
Im ZDF läuft heute, Freitag, 22.05.2026, um 23:30 Uhr die erste Folge der dreiteiligen Dokuserie „AIDS – In Zeiten der Liebe“. Die Folge trägt den Titel „Frühlingserwachen“ und erzählt den Beginn einer wahren deutsch-deutschen Geschichte über Liebe, Kunst, Krankheit und gesellschaftliches Schweigen. Im Mittelpunkt stehen der Bühnenbildner und Maler Heiko Zolchow sowie der Schauspieler Dirk Nawrocki. Die Reihe rekonstruiert ihre Beziehung im geteilten Deutschland der 1980er Jahre und zeigt, wie die AIDS-Krise Menschenleben veränderte, Familien trennte und auch politische Systeme herausforderte.
„AIDS – In Zeiten der Liebe“ ist keine fiktionale Serie im klassischen Sinn, sondern eine dokumentarische Reihe mit Interviews, Archivmaterial und nachgestellten Szenen. Die erste Folge „Frühlingserwachen“ beginnt in Ost-Berlin Anfang der 1980er Jahre. Während in Westdeutschland die Angst vor AIDS bereits wächst, wird die neue Krankheit in der DDR zunächst weitgehend verschwiegen. Heiko Zolchow erlebt sein Coming-out, arbeitet als Bühnenbildner und bewegt sich in einem künstlerischen Umfeld, das der Staatsmacht zunehmend unangepasst erscheint. Als ihm die Arbeit untersagt wird, spitzt sich die Lage zu. 1984 darf er gemeinsam mit seiner großen Liebe Dirk Nawrocki aus der DDR ausreisen. Die neue Freiheit im Westen bedeutet jedoch auch neue Risiken, denn die AIDS-Krise ist dort bereits deutlich präsenter.
Die Stärke der Dokuserie liegt darin, dass sie AIDS nicht nur als medizinische oder politische Krise erzählt, sondern als Einschnitt in konkrete Biografien. Heiko Zolchow und Dirk Nawrocki werden nicht auf Krankheit und Tod reduziert, sondern als Künstler, Liebende und Teil einer Szene sichtbar gemacht, die um Freiheit, Anerkennung und Sichtbarkeit kämpfte. Gerade dieser persönliche Zugang macht das Thema heute relevant. Die Reihe erinnert daran, wie stark HIV und AIDS in den 1980er Jahren mit Angst, Stigma und Schuldzuweisungen verbunden waren. Zugleich öffnet sie den Blick auf Unterschiede zwischen Ost und West: Während in der Bundesrepublik öffentlich über Aufklärung, Kontrolle und Schutzmaßnahmen gestritten wurde, ging die DDR mit der Krankheit zunächst anders und oft weniger offen um. Die Sendung verbindet deshalb private Erinnerung mit Zeitgeschichte.
Buch und Regie stammen von Johannes Nichelmann, der die Dokuserie mit Interviews, Archivmaterial und Reenactments aufgebaut hat. Im Zentrum stehen die Lebensgeschichten von Heiko Zolchow und Dirk Nawrocki. Zu Wort kommen unter anderem Sabine Zolchow, die ehemalige Ehefrau von Heiko Zolchow, Theaterregisseur Frank Castorf, Szenenbildner Karl-Hermann Reith, Schauspieler Bernd Stegemann, Regisseur und Autor Jean-Claude Kuner sowie der Historiker Henning Tümmers. In den nachgestellten Szenen sind Evangelos Tsarkowistas, Benjamin Viziotis, Konrad Damer, Clemens Bobke und Antonia Jungwirth zu sehen. Die Kamera verantwortete Tobias Winkel, die Montage Pablo Ben Yakov. Die ZDF-Redaktion lag bei Daniel Fiedler und Bettina Petry. Produziert wurde die Reihe von nb Studios im Auftrag von ZDF/aspekte.
Die heutige Ausstrahlung ist der lineare Auftakt der dreiteiligen Dokuserie im ZDF. In der ZDFmediathek ist die Reihe bereits seit dem 14. Mai 2026 verfügbar, im Fernsehprogramm beginnt sie heute, am 22. Mai 2026, um 23:30 Uhr. Gezeigt wird die erste Folge „Frühlingserwachen“, die den biografischen und historischen Ausgangspunkt der Geschichte setzt. Dass das ZDF die Reihe im Umfeld von „aspekte“ platziert, passt zum kultur- und gesellschaftspolitischen Anspruch des Projekts. Es geht nicht nur um ein Kapitel der Medizingeschichte, sondern auch um Kunst, queeres Leben, staatliche Kontrolle und den Umgang mit gesellschaftlicher Ausgrenzung.
Formal verbindet „AIDS – In Zeiten der Liebe“ dokumentarische Interviews mit Archivmaterial und sensibel inszenierten Spielszenen. Dadurch entsteht kein nüchternes Geschichtsprotokoll, sondern eine erzählerische Annäherung an Menschen, deren Biografien heute weniger bekannt sind, als es ihre Lebensgeschichten verdienen. Die erste Folge dauert rund 33 Minuten und bildet den Auftakt zu einem dreiteiligen Bogen. Folge zwei trägt den Titel „Ach wie flüchtig, ach wie nichtig“, Folge drei heißt „Verlernte Zukunft“. Gemeinsam erzählen sie, wie aus einer Liebesgeschichte im geteilten Berlin eine Geschichte über Krankheit, Verlust, gesellschaftliche Härte und späte Erinnerung wird. Für das ZDF ist die Reihe damit ein Programmbeitrag, der persönliche Schicksale mit deutscher Zeitgeschichte verbindet.
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