Warnstreik Handel 2026: Verdi ruft bundesweit zum Streik auf

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Verdi ruft bundesweit zum Warnstreik im Handel auf

Der Einzelhandel steht still: Die Gewerkschaft ver.di hat für den 13. Mai 2026 bundesweit zu Warnstreiks im Einzelhandel sowie im Groß- und Außenhandel aufgerufen. Hintergrund ist die festgefahrene Tarifrunde 2026 – die Arbeitgeber haben ein Angebot vorgelegt, das die Gewerkschaft als völlig unzureichend ablehnt. Unter dem Slogan „Gewinne top, Löhne flop“ gehen Beschäftigte in vielen deutschen Städten auf die Straße.

Betroffen sind zahlreiche bekannte Handelsketten: Neben Modeketten wie H&M, ZARA und Primark legen auch Mitarbeitende von IKEA, Metro und REWE die Arbeit nieder. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich auf geschlossene Filialen, eingeschränkte Öffnungszeiten und leere Regale einstellen.

Hamburg streikt am 15. Mai – Kundgebung am Besenbinderhof

In Hamburg findet die zentrale Kundgebung am 15. Mai 2026 statt. Treffpunkt ist der Besenbinderhof 60, Beginn ist um 11 Uhr. Erwartet werden hunderte Beschäftigte aus dem Hamburger Einzelhandel. Ver.di-Vertreterinnen und Betriebsräte werden in Redebeiträgen die Forderungen der Beschäftigten bekräftigen und die Arbeitgeber zu einem fairen Angebot auffordern.

Auch in anderen Bundesländern sind Aktionen geplant oder bereits in Gange. Die Streikwelle zeigt: Die Geduld der Beschäftigten ist erschöpft. Viele berichten von stagnierenden Reallöhnen, während die Umsätze der großen Handelsketten in den vergangenen Jahren teils deutlich gestiegen sind.

Was fordert ver.di – und was bieten die Arbeitgeber?

Die Gewerkschaft ver.di fordert für die rund drei Millionen Beschäftigten im Einzelhandel eine Lohnerhöhung von 7 Prozent, mindestens jedoch 225 Euro monatlich mehr. Im Groß- und Außenhandel liegt die Mindestforderung bei 250 Euro. Für Auszubildende fordert ver.di ein Plus von 150 Euro pro Monat.

Das Angebot der Arbeitgeberverbände gilt in Gewerkschaftskreisen als inakzeptabel: Es sieht deutlich geringere Erhöhungen vor und enthält Einmalzahlungen, die nach Ansicht von ver.di die strukturellen Lohnrückstände nicht ausgleichen. „Die Beschäftigten können sich von Einmalzahlungen keine Miete leisten“, hieß es aus Gewerkschaftskreisen. Die nächste Verhandlungsrunde ist noch nicht terminiert.

Einordnung: Warnstreikwelle 2026 – Handel reiht sich ein

Der Warnstreik im Handel ist kein Einzelfall – er reiht sich in eine breite Streikwelle des Jahres 2026 ein. Bereits in den vergangenen Wochen kam es in anderen Branchen zu Arbeitsniederlegungen: Bei der Telekom eskalierte die Tarifrunde 2026, und auch Postbank-Beschäftigte legten bundesweit die Arbeit nieder. Zudem sorgte die Nachzahlung für Beamte 2026 für Diskussionen über die Lohnentwicklung im öffentlichen Dienst.

Beobachterinnen und Beobachter sehen in der Häufung der Arbeitskämpfe ein strukturelles Signal: In vielen Branchen haben die Reallöhne in den vergangenen Jahren nicht mit der Inflation Schritt gehalten. Ver.di nutzt die aktuell günstige konjunkturelle Lage und den Fachkräftemangel im Handel als Druckmittel in den Verhandlungen.

Für Beschäftigte, die am Streik teilnehmen möchten, gilt: Die Teilnahme an einem rechtmäßigen Warnstreik ist arbeitsrechtlich abgesichert. Arbeitgeber dürfen streikende Mitarbeitende nicht abmahnen oder entlassen. Ver.di informiert über die zuständigen Ortsverbände über genaue Streikzeiten und Treffpunkte.

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