
Die Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema geht in die entscheidende Runde. Nach dem ersten Wahlgang liegt Stefan Hartung von den Freien Sachsen vorn. Er kam nach dem endgültigen Wahlergebnis auf 2.705 Stimmen und damit auf rund 29 Prozent. Damit setzte er sich nicht nur gegen den AfD-Kandidaten Lars Bochmann durch, sondern ließ auch den CDU-Bewerber Marcus Hoffmann zunächst hinter sich.
Eine Entscheidung fiel dennoch nicht. Für den Wahlsieg wäre im ersten Wahlgang eine absolute Mehrheit nötig gewesen. Diese erreichte keiner der fünf Bewerber. Deshalb kommt es am 7. Juni zum zweiten Wahlgang. Dann treten Stefan Hartung und Marcus Hoffmann gegeneinander an.
Die Reihenfolge nach dem ersten Wahlgang ist politisch bemerkenswert. Hartung erhielt 2.705 Stimmen. Marcus Hoffmann von der CDU kam auf 2.200 Stimmen. Danny Weber von der Freien Wählervereinigung Aue erreichte 2.093 Stimmen. AfD-Kandidat Lars Bochmann lag mit 1.726 Stimmen dahinter. Tony Neuß von der Linken erhielt 594 Stimmen.
Damit endete der erste Wahlgang ohne Sieger, aber mit einer klaren Ausgangslage für die Stichentscheidung. Die Oberbürgermeisterwahl Aue-Bad Schlema wird nun zwischen einem CDU-Kandidaten und einem Bewerber der Freien Sachsen entschieden. Die übrigen Kandidaten treten im zweiten Wahlgang nicht erneut an.
Der zweite Wahlgang findet am Sonntag, 7. Juni, statt. Wahlberechtigte können erneut abstimmen, weil im ersten Wahlgang niemand die erforderliche Mehrheit erreicht hat. Die Stadt hatte für den zweiten Wahlgang auch Briefwahlunterlagen vorgesehen. Wer bereits für den ersten Wahlgang Briefwahl beantragt hatte, sollte die Unterlagen für den zweiten Wahlgang automatisch erhalten.
Für Aue-Bad Schlema geht es um die Nachfolge von Heinrich Kohl. Der CDU-Politiker trat nicht erneut an. Kohl war seit 1999 Bürgermeister der früheren Stadt Aue und später Oberbürgermeister der neu gebildeten Stadt Aue-Bad Schlema.
Die Kandidatur Hartungs erhält über die Stadtgrenzen hinaus Aufmerksamkeit, weil die Freien Sachsen vom Verfassungsschutz dem rechtsextremistischen Spektrum zugeordnet werden. Der sächsische Verfassungsschutz beschreibt die Partei als organisierte Gruppierung von Neonationalsozialisten, Funktionären der Partei Die Heimat und weiteren Szeneangehörigen oder Sympathisanten.
Damit steht der zweite Wahlgang nicht nur für eine kommunale Personalentscheidung. Er gilt auch als Gradmesser dafür, wie stark Gruppierungen rechts der AfD auf lokaler Ebene mobilisieren können. Bereits im ersten Wahlgang zeigte sich, dass Hartung in Aue-Bad Schlema mehr Stimmen erhielt als der AfD-Bewerber.
Marcus Hoffmann startet aus der Position des Zweitplatzierten in den zweiten Wahlgang. Sein Rückstand auf Hartung lag im ersten Wahlgang bei 505 Stimmen. Entscheidend dürfte nun sein, wie sich die Stimmen der ausgeschiedenen Bewerber verteilen und wie hoch die Wahlbeteiligung ausfällt.
Offiziell bestätigt war zunächst nur das Ergebnis des ersten Wahlgangs und die Paarung für den zweiten Wahlgang. Ob sich daraus eine klare Mehrheit für einen der beiden verbliebenen Kandidaten ergibt, entscheidet sich erst nach der erneuten Abstimmung.
Aue-Bad Schlema ist eine Große Kreisstadt im Erzgebirgskreis. Der Ausgang der Wahl betrifft zunächst die kommunale Verwaltung und die künftige Leitung des Rathauses. Überregional relevant ist der Fall, weil ein Kandidat der Freien Sachsen im ersten Wahlgang vor CDU, Freien Wählern und AfD lag.
Das Ergebnis zeigt, dass die politische Konkurrenz im rechten Spektrum in Sachsen nicht allein zwischen etablierten Parteien verläuft. In Aue-Bad Schlema konnte ein Bewerber der Freien Sachsen die AfD im ersten Wahlgang klar übertreffen. Die Entscheidung über das Amt fällt jedoch erst im zweiten Wahlgang.
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