
Die Diskussion über das Ende der halbjährlichen Zeitumstellung in Deutschland und der Europäischen Union ist weiterhin nicht entschieden. Obwohl die EU-Kommission bereits 2018 vorgeschlagen hatte, den Wechsel zwischen Sommerzeit und Normalzeit abzuschaffen, gibt es bis heute keine abschließende Einigung der Mitgliedstaaten. Damit bleibt es auch 2026 beim bisherigen System. In Deutschland werden die Uhren am 25. Oktober wieder auf die Normalzeit zurückgestellt.
Besonders deutlich wird der Stillstand durch eine Entscheidung der EU-Kommission aus diesem Jahr. Im März 2026 veröffentlichte sie bereits die verbindlichen Termine für die Sommerzeitperioden von 2027 bis einschließlich 2031. Danach soll auch in den kommenden Jahren jeweils am letzten Sonntag im März auf Sommerzeit und am letzten Sonntag im Oktober zurückgestellt werden. Die Veröffentlichung bedeutet nicht, dass die politische Debatte beendet wäre. Sie zeigt aber, dass die geltende Regelung weiter angewendet wird, solange keine neue EU-Richtlinie beschlossen ist.
Ausgangspunkt der Reform war eine öffentliche Konsultation der EU-Kommission im Jahr 2018. Rund 4,6 Millionen Menschen beteiligten sich daran. 84 Prozent der Teilnehmer sprachen sich dafür aus, den halbjährlichen Wechsel der Uhrzeit zu beenden. Die Befragung war allerdings keine bindende Abstimmung.
Die Kommission legte daraufhin im September 2018 einen Richtlinienvorschlag vor. Danach sollte die saisonale Zeitumstellung grundsätzlich abgeschafft werden. Die einzelnen Mitgliedstaaten sollten weiterhin selbst entscheiden dürfen, welche Standardzeit dauerhaft für sie gilt. Damit wäre beispielsweise eine dauerhafte Zeit entsprechend der bisherigen Sommerzeit ebenso möglich gewesen wie die heutige Normalzeit.
Das Europäische Parlament unterstützte die Abschaffung im März 2019 mit deutlicher Mehrheit. 410 Abgeordnete stimmten dafür, 192 dagegen, 51 enthielten sich. Nach der damaligen Position des Parlaments hätte die letzte reguläre Zeitumstellung spätestens 2021 stattfinden können. Voraussetzung dafür war jedoch eine Einigung mit den Mitgliedstaaten im Rat der Europäischen Union. Diese kam nicht zustande.
Der zentrale Streitpunkt liegt weniger bei der grundsätzlichen Abschaffung als bei den Folgen unterschiedlicher nationaler Entscheidungen. Würden einige Staaten dauerhaft die bisherige Sommerzeit wählen und Nachbarländer die Normalzeit, könnten innerhalb Europas zusätzliche Zeitzonengrenzen entstehen.
Gerade für Verkehr, Logistik, Handel und grenzüberschreitende Arbeitsabläufe will die EU eine unkoordinierte Lösung vermeiden. Die ursprüngliche Vorlage der Kommission sah deshalb ausdrücklich vor, die Abschaffung so zu koordinieren, dass der Binnenmarkt nicht beeinträchtigt wird.
Noch im Oktober 2025 stellte das Europäische Parlament fest, dass der Rat auch nach mehreren Jahren keine gemeinsame Position zu dem Gesetzgebungsvorschlag gefunden hatte. Ohne diese Position können Parlament und Rat die erforderlichen Verhandlungen über einen endgültigen Gesetzestext nicht abschließen.
Vollständig aufgegeben ist die Reform dennoch nicht. Die EU-Kommission erklärte 2025, sie habe erneut Gespräche mit wechselnden Ratspräsidentschaften und einzelnen Mitgliedstaaten aufgenommen. Nach Beratungen unter der polnischen EU-Ratspräsidentschaft kündigte sie außerdem eine weitere Untersuchung der rechtlichen und praktischen Folgen einer Abschaffung an.
Im Oktober 2025 erklärte der für Verkehr zuständige EU-Kommissar Apostolos Tzitzikostas im Europäischen Parlament, die Kommission arbeite an einer detaillierten Studie, die Grundlage für weitere Entscheidungen sein solle. Gleichzeitig bestätigte er, dass die Mitgliedstaaten weiterhin keine gemeinsame Position gefunden hätten.
Ein konkreter Termin, zu dem die Zeitumstellung abgeschafft werden soll, ergibt sich daraus bislang nicht. Auch ein endgültiger neuer Kompromiss zwischen den EU-Staaten ist nicht beschlossen.
Für Deutschland ist ebenfalls offen, welche Uhrzeit nach einer möglichen Abschaffung dauerhaft gelten würde. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärt, dass sich die Bundesregierung bislang weder auf die dauerhafte Sommerzeit noch auf die Normalzeit festgelegt habe. Deutschland habe wegen seiner Lage in der Mitte Europas ein besonderes Interesse daran, mit seinen unmittelbaren Nachbarstaaten möglichst in derselben Zeitzone zu bleiben.
Damit betrifft die Debatte um Zeitumstellung Sommerzeit Winterzeit nicht allein die Frage, ob die Uhren künftig noch zweimal im Jahr verstellt werden. Entscheidend ist ebenso, welche Zeit anschließend dauerhaft gelten soll und wie eine gemeinsame Regelung mit den europäischen Nachbarstaaten aussehen könnte.
Nach geltendem Recht endet die Sommerzeit 2026 am Sonntag, 25. Oktober. In Deutschland werden die Uhren dann von 3 Uhr auf 2 Uhr zurückgestellt. Für die Jahre danach hat die EU-Kommission die Termine bereits festgelegt. 2027 beginnt die Sommerzeit am 28. März und endet am 31. Oktober. Die entsprechende Liste reicht derzeit bis zum Jahr 2031.
Damit bleibt die praktische Lage eindeutig: Solange Parlament und Rat keine neue europäische Regelung beschließen, wird die halbjährliche Zeitumstellung fortgesetzt. Die jahrelange politische Debatte über ihre Abschaffung läuft weiter, hat bislang aber keine Änderung des geltenden Systems bewirkt.
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