
Angelica Domröse ist am Freitag, dem 15. Mai 2026, im Alter von 85 Jahren gestorben. Die Defa-Stiftung bestätigte den Tod der Schauspielerin gegenüber dem rbb. Mit Domröse verliert das deutsche Kino eine seiner bedeutendsten Darstellerinnen – eine Frau, die mit einer einzigen Rolle zur Legende geworden ist.
Angelica Domröse wurde 1941 in Berlin geboren. Ihr Durchbruch kam 1973 mit dem DEFA-Kultfilm „Die Legende von Paul und Paula“ unter der Regie von Heiner Carow. Domröse spielte darin die lebenslüsterne Kassiererin Paula, die eine leidenschaftliche Affäre mit einem verheirateten Staatsangestellten beginnt – an der Seite von Winfried Glatzeder als Paul. Der Film wurde zu einem der meistgesehenen und bedeutendsten deutschen Filme überhaupt. Filmkritiker Knut Elstermann erklärte in einem Gespräch mit MDR Kultur: Viele junge Frauen – und nicht nur junge Frauen – erkannten sich in ihr wieder und fühlten: Sie ist eine von uns und träumt wie wir.
Bereits früh zeigte sich Domröses außergewöhnliches Talent: Laut Berichten soll sie sich 1959 gegen rund 1.500 Mitbewerber für eine Rolle in Slatan Dudows Film „Verwirrung der Liebe“ durchgesetzt haben – der Beginn einer bemerkenswerten Karriere. Ähnliche Bewunderung für Schauspiel-Ikonen der deutschen Film- und Fernsehlandschaft zeigt sich auch im aktuellen Echo um Sandra Hüllers Erfolg bei den Filmfestspielen in Cannes 2026.
Domröses Leben war nicht frei von Widersprüchen und Mut. Im Jahr 1976 soll sie eine Resolution gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann unterzeichnet haben – ein Schritt, der ihr in der DDR nach damaligen Angaben erhebliche berufliche Isolation einbrachte. 1980 verließ sie die DDR und zog nach West-Berlin, wo sie laut Berichten am Schiller-Theater engagiert war und mit Regisseuren wie Peter Zadek zusammenarbeitete.
Nach der Wiedervereinigung blieb Domröse eine gefragte Schauspielerin. Sie wirkte laut Medienberichten unter anderem vier Jahre lang in der ARD-Krimiserie „Polizeiruf 110“ mit und arbeitete soll mit Regisseuren wie Michael Haneke und Frank Beyer zusammengearbeitet haben. Wie auch andere Schauspielerinnen ihrer Generation wählte Domröse irgendwann den Rückzug aus dem Rampenlicht.
In ihrer Autobiografie „Ich fang mich selbst“ sprach Domröse offen über ihre überwundene Alkoholsucht – ein ungewöhnlich offenes Zeugnis in einer Zeit, in der solche Themen selten öffentlich besprochen wurden. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 2016 zog sie sich nach Berichten vollständig aus der Film- und Theaterwelt zurück. Die letzten Jahre verbrachte sie fernab des öffentlichen Lebens.
Ihr Tod am 15. Mai 2026 hinterlässt eine Lücke im deutschen Kulturgedächtnis. Angelica Domröse war weit mehr als eine Filmfigur – sie verkörperte eine Epoche, einen Lebenswillen und eine Generation, die unter schwierigen Bedingungen nach Freiheit strebte.
Angelica Domröse gestorben zu melden bedeutet, Abschied zu nehmen von einer Frau, die dem deutschen Kino ein Gesicht gegeben hat. Ihr Paula-Lächeln, ihre Wärme und ihre Unnachgiebigkeit auf der Leinwand haben Generationen bewegt. Der DEFA-Kultfilm „Die Legende von Paul und Paula“ wird als ihr bleibendes Vermächtnis in die Filmgeschichte eingehen.
Quellen: t-online, Berliner Zeitung, Berliner Kurier, MDR Kultur, rbb
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