Drohnenangriff bei St. Petersburg: Ukraine meldet Treffer auf russische Korvette

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Die Ukraine hat nach eigenen Angaben bei einem Drohnenangriff auf die russische Marinebasis Kronstadt ein Kriegsschiff der Ostseeflotte getroffen. Nach ukrainischer Darstellung handelte es sich um die Korvette Boikij. Der Angriff soll in der Nacht zum Mittwoch, 3. Juni 2026, erfolgt sein. Kronstadt liegt auf der Ostseeinsel Kotlin vor St. Petersburg und gilt als wichtiger Standort der russischen Marine.

Eine unabhängige Bestätigung für das Ausmaß der Schäden lag zunächst nicht vor. Reuters berichtete, der Ort des Angriffs und das Modell des Schiffes seien anhand veröffentlichter Aufnahmen verifiziert worden. Wie schwer die Korvette beschädigt wurde, konnte die Nachrichtenagentur demnach nicht unabhängig feststellen.

Russland bestätigt Drohnenabwehr, aber keinen Schiffstreffer

Russische Stellen meldeten am Mittwoch Drohnenangriffe und Abwehrmaßnahmen in der Region Leningrad. Nach Angaben aus Russland wurden zahlreiche ukrainische Drohnen abgefangen. Ein Treffer auf die Korvette Boikij wurde von russischer Seite zunächst nicht bestätigt.

Bestätigt ist, dass es in der Region St. Petersburg eine größere Drohnenlage gab. Der gemeldete Treffer auf das Kriegsschiff beruht zunächst auf ukrainischen Angaben und auf der Auswertung von Bildmaterial durch Medien. Das genaue Schadensbild blieb zunächst offen.

Angriff fällt mit Wirtschaftsforum in St. Petersburg zusammen

Der mutmaßliche Angriff auf die Marinebasis ereignete sich am Tag des Beginns des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg. Das Forum gilt als wichtiges politisches und wirtschaftliches Schaufenster des Kremls. Internationale Medien berichteten, dass ukrainische Drohnen zugleich auch Energieinfrastruktur im Raum St. Petersburg getroffen haben sollen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP bestätigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Angriffe auf Ziele im Raum St. Petersburg, darunter ein Ölterminal, Ziele bei Kronstadt und ein Unternehmen in der Region Tambow. Russische Behörden räumten Treffer auf Infrastruktur ein, nannten aber zunächst nur wenige Details.

Warum der Treffer militärisch relevant wäre

Die Boikij gehört zur russischen Ostseeflotte. Ein bestätigter Treffer auf ein Kriegsschiff in Kronstadt wäre für Moskau besonders heikel, weil der Standort deutlich außerhalb der unmittelbaren Frontregion liegt. Die Ukraine demonstriert mit solchen Angriffen, dass sie militärische und energiebezogene Ziele tief im russischen Hinterland erreichen kann.

Für die militärische Bewertung blieb entscheidend, ob das Schiff nur oberflächlich beschädigt wurde oder länger ausfällt. Diese Frage war zunächst offen. Auch mögliche Auswirkungen auf die Einsatzfähigkeit der russischen Ostseeflotte ließen sich am Mittwoch noch nicht belastbar bewerten.

Drohnenkrieg erreicht immer größere Distanz

Der Vorfall reiht sich in eine Phase ein, in der beide Kriegsparteien verstärkt auf Angriffe mit Drohnen und Raketen setzen. Die Ukraine greift wiederholt russische Energieanlagen, Rüstungsbetriebe und militärische Einrichtungen an. Russland wiederum setzt seine Angriffe auf ukrainische Städte, Energieinfrastruktur und militärische Ziele fort.

Kronstadt liegt nicht am Schwarzen Meer, sondern im Raum St. Petersburg. Damit rückt ein Schiff der russischen Ostseeflotte in den Mittelpunkt eines der größten ukrainischen Angriffe auf russisches Territorium in diesem Jahr.

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