Rainer Maria Schießler stellt sich in der Zölibatsdebatte hinter Toni Faber

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Der Münchner Pfarrer Rainer Maria Schießler hat sich in der Debatte um den Wiener Dompfarrer Toni Faber deutlich hinter seinen österreichischen Amtskollegen gestellt. Anlass ist die Diskussion über Fabers Zukunft am Wiener Stephansdom und über seinen Umgang mit dem Zölibat. Faber soll nach Berichten im kommenden Jahr mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen. Beide Seiten bestätigten Gespräche, offiziell abgeschlossen war die Personalfrage zunächst nicht.

Schießler kritisierte vor allem die öffentliche Zuspitzung der Debatte. Er betonte, der Zölibat betreffe einen sehr persönlichen Bereich priesterlicher Lebensführung. Zugleich machte er klar, dass ein kirchliches Amt nicht dauerhaft einer Person gehöre und ein Bischof einen Wechsel grundsätzlich vornehmen könne.

Diskussion um Toni Faber und den Wiener Stephansdom

Toni Faber zählt zu den bekanntesten katholischen Priestern Österreichs. Seit Jahrzehnten ist er eng mit dem Wiener Stephansdom verbunden und tritt regelmäßig bei kirchlichen, gesellschaftlichen und öffentlichen Anlässen auf. Genau diese öffentliche Präsenz ist nun Teil der Debatte. Faber wurde wiederholt mit einer Frau an seiner Seite gesehen, die er als sehr gute Freundin bezeichnete. Eine unabhängige Bestätigung dafür, dass daraus ein kirchenrechtlicher Verstoß folgt, lag zunächst nicht vor.

Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl hatte bereits im April erkennen lassen, dass er Fabers Umgang mit dem Zölibat nicht teilt. Er lobte zugleich dessen seelsorgliches Engagement. Grünwidl sagte, Faber habe beim Zölibat eine Lösung gefunden, mit der er sich schwertue. Beide seien im Gespräch, um eine Lösung zu finden.

Schießler pocht auf Privatleben von Priestern

Schießler stellte in seiner Reaktion den Schutz der privaten Lebensführung in den Mittelpunkt. Er selbst lebt als katholischer Priester ehelos, spricht aber offen darüber, dass er nicht allein lebt und eine Frau ihn in seinem Leben begleitet. Für ihn bedeute Zölibat nicht, zur Einsamkeit verpflichtet zu sein.

Der Münchner Pfarrer unterschied damit zwischen Ehelosigkeit, priesterlicher Verpflichtung und menschlicher Nähe. Er betonte, er habe bei seiner Priesterweihe bewusst versprochen, ehelos zu leben. Zugleich sei Gemeinschaft für ihn wichtig, um seinen priesterlichen Weg tragen zu können.

Zwischen persönlicher Lebensform und kirchlichem Amt

Schießler verteidigte Faber nicht als Amtsinhaber auf Lebenszeit. Vielmehr verwies er darauf, dass kirchliche Ämter vergeben und wieder neu besetzt werden können. Wenn ein Bischof einen Wechsel wolle, müsse dies als kirchliche Entscheidung grundsätzlich möglich sein. Zugleich sprach er sich dafür aus, Faber auch nach einem möglichen Rückzug weiter als Seelsorger einzusetzen.

Damit verschiebt Schießler den Schwerpunkt der Debatte. Im Zentrum steht nicht nur die Frage, ob Faber Dompfarrer bleibt. Es geht auch darum, wie öffentlich über priesterliche Lebensformen gesprochen wird und wo die Grenze zwischen berechtigter kirchlicher Verantwortung und privatem Schutzraum verläuft.

Zölibat bleibt Streitpunkt in der katholischen Kirche

Der Zölibat gehört in der lateinischen Kirche weiterhin zur verbindlichen Lebensform katholischer Priester. Das Kirchenrecht verpflichtet Kleriker zur vollkommenen und dauerhaften Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen und bindet sie deshalb an den Zölibat.

Gleichzeitig wird die Regel seit Jahren innerkirchlich diskutiert. Auch Grünwidl hält den Zölibat zwar für eine wertvolle Lebensform, stellte aber öffentlich die Frage, ob er immer Voraussetzung für das Priesteramt sein müsse. Er verwies darauf, dass es in der Geschichte und in anderen christlichen Traditionen unterschiedliche Regelungen gibt.

Wiener Fall hat überregionale Bedeutung

Der Fall Faber ist mehr als eine Personalie am Wiener Stephansdom. Er bündelt mehrere Spannungen, die die katholische Kirche seit Jahren beschäftigen: den Priestermangel, die Sichtbarkeit populärer Seelsorger, die Frage nach Nähe und Privatleben sowie den Umgang mit tradierten Regeln.

Schießlers Einordnung macht deutlich, dass die Debatte nicht nur konservative und reformorientierte Positionen trennt. Auch Geistliche, die selbst den Zölibat leben, unterscheiden zwischen kirchlicher Pflicht, persönlicher Gewissensentscheidung und öffentlicher Bewertung. Gerade deshalb dürfte die Diskussion über Faber über Wien hinaus aufmerksam verfolgt werden.

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