
Im Strafverfahren gegen Luigi Mangione hat ein Gericht in New York eine wichtige Vorentscheidung getroffen. Richter Gregory Carro entschied, dass die Anklage im geplanten Prozess eine Pistole und ein Notizbuch als Beweismittel verwenden darf. Andere Gegenstände aus Mangiones Rucksack dürfen dagegen nicht eingeführt werden, weil sie nach Einschätzung des Richters bei einer unzulässigen ersten Durchsuchung gefunden wurden. Mangione ist im Zusammenhang mit dem Tod von UnitedHealthcare-Chef Brian Thompson angeklagt und bestreitet die Vorwürfe.
Der aktuelle Anlass ist eine Anhörung am 18. Mai 2026 vor einem Gericht in Manhattan. Nach der Entscheidung dürfen Staatsanwälte eine Pistole und ein Notizbuch verwenden, die später bei einer Durchsicht des Rucksacks auf einer Polizeiwache erfasst wurden. Nach Darstellung der Anklage handelt es sich bei der Waffe um ein mögliches Tatmittel. Das Notizbuch enthält nach Angaben der Ermittler Aufzeichnungen, die sie als belastend werten. Ob und wie stark diese Beweise vor Gericht tragen, entscheidet nicht die Vorentscheidung, sondern das spätere Verfahren.
Gleichzeitig schloss der Richter mehrere andere Gegenstände aus. Dazu zählen unter anderem ein geladenes Magazin, ein Mobiltelefon, ein Pass, eine Geldbörse und ein Computerchip. Der Grund war nach der Gerichtsentscheidung eine erste Durchsuchung ohne ausreichende rechtliche Grundlage. Die Polizei hatte Mangione am 9. Dezember 2024 in Altoona im US-Bundesstaat Pennsylvania festgenommen, fünf Tage nach dem Tod Thompsons in Manhattan.
Der Prozess im Bundesstaat New York ist derzeit für den 8. September 2026 angesetzt. Er soll voraussichtlich mehrere Wochen dauern. Mangione hat sich nicht schuldig bekannt. Ihm werden im Verfahren des Bundesstaats unter anderem Mord, Waffenverstöße und Urkundenfälschung vorgeworfen. Eine Verurteilung könnte eine lange Haftstrafe bis hin zu lebenslanger Freiheitsstrafe nach sich ziehen. Bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung gilt die Unschuldsvermutung.
Die Verteidigung hatte versucht, Beweismittel aus dem Rucksack sowie bestimmte Äußerungen gegenüber Ermittlern aus dem Verfahren herauszuhalten. Der Richter gab der Verteidigung nur teilweise recht. Einige Aussagen aus der Phase vor der formellen Belehrung wurden ausgeschlossen. Andere Angaben und die später inventarisierten Beweise dürfen nach der Entscheidung verwertet werden.
Neben dem Verfahren in New York läuft ein separates Bundesverfahren. Dort geht es inzwischen vor allem um Stalking-Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Tod Thompsons. Ein Bundesrichter hatte im Januar 2026 Mord- und Waffenanklagen auf Bundesebene verworfen, wodurch die Möglichkeit der Todesstrafe entfiel. Das Bundesverfahren ist nach der bisherigen Planung auf einen späteren Termin verschoben worden.
Bereits im September 2025 waren im Verfahren des Bundesstaats New York Terrorismusvorwürfe weggefallen. Richter Carro ließ jedoch andere Anklagepunkte bestehen, darunter den Vorwurf des Mordes zweiten Grades. Damit bleibt der Fall strafrechtlich schwerwiegend, auch wenn die juristische Bewertung einzelner Anklagepunkte bereits vor Prozessbeginn eingeschränkt wurde.
Brian Thompson leitete die Krankenversicherungssparte von UnitedHealth Group. Er wurde am 4. Dezember 2024 vor einem Hotel in Manhattan erschossen, in dem das Unternehmen eine Investorenveranstaltung abhielt. Der Fall löste in den USA eine breite Diskussion aus, weil er mit Kritik an Krankenversicherern, Kosten im Gesundheitssystem und der öffentlichen Wahrnehmung großer Gesundheitskonzerne verknüpft wurde. Diese gesellschaftliche Debatte ersetzt nicht die juristische Prüfung der konkreten Vorwürfe gegen Mangione.
Für das kommende Verfahren ist die Beweisentscheidung bedeutsam, weil sie den Rahmen des Prozesses mitbestimmt. Die Anklage darf zentrale Gegenstände präsentieren, während bestimmte Funde aus der ersten Rucksackdurchsuchung außen vor bleiben. Die genaue Bewertung liegt bei Gericht und Geschworenen. Offiziell entschieden ist zunächst nur, welche Beweismittel im Prozess verwendet werden dürfen.
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