Gates-Stiftung trennt sich vollständig von Microsoft-Aktien

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Bill & Melinda Gates Foundation Trust hat seine Beteiligung an Microsoft vollständig abgebaut. Aus der jüngsten 13F-Meldung für das erste Quartal 2026 geht hervor, dass der Trust zum Stichtag 31. März keine Microsoft-Aktien mehr auswies. Zuvor hatte die Beteiligung noch rund 7,7 Millionen Aktien umfasst. Der Vorgang markiert eine auffällige Veränderung in einem Portfolio, das historisch eng mit dem von Bill Gates mitgegründeten Softwarekonzern verbunden war. Eine persönliche Kompletttrennung von Microsoft-Aktien durch Gates selbst war damit jedoch zunächst nicht belegt. Barron’s berichtete unter Berufung auf FactSet, Gates halte privat weiterhin rund 103 Millionen Microsoft-Aktien.

Trust verkauft letzte Microsoft-Position

Die nun bekannt gewordene Veränderung betrifft den Bill & Melinda Gates Foundation Trust, also den Vermögensstock der Stiftung, nicht automatisch das gesamte Privatvermögen von Bill Gates. In den ausgewiesenen 13F-Daten für das erste Quartal 2026 werden 22 börsennotierte Positionen mit einem Gesamtwert von rund 31,7 Milliarden Dollar genannt. Microsoft gehört danach nicht mehr zu den gemeldeten Beteiligungen. Zu den größten Positionen zählten stattdessen Berkshire Hathaway, Waste Management, Canadian National Railway, Caterpillar und Deere.

Der vollständige Ausstieg war kein einzelner überraschender Schritt, sondern der Endpunkt eines schrittweisen Abbaus. Ein Jahr zuvor hatte der Trust noch rund 28,5 Millionen Microsoft-Aktien gehalten. Ende 2025 waren nach übereinstimmenden Angaben noch etwa 7,7 Millionen Aktien übrig. Diese Restposition wurde im ersten Quartal 2026 verkauft.

Kein belegter Verkauf aller privaten Gates-Aktien

Die Formulierung, Bill Gates habe alle verbliebenen Microsoft-Aktien verkauft, ist in dieser pauschalen Form nicht gesichert. Belegt ist der vollständige Verkauf der Microsoft-Position im Gates Foundation Trust. Das ist ein wichtiger Unterschied, weil 13F-Meldungen institutionelle Portfolios abbilden und nicht zwingend alle privaten Vermögenswerte einer Person erfassen.

Bill Gates ist Microsoft weiterhin historisch und personell verbunden. Er gründete das Unternehmen 1975 mit Paul Allen, gab operative Führungsfunktionen über die Jahre ab und schied 2020 aus dem Microsoft-Verwaltungsrat aus. Microsoft erklärte damals, Gates wolle mehr Zeit für philanthropische Prioritäten aufwenden und bleibe als Technologieberater für Unternehmenschef Satya Nadella und weitere Führungskräfte verfügbar.

Verkauf passt zur neuen Stiftungsstrategie

Der Aktienverkauf fällt in eine Phase, in der die Gates Foundation ihre Arbeit deutlich beschleunigen will. Bill Gates hatte 2025 angekündigt, die Stiftung bis Ende 2045 auslaufen zu lassen und in den kommenden zwei Jahrzehnten mehr als 200 Milliarden Dollar für ihre Programme einzusetzen. Die Stiftung selbst nennt als Schwerpunkte unter anderem globale Gesundheit, Armutsbekämpfung und Bildung.

Ein direkter Grund für den Verkauf der Microsoft-Aktien wurde zunächst nicht offiziell genannt. Naheliegend ist, dass ein größerer Liquiditätsbedarf und eine breitere Portfoliostruktur zur langfristigen Ausgabenplanung der Stiftung passen. Die genauen Anlageentscheidungen des Trusts blieben zunächst offen. Bestätigt war zunächst nur die Veränderung im gemeldeten Aktienportfolio.

Microsoft bleibt für Investoren umkämpft

Der Ausstieg des Gates Foundation Trusts bedeutet nicht, dass Microsoft am Kapitalmarkt an Bedeutung verliert. Unter Großinvestoren zeigt sich derzeit ein gemischtes Bild. Während der Trust seine Position auf null reduzierte, stieg Bill Ackmans Pershing Square nach Angaben von Reuters bei Microsoft ein. Ackman begründete den Schritt mit der langfristigen Stärke des Softwarekonzerns, insbesondere im Cloudgeschäft und bei Unternehmenssoftware.

Microsoft bleibt einer der zentralen Konzerne im globalen Technologiesektor. Das Unternehmen ist mit Windows, Microsoft 365, Azure und seiner Rolle im KI-Markt breit aufgestellt. Der Verkauf durch den Gates Foundation Trust ist daher weniger ein Signal für einen vollständigen Bruch zwischen Bill Gates und Microsoft, sondern vor allem eine bedeutende Umschichtung innerhalb des Stiftungsvermögens.

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