
Senden. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer der ARD-Doku über das letzte Album der Toten Hosen dürften sich an einer Stelle dieselbe Frage stellen: Wo genau liegt eigentlich dieses Studio im Münsterland, das im Film immer wieder zu sehen ist? Die Antwort führt nach Senden-Ottmarsbocholt. Dort, etwas außerhalb des Ortes, befinden sich die Principal-Studios. In dieser ländlichen Umgebung entstand ein wesentlicher Teil von „Trink aus! Wir müssen gehen“, dem letzten regulären Studioalbum der Düsseldorfer Band.
Die Dokumentation „Die Toten Hosen – Das letzte Album“ begleitet die Band während der Arbeit an einem besonderen Kapitel ihrer Geschichte. Der Film zeigt Campino, Andi, Breiti, Kuddel und Vom nicht nur als Musiker im Aufnahmeprozess. Auffällig ist auch die Umgebung, in der viele Szenen spielen. Statt großer Musikmetropole sind ländliche Wege, ein abgelegener Studiokomplex und konzentrierte Arbeit abseits des üblichen Bühnenbetriebs zu sehen. Gerade dieser Kontrast macht den Münsterland-Bezug so interessant.
Die Studioszenen entstanden in den Principal-Studios bei Senden-Ottmarsbocholt. Das Studio befindet sich auf einem umgebauten Bauernhof und ist in der Musikbranche seit Jahren bekannt. Dort wurden bereits Produktionen von Künstlern und Bands wie Unheilig, In Extremo, Michael Patrick Kelly, H-Blockx und den Donots umgesetzt. Für die Doku wird der Ort nun auch für ein breiteres Publikum sichtbar. Wer die Bilder aus dem Film sieht, blickt also nicht auf irgendein anonymes Studio, sondern auf einen Musikstandort im Kreis Coesfeld.
Der besondere Reiz liegt darin, dass die Doku den Entstehungsprozess nicht nur über Gespräche und Musik erzählt. Sie zeigt auch die Atmosphäre des Ortes. Die Band arbeitet zurückgezogen, probiert aus, verwirft Ideen und nähert sich einem Album, das als letztes reguläres Studioalbum angekündigt ist. Das Münsterland wird dadurch nicht bloß Kulisse, sondern Teil der Erzählung. Der Film vermittelt den Eindruck eines Arbeitsortes, an dem Abstand zum Alltag der Band möglich war und zugleich ein Stück deutscher Rockgeschichte entstand.
Das Album „Trink aus! Wir müssen gehen“ erschien Ende Mai 2026 und erreichte direkt Platz eins der Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für die Toten Hosen ist es ein besonderer Einschnitt, weil die Band damit ihr letztes reguläres Studioalbum vorlegt. Die ARD-Doku ordnet diesen Prozess als finales Studio-Kapitel ein und zeigt, wie intensiv die Arbeit an den neuen Liedern war. Für das Münsterland bleibt vor allem eine bemerkenswerte Verbindung: Einer der wichtigsten deutschen Rock-Abschlüsse der vergangenen Jahre entstand bei Senden.
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