
Pflegekräfte aus dem Ausland in Deutschland spielen eine immer größere Rolle: Laut Bundesagentur für Arbeit (BA) hat inzwischen fast jede fünfte Pflegekraft eine ausländische Staatsangehörigkeit. Anlässlich des Tags der Pflege am 12. Mai 2026 hat die BA aktuelle Zahlen zum Arbeitsmarkt in der Pflege veröffentlicht — und die belegen einen drastischen Wandel.
Laut der neuen BA-Statistik arbeiten derzeit rund 353.000 Beschäftigte mit ausländischer Staatsangehörigkeit in deutschen Pflegeberufen. Das entspricht nach Angaben der Behörde einem Anteil von knapp 20 Prozent aller Pflegekräfte hierzulande. Im Jahr 2015 lag dieser Anteil noch bei sieben Prozent. Seitdem soll die Zahl ausländischer Pflegekräfte um rund 256.000 gestiegen sein — ein Anstieg, der seinesgleichen sucht. Insgesamt zählt die Branche laut BA inzwischen 1,76 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Pflegeberufen, was einem Wachstum von 22 Prozent in zehn Jahren entspricht.
Besonders auffällig ist der Unterschied zwischen den Bereichen: In Krankenhäusern und Kliniken soll der Ausländeranteil bei 17 Prozent liegen, in der ambulanten und stationären Pflege sogar bei 24 Prozent.
Die drei größten Herkunftsgruppen unter den ausländischen Pflegekräften stammen laut BA aus Bosnien und Herzegowina, der Türkei sowie Indien. Besonders dynamisch entwickelte sich nach Angaben der Behörde die Zahl der syrischen Staatsbürgerinnen und -bürger in Pflegeberufen: Seit 2015 soll sie von rund 200 auf nunmehr etwa 9.300 gestiegen sein — ein rund 46-facher Anstieg. Dass Syrerinnen und Syrer zunehmend in der Pflege Fuß fassen, ist nicht zuletzt auf die gezielte Vermittlung durch das BA-Programm Triple Win zurückzuführen. Dieses soll Pflegefachkräfte aus den Philippinen, Bosnien-Herzegowina, Tunesien, Jordanien, Indonesien, Indien und Vietnam nach Deutschland bringen. Fachkräftemangel trifft auch andere Berufsgruppen — doch in der Pflege ist er besonders ausgeprägt.
Warum sind Pflegekräfte aus dem Ausland so wichtig? Laut BA kommen auf je 100 gemeldete Stellen für Pflegefachkräfte nur 57 arbeitslose Pflegefachkräfte — ein klares Zeichen für den akuten Engpass am Arbeitsmarkt. Gleichzeitig steigt die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Deutschland durch die Alterung der Gesellschaft stetig an. Laut Statistischem Bundesamt werden bis 2049 voraussichtlich mindestens 280.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Ohne Zuwanderung dürfte dieser Bedarf kaum gedeckt werden. Die Bundesregierung hat darauf reagiert und im Januar 2026 laut Bundesgesundheitsministerium eine Absichtserklärung mit Indien zur gemeinsamen Ausbildung von Pflegekräften unterzeichnet. Ziel sei es, Anerkennungsverfahren zu vereinfachen und gut ausgebildete Fachkräfte schneller in den deutschen Arbeitsmarkt zu integrieren.
Der Tag der Pflege am 12. Mai ist ein jährliches Signal für die Bedeutung des Berufsstands. Die aktuellen BA-Zahlen machen deutlich, wie stark das deutsche Pflegesystem auf internationale Fachkräfte angewiesen ist. Ob dieses Modell langfristig trägt, ist umstritten: Kritiker mahnen, dass die Herkunftsländer selbst unter Fachkräftemangel leiden und eine dauerhafte Abwanderung ihrer Pflegekräfte kaum hinnehmen können. Befürworter hingegen sehen in geregelter Zuwanderung und gezielter Ausbildung eine Win-win-Situation für alle Beteiligten. Auch beim Kita-Investitionsprogramm 2026 setzt die Bundesregierung auf soziale Infrastruktur — nun steht auch die Pflege im Fokus.
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (BA-Presseinfo Nr. 16/2026), Statistisches Bundesamt, Bundesgesundheitsministerium, t-online.de
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