
Hamburg entscheidet am Sonntag, 31. Mai 2026, über eine mögliche Bewerbung für Olympische und Paralympische Spiele. Die Briefabstimmung geht in die Schlussphase. Eine Stimmabgabe vor Ort ist am Abstimmungstag zwischen 8 und 18 Uhr möglich. Dafür stehen 178 Abstimmungsstellen bereit. Die Auszählung soll noch am Sonntagabend erfolgen, ein vorläufiges Ergebnis ist ebenfalls für den Abend vorgesehen.
Auf dem Stimmzettel geht es nicht allein um das Jahr 2036. Die Vorlage umfasst eine Bewerbung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mit Hamburg als Austragungsort für die Olympischen und Paralympischen Spiele im Jahr 2036, 2040 oder 2044. Abgestimmt wird mit Ja oder Nein, jede stimmberechtigte Person hat eine Stimme.
Teilnehmen dürfen deutsche Staatsangehörige, die am 31. Mai 2026 mindestens 16 Jahre alt sind, seit mindestens drei Monaten in Hamburg wohnen und deren Wahlrecht nicht durch ein Gerichtsurteil ausgeschlossen ist. Die Abstimmungsunterlagen wurden nach Angaben der Stadt spätestens drei Wochen vor dem Abstimmungstag verschickt. Eine gesonderte Beantragung der Briefabstimmungsunterlagen war nicht erforderlich.
Der Volksentscheid ist politisch bedeutsam, weil Hamburg damit über den weiteren Weg im deutschen Olympia-Verfahren entscheidet. Ohne Zustimmung der Bevölkerung hätte die Bewerbung der Stadt keine tragfähige Grundlage. Bei einem Ja könnte Hamburg im nationalen Auswahlprozess weiter mit Berlin, München und der Rhein-Ruhr-Region konkurrieren.
Das Hamburger Konzept stellt kompakte Spiele in den Mittelpunkt. Nach Angaben der Stadt existieren 76 Prozent der vorgesehenen Wettkampfstätten bereits, 24 Prozent sollen temporär errichtet werden. Außerdem sollen rund 100 Sportstätten modernisiert werden. Ein zentrales Argument des Senats ist, dass viele Austragungsorte nah beieinander liegen und die Spiele dadurch mit kurzen Wegen organisiert werden könnten.
Der DOSB beschreibt Hamburgs Ansatz als Konzept mit zentral gelegenen Wettkampfstätten, guter Erreichbarkeit mit öffentlichem Nahverkehr, Fahrrad oder zu Fuß sowie mit Verknüpfungen zu Sport, Mobilität, Wohnungsbau und Stadtentwicklung. In der Planung spielen unter anderem die Binnenalster, das Heiligengeistfeld und der Volkspark eine Rolle.
Der Hamburger Senat kalkuliert für Organisation und Durchführung der Spiele mit rund 4,8 Milliarden Euro, denen erwartete Einnahmen von rund 4,9 Milliarden Euro gegenüberstehen. Daraus ergibt sich in der Darstellung des Senats rechnerisch ein Überschuss von rund 100 Millionen Euro.
Zusätzlich sieht das Konzept rund 1,3 Milliarden Euro für Investitionen vor, darunter Modernisierung von Sportstätten, Barrierefreiheit, Grünflächen und Verkehrsprojekte. Kritiker der Bewerbung stellen vor allem finanzielle Risiken und mögliche Folgekosten in den Mittelpunkt.
Das Hamburger Referendum entscheidet nicht darüber, ob die Spiele tatsächlich nach Hamburg kommen. Es entscheidet zunächst darüber, ob Hamburg im deutschen Verfahren weiter eine Rolle spielen soll. Der DOSB will am 26. September 2026 entscheiden, welches Konzept in das internationale Verfahren eingebracht wird. Neben Hamburg sind Berlin, München und die Rhein-Ruhr-Region im Rennen.
International wäre anschließend das IOC entscheidend. Hamburgs Abstimmung gibt Auskunft darüber, ob die Stadtgesellschaft eine neue Bewerbung mitträgt, nachdem Hamburg bereits 2015 über Olympia abgestimmt hatte und das damalige Vorhaben nicht weiterverfolgt wurde.
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