
Die Lage in der Straße von Hormus spitzt sich weiter zu: Erstmals seit der Waffenruhe vom 8. April 2026 haben sich die US-Marine und iranische Kräfte gegenseitig unter Feuer genommen. Das US-Zentralkommando CENTCOM sprach von „unprovozierten iranischen Angriffen“, auf die man mit „Selbstverteidigungsschlägen“ reagiert habe. Drei US-Zerstörer patrouillierten in der Wasserstraße, als es zu dem Schusswechsel kam. Der Iran wies die Darstellung zurück: Teheran beschuldigte Washington, die Waffenruhe gebrochen zu haben, indem die US-Marine einen iranischen Öltanker angegriffen habe.
US-Präsident Donald Trump kommentierte die Lage mit deutlichen Worten. Die Waffenruhe hänge am seidenen Faden – Trump sagte, sie stehe „auf der Intensivstation“. Trump zeigte sich zunehmend ungeduldig mit dem Tempo der Verhandlungen und dem anhaltenden Stillstand in der Straße von Hormus. Einige seiner engsten Berater erklärten, er erwäge ernsthaft eine Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen.
Am 4. Mai 2026 hatte Trump die sogenannte Operation Project Freedom gestartet – ein US-Marine-Einsatz zur Eskorte von Handelsschiffen durch die Straße von Hormus. Bereits einen Tag später, am 5. Mai, pausierte Trump die Operation und begründete dies mit großen Fortschritten in Richtung eines möglichen Abkommens mit dem Iran. Auch der Iran signalisierte, die Durchfahrt durch die Straße werde gewährleistet, sobald die US-Drohungen endeten und neue Verfahren eingeführt würden.
Doch die Gefechte wenige Tage später warfen Fragen über die tatsächliche Substanz dieser Fortschritte auf. Vor dem Konflikt passierten rund 3.000 Schiffe pro Monat die Straße von Hormus. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar 2026 liegt dieser Wert bei geschätzten 5 Prozent des Normalbetriebs.
US-Geheimdienste haben einem optimistischeren Bild von Trumps Beratern widersprochen: Dem Iran stünden noch rund 70 Prozent seiner mobilen Raketenwerfer und seines Raketenarsenals zur Verfügung. Rund 90 Prozent der unterirdischen Raketensilos und Abschussanlagen seien inzwischen wieder teilweise oder vollständig einsatzfähig, heißt es aus Geheimdienstkreisen. Das macht eine schnelle Lösung des Konflikts militärisch wenig wahrscheinlich.
Parallel dazu laufen Verhandlungen über ein sogenanntes 30-Tage-Memorandum, das eine strukturierte Verhandlungsphase über drei zentrale Themen einleiten soll: die Wiederöffnung der Straße von Hormus, das iranische Atomprogramm und die Aufhebung von US-Sanktionen. Der Iran hat laut Medienberichten einen eigenen Plan zur Wiederöffnung der Straße vorgelegt. Die USA reagierten zurückhaltend – die konkrete Umsetzung sei noch offen.
Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus trifft auch Deutschland spürbar. Der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher lag am 9. Mai 2026 bei rund 27,6 Prozent – etwa zehn Prozentpunkte unter dem Vorjahresniveau. Flüssigerdgas aus dem Persischen Golf, das normalerweise einen Teil der europäischen Versorgung deckt, kommt kaum noch an. Der IEA-Ölbericht vom Mai 2026 warnte bereits vor weiter sinkenden globalen Vorräten.
Auch die Rohölpreise reagierten auf die Eskalation: Der WTI-Ölpreis stieg auf über 101 US-Dollar je Barrel – ein Plus von rund sieben Prozent. Mehr dazu in unserem Artikel zum WTI Ölpreis und der Iran-Krise. Trump hatte zuvor bei seinem Treffen mit Xi Jinping in Peking Unterstützung für Druck auf Teheran gesucht.
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