Cyberangriff auf Warhorse Studios: Unbefugte greifen auf Unternehmensdaten zu

Heute startet das Summer Game Fest 2026: Was Gamer zur großen Show wissen müssen
Grzegorz Walczak

Teilen:

Das tschechische Entwicklerstudio Warhorse Studios, bekannt durch die Rollenspielreihe Kingdom Come: Deliverance, ist Ziel eines Cyberangriffs geworden. Nach Angaben des Unternehmens erhielten Unbefugte Zugriff auf interne IT-Systeme und Unternehmensdaten. Das Studio untersucht den Vorfall gemeinsam mit Cybersicherheitsexperten und zuständigen Behörden. Welche Informationen konkret betroffen sind und ob Daten entwendet wurden, ist bislang unklar.

Anzeige

Warhorse Studios bestätigt Zugriff auf interne Systeme

Den Cyberangriff auf Warhorse Studios bestätigte das Unternehmen am Dienstag, 27. Oktober 2026, in einer öffentlichen Erklärung. Demnach beschränkte sich der Vorfall nicht auf einen erfolglosen Angriffsversuch. Unbefugte hatten tatsächlich Zugriff auf Unternehmenssysteme und Daten.

Warhorse arbeitet nach eigenen Angaben mit IT-Sicherheitsspezialisten zusammen, um die Systeme abzusichern, den Angriff zu untersuchen und dessen Auswirkungen festzustellen. Zugleich stehe das Studio mit den zuständigen Behörden in Verbindung.

Geschäftsführer Martin Frývaldský bezeichnete den Vorfall als ernstes Ereignis für das Unternehmen und alle Betroffenen. Vorrang hätten derzeit die Sicherung der Systeme, die Aufklärung des gesamten Ausmaßes und notwendige Schutzmaßnahmen für Beschäftigte, Geschäftspartner und die Spielergemeinschaft.

Anzeige

Das Unternehmen kündigte an, weitere gesicherte Informationen zu veröffentlichen, sobald dies verantwortbar sei. Während der laufenden Untersuchung werde es keine zusätzlichen Interviews oder Stellungnahmen geben.

Welche Daten betroffen sind, bleibt unklar

Obwohl der Zugriff auf Unternehmensdaten bestätigt wurde, fehlen bislang konkrete Informationen über Art und Umfang der betroffenen Datenbestände.

Warhorse hat nicht mitgeteilt, welche internen Systeme angegriffen wurden. Ebenso blieb offen, ob personenbezogene Daten von Mitarbeitern oder Geschäftspartnern betroffen sind. Auch zum möglichen Zugriff auf Entwicklungsunterlagen, Programmcode oder Informationen über unveröffentlichte Spiele gibt es keine gesicherten Angaben.

Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen einem unbefugten Zugriff und dem tatsächlichen Abfluss von Informationen. Der Zugriff auf Unternehmensdaten ist bestätigt. Ob die Angreifer Dateien kopiert, heruntergeladen oder außerhalb der Systeme gespeichert haben, wurde dagegen nicht bekannt gegeben.

Auch zum genauen Zeitpunkt des Angriffs, zur verwendeten Methode und zur Identität der Verantwortlichen machte das Studio zunächst keine Angaben. Hinweise auf eine bestimmte Hackergruppe oder eine mögliche Erpressung wurden offiziell nicht bestätigt.

Mögliche Auswirkungen auf neue Spiele offen

Warhorse Studios gehört zu den international bekannten Entwicklern aus Tschechien. Das Unternehmen veröffentlichte 2018 das historische Rollenspiel Kingdom Come: Deliverance. Im Februar 2025 folgte Kingdom Come: Deliverance II.

Der Entwickler arbeitet inzwischen an weiteren Projekten. Dazu gehören ein neues Spiel aus dem Kingdom-Come-Universum und ein Open-World-Rollenspiel, das in der Welt von Der Herr der Ringe angesiedelt ist. Die Entwicklung dieser beiden Titel wurde im Mai 2026 durch den Mutterkonzern Embracer bestätigt.

Ob der Cyberangriff Entwicklungsdateien oder andere Materialien dieser Projekte betrifft, ist nicht bekannt. Warhorse machte auch keine Angaben dazu, ob Arbeitsabläufe beeinträchtigt wurden oder geplante Veröffentlichungen betroffen sein könnten.

Mutterkonzern Embracer plant Umstrukturierung

Warhorse Studios ist über den Spielepublisher PLAION Teil der schwedischen Embracer Group. Der Konzern hatte im Mai 2026 angekündigt, wesentliche Teile seiner Spieleentwicklung und bedeutende Marken in einer neuen Gesellschaft namens Fellowship Entertainment zu bündeln.

Zu dieser geplanten Einheit sollen neben Warhorse Studios auch weitere internationale Entwickler sowie bekannte Spielemarken wie Tomb Raider, Metro und Der Herr der Ringe gehören. Die eigenständige Börsennotierung von Fellowship Entertainment ist für 2027 vorgesehen und steht unter entsprechenden Voraussetzungen und Genehmigungen.

Die Neuordnung bedeutet, dass Warhorse künftig innerhalb einer stärker auf große Spielemarken und deren Entwicklung ausgerichteten Unternehmensgruppe angesiedelt sein soll.

Welche Rolle der Mutterkonzern bei der Bewältigung des aktuellen Cyberangriffs übernimmt, wurde zunächst nicht konkret mitgeteilt. Eine Ausweitung des Sicherheitsvorfalls auf andere Unternehmen der Gruppe ist nicht bestätigt.

Untersuchung des Cyberangriffs dauert an

Warhorse Studios konzentriert sich nach eigenen Angaben auf die Absicherung seiner Infrastruktur und die Feststellung des Schadensumfangs. Dafür werden externe Fachleute hinzugezogen und die zuständigen Behörden einbezogen.

Einen Termin für den Abschluss der Untersuchung nannte das Unternehmen nicht. Auch konkrete Angaben zu möglichen finanziellen Folgen, betroffenen Personen oder Einschränkungen des Geschäftsbetriebs liegen bislang nicht vor.

Bestätigt ist damit ein Sicherheitsvorfall mit unbefugtem Zugriff auf interne Systeme und Unternehmensdaten. Wie weit dieser Zugriff reichte und welche weiteren Konsequenzen daraus entstehen, ist Gegenstand der laufenden Untersuchung.

Mit MS-Aktuell immer ohne Paywall lesen
Bei Google bevorzugen

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu