Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Schulze kämpft gegen den AfD-Vorsprung

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Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze steht wenige Monate nach seinem Amtsantritt vor einer politisch heiklen Bewährungsprobe. Der CDU-Politiker wurde am 28. Januar 2026 im Magdeburger Landtag zum Regierungschef gewählt. Er folgte auf Reiner Haseloff, der sein Amt mit Ablauf des 27. Januars niedergelegt hatte. Schulze erhielt 58 Ja-Stimmen, erforderlich waren 49 Stimmen. Die Wahl fand in geheimer Abstimmung statt.

Der Wechsel an der Spitze der Landesregierung war auch mit Blick auf die Landtagswahl vorbereitet worden. Schulze war zuvor Wirtschaftsminister und CDU-Landesvorsitzender. Er wurde 1979 in Quedlinburg geboren, war von 2014 bis 2021 Mitglied des Europäischen Parlaments und gehörte seit 2021 der Landesregierung an.

AfD liegt in Umfrage klar vor der CDU

Der aktuelle politische Druck entsteht vor allem durch die jüngsten Umfragewerte. Im Sachsen-AnhaltTREND von Infratest dimap kommt die AfD auf 41 Prozent. Die CDU liegt demnach bei 26 Prozent, die Linke bei 12 Prozent und die SPD bei 7 Prozent. Grüne, FDP und BSW würden nach diesen Werten den Einzug in den Landtag verfehlen.

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist für den 6. September 2026 angesetzt. Damit bleibt Schulze nur ein begrenzter Zeitraum, um als neuer Ministerpräsident eigenes Profil zu gewinnen und die CDU aus der Defensive zu führen. Offiziell bestätigt ist, dass Sachsen-Anhalt derzeit von einem Bündnis aus CDU, SPD und FDP regiert wird.

Schulze verweist auf Wahlkampf statt Umfragewerte

Schulze reagierte auf die Umfrage mit dem Hinweis, dass Umfragen keine Wahlergebnisse seien. Er erklärte, der Wahlkampf beginne erst. Er spielte demnach nicht jede theoretische Variante durch, etwa eine absolute Mehrheit der AfD. Entscheidend sei am Ende die Wahlentscheidung der Bevölkerung.

Zugleich warnte Schulze vor möglichen Folgen eines AfD-Wahlsiegs für die Besetzung politischer Führungspositionen im Land. Dabei stellte er die Frage in den Mittelpunkt, ob zentrale Verantwortung in Sachsen-Anhalt künftig weiterhin aus dem Land heraus getragen werde. Eine unabhängige Bestätigung konkreter Personalpläne der AfD lag zunächst nicht vor.

Wechsel von Haseloff zu Schulze war mehr als Personalpolitik

Der Amtswechsel von Haseloff zu Schulze markiert einen Einschnitt in der Landespolitik. Haseloff hatte Sachsen-Anhalt über viele Jahre geprägt. Mit Schulze rückte die CDU noch vor der Wahl ihren Spitzenkandidaten in das Amt des Regierungschefs. Dadurch kann er den Wahlkampf nicht nur als Parteivorsitzender, sondern als amtierender Ministerpräsident führen.

Der Schritt birgt Chancen und Risiken zugleich. Schulze kann sich mit Regierungserfahrung und Amtsbonus präsentieren. Gleichzeitig trägt er nun unmittelbar Verantwortung für die Landesregierung, ihre Bilanz und ihren Umgang mit den politischen Konflikten vor der Wahl.

Sachsen-Anhalt wird bundespolitisch genau beobachtet

Die Wahl in Sachsen-Anhalt hat über das Bundesland hinaus Bedeutung. Sollte die AfD stärkste Kraft werden, würde sich erneut die Frage stellen, wie die übrigen Parteien mit veränderten Mehrheiten umgehen. Der AfD-Landesverband Sachsen-Anhalt wurde vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingestuft. Das Verfahren zur Einstufung auf Bundesebene war nach Angaben aus dem März 2026 weiterhin anhängig, aber ausgesetzt.

Für Schulze geht es deshalb nicht nur um die Fortsetzung einer CDU-geführten Landesregierung. Seine Partei muss auch zeigen, ob sie in einem ostdeutschen Bundesland mit starkem AfD-Zuspruch wieder genügend Vertrauen gewinnen kann. Die kommenden Monate dürften damit zu einem Test für die CDU, die Regierungskoalition und die politische Stabilität in Sachsen-Anhalt werden.

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