Italo will die Deutsche Bahn angreifen: Warum der Streit um neue Schnellzüge so brisant ist

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Der italienische Hochgeschwindigkeitsanbieter Italo will ab 2028 in den deutschen Fernverkehr einsteigen und damit der Deutschen Bahn auf wichtigen ICE-Strecken Konkurrenz machen. Geplant ist ein Angebot mit neuen Hochgeschwindigkeitszügen, das vor allem stark nachgefragte Verbindungen zwischen großen Städten betreffen soll, darunter München, Köln, Berlin und Hamburg.

Beschwerde bei der Bundesnetzagentur

Der Konflikt wird inzwischen von der Bundesnetzagentur geprüft. Italo hat eine Beschwerde gegen Regelungen zur Trassenvergabe der DB InfraGO eingereicht. Dabei geht es um die Frage, ob neue Anbieter bei der Vergabe von Streckenrechten faire Chancen haben. Offiziell bestätigt ist, dass Italo eine Überprüfung von Nutzungsbedingungen beantragt hat, konkret um Vorrangregeln in den Infrastrukturnutzungsbedingungen 2027. Eine mündliche Verhandlung war für den 22. Mai 2026 in Bonn angesetzt.

Vorwurf der Abschottung bleibt ein Vorwurf

Nach Recherchen von ZDF frontal wirft Italo der Deutschen Bahn in vertraulichen Unterlagen eine Abschottung des Fernverkehrsmarktes vor. Dieser Vorwurf ist nicht als feststehende Tatsache zu behandeln. Die Deutsche Bahn beziehungsweise DB InfraGO weist diese Darstellung zurück. Unklar blieb zunächst, ob die Bundesnetzagentur Italo in wesentlichen Punkten folgen wird.

Laut Bundesnetzagentur lag der Anteil der bundeseigenen Eisenbahnverkehrsunternehmen im Schienenpersonenfernverkehr 2024 bei 93 Prozent. Wettbewerber kamen auf 7 Prozent.

Warum Trassen für Italo entscheidend sind

Für einen Markteintritt braucht Italo verlässliche Aussichten auf wirtschaftlich tragfähige Strecken. Aktuell werden Trassen im Fernverkehr über jährliche Netzfahrpläne vergeben. Langfristige Rahmenverträge könnten mehr Planungssicherheit geben, sind aber politisch und betrieblich umstritten. DB InfraGO verweist auf stark überlastete Knoten: Wettbewerb im Fernverkehr bedeute nicht zwingend mehr Züge oder bessere Angebote.

Bundesregierung will sich nicht einmischen

Die Bundesregierung verweist darauf, dass europäisches Recht eine staatliche Weisung an den Infrastrukturbetreiber nicht vorsehe. Die Entscheidung liegt damit im Regulierungsverfahren. Ob Italo ab 2028 tatsächlich mit eigenen Hochgeschwindigkeitszügen in Deutschland fährt, hängt von regulatorischen Entscheidungen, Netzkapazitäten und der wirtschaftlichen Umsetzung ab. Der Streit zwischen Italo und der Deutschen Bahn könnte zeigen, wie offen der deutsche Fernverkehr künftig für neue Anbieter ist.

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