Münster treibt Pläne für eine autoärmere Altstadt voran

Eine Petition kritisiert massive Verzögerungen bei Einbürgerungen in Münster. Tausende Anträge liegen demnach unbearbeitet vor. Forderung nach Transparenz.
Foto: Caroline Muffert

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Münster. Die Diskussion um weniger Autoverkehr in der Innenstadt von Münster nimmt erneut Fahrt auf. In der Bezirksvertretung Münster-Mitte liegt ein politischer Vorstoß vor, der zahlreiche Veränderungen im Altstadtbereich vorsieht. Ziel ist es, den Verkehr in mehreren Straßen deutlich zu reduzieren und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität für Fußgängerinnen und Fußgänger zu verbessern.

Der Antrag sieht vor, verschiedene Maßnahmen möglichst kurzfristig umzusetzen. Dazu gehören vor allem Einschränkungen beim Parken, neue Zufahrtsregelungen sowie eine stärkere Nutzung des öffentlichen Raums für Aufenthaltsflächen, Außengastronomie oder Begrünung. Die Initiative steht im Zusammenhang mit bestehenden Konzepten zur Stadtentwicklung und Verkehrspolitik in Münster, die bereits eine schrittweise Veränderung der Altstadtbereiche vorsehen.

Im Mittelpunkt stehen mehrere Straßenräume im historischen Zentrum. Neben der Königsstraße und dem Alten Steinweg betrifft der Vorschlag auch Bereiche rund um Drubbel, Roggenmarkt, Bogenstraße und Spiekerhof. Weitere Veränderungen werden zudem für die Frauenstraße, den Verspoel sowie die Hörsterstraße diskutiert.

Weniger Parkplätze und mehr Raum für Fußgänger

Ein zentraler Punkt des Vorstoßes ist die deutliche Reduzierung von Parkplätzen im öffentlichen Straßenraum. In vielen Altstadtstraßen sollen oberirdische Stellplätze künftig nur noch in Ausnahmefällen bestehen bleiben. Vorgesehen sind Parkmöglichkeiten vor allem für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie für Lieferverkehr, Pflege- und Servicedienste.

Darüber hinaus sollen Zufahrten in verschiedenen Bereichen stärker eingeschränkt werden. In mehreren Straßen könnte der Autoverkehr künftig vor allem auf Anlieger- und Lieferverkehr begrenzt werden. Ziel ist es, den sogenannten Parksuchverkehr aus den engen Altstadtstraßen herauszuhalten und den Verkehr gezielt in Richtung der vorhandenen Parkhäuser zu lenken.

Für einzelne Straßen gibt es bereits konkrete Überlegungen. Am Alten Steinweg könnten Bewohnerparkplätze künftig an andere Standorte verlagert werden. Dadurch würden Flächen frei, die künftig anders genutzt werden könnten. Denkbar sind etwa zusätzliche Außengastronomie, Sitzmöglichkeiten oder Begrünungselemente. Auch Fahrradabstellanlagen könnten in diesen Bereichen entstehen.

In der Königsstraße wird außerdem über eine Steuerung der Zufahrt nachgedacht. Damit soll verhindert werden, dass sich Fahrzeuge vor der Einfahrt zu Parkhäusern stauen. Gleichzeitig könnten in Bereichen wie Drubbel oder Roggenmarkt weitere Parkplätze entfallen und durch kurzfristige Haltezonen ersetzt werden.

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Neben verkehrlichen Änderungen geht es auch um die Gestaltung des öffentlichen Raums. Frei werdende Flächen sollen beispielsweise durch mobiles Stadtgrün oder neue Sitzmöglichkeiten aufgewertet werden. Damit sollen Bereiche entstehen, die stärker zum Aufenthalt einladen und nicht mehr primär als Verkehrsfläche genutzt werden.

Teil einer langfristigen Verkehrsstrategie für die Innenstadt

Die vorgeschlagenen Maßnahmen stehen nicht isoliert, sondern sind Teil einer größeren Strategie für die Innenstadt von Münster. In verschiedenen politischen Konzepten wird seit Jahren diskutiert, wie Verkehr, Aufenthaltsqualität und wirtschaftliche Nutzung der Altstadt künftig besser miteinander vereinbart werden können.

Ein wichtiger Bezugspunkt ist dabei das integrierte Stadtentwicklungskonzept für die Innenstadt. Darin wird unter anderem vorgesehen, bestimmte Straßenräume stärker umzubauen und den Verkehr langfristig neu zu ordnen. Auch das integrierte Parkraumkonzept der Stadt verfolgt das Ziel, Parksuchverkehr zu reduzieren und die Nutzung der vorhandenen Parkhäuser zu stärken.

Nach Einschätzung der Verwaltung lassen sich viele der vorgeschlagenen Schritte grundsätzlich relativ schnell umsetzen. In einigen Straßen könnten Veränderungen zunächst über neue Beschilderungen oder geänderte Verkehrsregeln erfolgen. Größere bauliche Umbauten würden hingegen mehr Zeit benötigen.

Gleichzeitig wird betont, dass Veränderungen im Straßenraum eng mit Anwohnerinnen und Anwohnern sowie mit Gewerbetreibenden abgestimmt werden müssen. Besonders der Wegfall von Bewohnerparkplätzen erfordert Lösungen für alternative Stellplätze. Auch Lieferzonen und Anlieferungsmöglichkeiten für Geschäfte müssen weiterhin funktionieren.

Die geplanten Schritte zeigen, dass die Verkehrspolitik in Münster weiterhin stark auf die Umgestaltung der Innenstadt ausgerichtet ist. Während Autos künftig stärker an den Rand gedrängt werden sollen, könnten viele Altstadtstraßen schrittweise zu Orten werden, an denen Aufenthalt, Gastronomie und Fußverkehr stärker im Mittelpunkt stehen.

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