Starmer tritt zurück: Burnham greift nach der Labour-Spitze

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Großbritannien steht vor einem Wechsel an der Regierungsspitze. Premierminister Keir Starmer hat am Montag, dem 22. Juni 2026, seinen Rücktritt als Vorsitzender der Labour-Partei angekündigt. Vorausgegangen war ein wachsender parteiinterner Druck, der sich nach dem Sieg von Andy Burnham bei der Nachwahl im Wahlkreis Makerfield weiter verschärft hatte. Burnham, Bürgermeister von Greater Manchester, gilt nun als aussichtsreichster Anwärter auf die Nachfolge. Ein endgültiger Führungswechsel steht allerdings erst fest, wenn Labour seinen internen Wahlprozess abgeschlossen hat.

Burnhams klarer Sieg in Makerfield

Andy Burnham ist zurück im britischen Parlament. Der Bürgermeister von Greater Manchester gewann die Nachwahl im Wahlkreis Makerfield in Nordwestengland klar und setzte sich gegen Rob Kenyon von Reform UK durch. Nach dem offiziellen Ergebnis erhielt Burnham 24.927 Stimmen, Kenyon kam auf 15.696 Stimmen. Auf Platz drei lag Rebecca Lee Shepherd von Restore Britain mit 3.111 Stimmen, die Konservativen blieben mit 997 Stimmen deutlich zurück. Burnhams Mehrheit lag bei 9.231 Stimmen, die Wahlbeteiligung bei 58,7 Prozent. Damit zieht Burnham als Abgeordneter der Labour and Co-operative Party ins Unterhaus ein.

Was der Rücktritt von Starmer bedeutet

Starmer kündigte seinen Rückzug an, nachdem der Druck in der Partei nach Niederlagen bei Kommunalwahlen, dem Rücktritt einzelner Regierungsmitglieder und Kritik aus dem Kabinett gewachsen war. Nach eigenen Angaben informierte er König Charles III. über seine Entscheidung und will als geschäftsführender Premierminister im Amt bleiben, bis ein neuer Parteivorsitzender gewählt ist. Burnham bestätigte kurz nach Starmers Ankündigung, dass er für die Nachfolge antreten will, und gilt als klarer Favorit.

Für den weiteren Ablauf nannte Starmer einen Zeitplan: Die Nominierungen für den Parteivorsitz sollen am 9. Juli beginnen und mit dem Start der Sommerpause des Parlaments am 16. Juli enden. Kommt es zu einer Kampfabstimmung mehrerer Bewerber, soll bis zum 1. September ein neuer Vorsitzender feststehen. Erst mit Abschluss dieses Verfahrens wäre auch die Frage des künftigen Regierungschefs geklärt.

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Burnham wird zum Faktor in Westminster

Burnham war bereits vor seiner Zeit als Bürgermeister von Greater Manchester ein erfahrener nationaler Politiker. Er saß früher im Unterhaus, war Minister und kandidierte in der Vergangenheit bereits für den Labour-Vorsitz. Als Bürgermeister baute er sich anschließend ein eigenständiges Profil im Norden Englands auf. Mit dem Sieg in Makerfield verbindet sich diese regionale Stärke nun wieder mit einem Mandat in Westminster. Nur Abgeordnete können nach den Labour-Regeln Parteivorsitzende werden, weshalb seine Rückkehr ins Unterhaus die formale Grundlage für eine Kandidatur schafft.

So funktionieren die Labour-Regeln

Die Regeln der Labour-Partei unterscheiden zwischen zwei Situationen. Wird ein amtierender Vorsitzender herausgefordert, ohne dass der Posten frei ist, braucht ein Herausforderer die Unterstützung von 20 Prozent der Labour-Abgeordneten im Unterhaus. Nach der derzeitigen Fraktionsgröße entspricht das rund 81 Abgeordneten. Ist der Posten dagegen vakant, benötigen Bewerber ebenfalls die Unterstützung eines Fünftels der Fraktion, hinzu kommen je nach Verfahren weitere Nominierungen aus Parteigliederungen oder angeschlossenen Organisationen. Die genauen Termine und Einzelheiten legt das zuständige Parteigremium fest.

Kein Regierungswechsel per Volkswahl

Für Leserinnen und Leser in Deutschland ist eine Einordnung wichtig: Die Wahl des Labour-Vorsitzenden ist keine direkte Wahl des Premierministers durch die Bevölkerung. In Großbritannien wird der Regierungschef in der Regel von der Partei gestellt, die im Unterhaus die Mehrheit hat. Wechselt die Regierungspartei ihren Vorsitzenden, kann dieser auch das Amt des Premierministers übernehmen, sofern er die Mehrheit im Unterhaus hinter sich hat. Ein solcher Wechsel löst nicht automatisch eine Neuwahl des Parlaments aus.

Was jetzt offen ist

Trotz der klaren Ausgangslage ist der Führungswechsel noch nicht abgeschlossen. Entscheidend sind nun, ob neben Burnham weitere Bewerber antreten, wie groß seine Unterstützung in der Fraktion ausfällt und wie die Partei den Zeitplan im Detail umsetzt. Der Sieg in Makerfield und Starmers Rückzug haben Burnham in eine starke Position gebracht. Ob daraus tatsächlich der Wechsel an Partei- und Regierungsspitze wird, hängt vom weiteren Verlauf des innerparteilichen Verfahrens ab.

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