Amerikas Steuerbehörde steht vor einem politischen und operativen Stresstest

Deutschland Steuerlast OECD Platz 2 Steuerkeil
Deutschland belegt laut OECD Taxing Wages 2026 Rang 2 der höchsten Steuerlast.

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Die US-Steuerbehörde Internal Revenue Service steht 2026 im Zentrum einer neuen Debatte über Macht, Kontrolle und Funktionsfähigkeit des Staates. Auslöser ist ein Vergleich im Verfahren von Präsident Donald Trump gegen den IRS wegen geleakter Steuerunterlagen. Zugleich kämpft die Behörde mit den Folgen massiver Personalveränderungen, neuen Steuergesetzen und wachsendem Druck auf ihre digitale Modernisierung.

Der IRS ist für die Erhebung der Bundessteuern in den USA zuständig und damit eine der wichtigsten Behörden des amerikanischen Staates. Seine Arbeit entscheidet nicht nur darüber, wie schnell Bürgerinnen und Bürger Rückerstattungen erhalten. Sie beeinflusst auch, wie konsequent Unternehmen, Wohlhabende und Privatpersonen steuerlich geprüft werden.

Vergleich im Trump-Verfahren rückt IRS in den Fokus

Der aktuelle Anlass ist ein Vergleich, mit dem Donald Trump seine Klage gegen den IRS im Zusammenhang mit der Veröffentlichung seiner Steuerunterlagen beilegt. Die Klage richtete sich gegen die Behörde wegen des Lecks vertraulicher Steuerdaten. Ein früherer IRS-Auftragnehmer war in diesem Zusammenhang bereits wegen der Weitergabe von Steuerinformationen verurteilt worden.

Teil des Vergleichs ist nach übereinstimmenden Angaben die Einrichtung eines Fonds in Höhe von rund 1,8 Milliarden Dollar für Personen, die nach eigener Darstellung politisch motivierten staatlichen Maßnahmen ausgesetzt waren. Trump selbst soll daraus keine Zahlung erhalten, wohl aber eine formelle Entschuldigung. Zudem wurde bekannt, dass bestehende Prüfungen früherer Steuerfragen gegenüber Trump, seinen Söhnen und verbundenen Unternehmen dauerhaft beendet werden sollen. Künftige Steuerjahre sind davon nach den veröffentlichten Angaben nicht umfasst.

Die Vereinbarung ist politisch brisant, weil der IRS formal Teil der Regierung ist, während Trump zugleich als Präsident an der Spitze der Exekutive steht. Kritiker sehen darin einen problematischen Eingriff in die Unabhängigkeit der Steuerverwaltung. Die Regierung stellt den Fonds dagegen als Instrument dar, mit dem mögliche staatliche Fehlentwicklungen aufgearbeitet werden sollen.

Steuerbehörde arbeitet mit deutlich weniger Personal

Parallel zum politischen Streit steht der IRS operativ unter Druck. Die Behörde hatte in den vergangenen Jahren durch zusätzliche Mittel aus dem Inflation Reduction Act eine Modernisierung und stärkere Steuerdurchsetzung vorbereitet. Unter der Trump-Regierung wurde dieser Kurs teilweise zurückgedreht. Der Vollzugsbereich des IRS verlor demnach bereits rund 5.000 Beschäftigte auf dem Weg ins Jahr 2026, weitere Kürzungen waren in den Budgetplanungen vorgesehen.

Der Treasury Inspector General for Tax Administration wies bereits zu Beginn der Steuersaison 2026 auf Risiken hin. In einem Memorandum vom Januar hieß es, die Personalreduzierungen hätten die IRS-Besetzung auf das Niveau von Oktober 2021 zurückgeführt. Gleichzeitig seien wichtige Arbeitsbestände, darunter geänderte Steuererklärungen und Korrespondenz mit Steuerpflichtigen, deutlich gestiegen.

Diese Entwicklung ist für den US-Haushalt relevant. Je weniger Personal und Fachwissen für komplexe Prüfungen vorhanden ist, desto schwieriger wird es, nicht gezahlte Steuern konsequent einzutreiben. Besonders aufwendig sind Verfahren gegen große Unternehmen, vermögende Steuerpflichtige und komplizierte Unternehmensstrukturen.

IRS-Chef meldet stabile Steuersaison trotz Personalmangel

Die IRS-Spitze stellt die Lage deutlich positiver dar. IRS-Chef Frank Bisignano erklärte im April vor dem Finanzausschuss des US-Senats, die Steuersaison 2026 sei beim Eingang und bei der Verarbeitung der Erklärungen stabil verlaufen. Bis zum 10. April seien rund 120 Millionen individuelle Einkommensteuererklärungen eingegangen. Zugleich habe der IRS etwa 80 Millionen Rückerstattungen mit einem Gesamtvolumen von rund 274 Milliarden Dollar ausgezahlt.

Bisignano verwies außerdem auf technische Leistungsfähigkeit und eine stärkere Ausrichtung auf einen digitalen IRS. Für die Steuerfrist Mitte April erwartete die Behörde mehr als 140 Millionen individuelle Steuererklärungen für das Steuerjahr 2025. Ob die Personaleinschnitte mittelfristig die Durchsetzungskraft des IRS schwächen, dürfte sich erst in den kommenden Jahren in konkreten Prüfungszahlen zeigen.

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