vorstellungen für die Entwicklung der Mannschaft. Der Geschäftsführer bezeichnete ihn ausdrücklich als den richtigen Trainer für den weiteren Weg des Vereins.
Diese Aussagen stammen allerdings aus dem Mai. Eine vergleichbare neue öffentliche Rückendeckung unmittelbar nach dem Schalke-Spiel lag zunächst nicht vor. Ebenso wenig hatte der Verein eine Trennung angekündigt.
Sportlich befindet sich der 1. FC Köln nach sieben Bundesliga-Spielen im unteren Tabellenmittelfeld. Die Mannschaft hat zwei Siege, zwei Unentschieden und drei Niederlagen verbucht. Mit acht Punkten stand der Verein nach den Samstagsspielen zunächst auf Tabellenplatz elf.
Der Abstand zum Relegationsplatz lag zu diesem Zeitpunkt bei lediglich zwei Punkten. Gleichzeitig war Köln in seinen ersten vier Heimspielen der Saison ungeschlagen geblieben.
Die jüngsten Ergebnisse verdeutlichen die wechselhafte Entwicklung. Am 11. Oktober gewann Köln das Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1. Fünf Tage später folgte eine 0:1-Niederlage bei Eintracht Frankfurt. Das anschließende 0:0 gegen Schalke bedeutete somit vier Punkte aus den vergangenen drei Ligaspielen.
Besonders die offensive Durchschlagskraft bleibt ein Problem. Gegen Schalke gelang es der Kölner Mannschaft trotz längerer Ballbesitzphasen nicht, einen Treffer zu erzielen.
Borna Sosa sprach nach der Begegnung selbstkritisch über die bisherige Punktausbeute. Acht Zähler seien angesichts der Qualität des Kaders zu wenig. Der Verteidiger forderte, im letzten Drittel geduldiger zu agieren und die vorhandenen Möglichkeiten besser auszuspielen.
Für Köln folgt nun eine Woche mit zwei Pflichtspielen gegen denselben Gegner. Bereits am Dienstag, 27. Oktober 2026, empfängt der FC den 1. FC Union Berlin in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Anstoß im RheinEnergieStadion ist um 20.45 Uhr.
Am Sonntag, 1. November 2026, treffen beide Vereine erneut aufeinander. Das Bundesliga-Auswärtsspiel der Kölner in Berlin beginnt um 15.30 Uhr.
Die beiden Begegnungen bieten Wagner und seiner Mannschaft die nächsten Gelegenheiten, auf die sportliche Kritik mit Ergebnissen zu reagieren. Zugleich geht es im Pokal bereits um den Einzug in die nächste Runde.
Bis dahin steht René Wagner nach dem bestätigten Stand weiter als Cheftrainer des 1. FC Köln in der Verantwortung. Die Forderungen eines Teils der Anhänger haben die öffentliche Diskussion über seine Arbeit verschärft. Eine Entscheidung der Vereinsführung über einen Trainerwechsel wurde zunächst nicht bekannt.
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