
Münster. Bei SBA Communications steht weiter die langfristige Vereinbarung mit Verizon im Mittelpunkt. Damit prägt der SBA Communications Verizon-Vertrag das Bild des Tower-REIT. Das Unternehmen hatte im November eine neue langfristige Master-Lease-Vereinbarung mit Verizon gemeldet. SBA-Chef Brendan Cavanagh sprach dabei von einer Partnerschaft über das nächste Jahrzehnt, um den Ausbau nächster Mobilfunkdienste über das SBA-Portfolio zu unterstützen.
Verizon beschrieb die Vereinbarung als langfristigen Tower-Deal, der Kostensicherheit, mehr Flexibilität im Netzportfolio und den weiteren Ausbau von 4G- und 5G-Diensten unterstützen soll. Ein konkreter Vertragswert, die genaue Zahl der betroffenen Standorte oder einzelne Mindestabnahmen wurden in den offiziellen Mitteilungen zunächst nicht veröffentlicht. Unklar blieb zunächst, ob die Vereinbarung einzelne bestehende Mietverträge ersetzt, verlängert oder vor allem neue Rahmenbedingungen für mehrere Standorte schafft.
Für das erste Quartal 2026 meldete SBA Communications einen Nettogewinn von 184,8 Millionen Dollar beziehungsweise 1,74 Dollar je Aktie. Der AFFO je Aktie lag bei 3,03 Dollar, die konzernweite Tower-Cash-Flow-Marge bei rund 80 Prozent. Zugleich hob das Unternehmen den Ausblick für 2026 bei allen wichtigen Kennzahlen an.
Die Standortvermietung bleibt das Kerngeschäft. Die Site-Leasing-Umsätze stiegen im ersten Quartal auf 656,1 Millionen Dollar nach 616,2 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Im US-Geschäft war die Entwicklung schwächer: Die inländischen Site-Leasing-Umsätze sanken auf 450,3 Millionen Dollar nach 461,0 Millionen Dollar. International legte SBA dagegen deutlich zu.
Der Verizon-Vertrag wird von SBA als wichtiger strategischer Schritt eingeordnet. Aus Sicht des Unternehmens schafft er Sichtbarkeit für die Belegung der Türme und für den weiteren Ausbau von 4G- und 5G-Standorten. Für Verizon dient er der Kostensicherheit und der Flexibilität bei zukünftigen Netzentscheidungen.
Für das eigene operative Geschäft verweist SBA auf eine breite Mieterbasis aus US-Carriern, denen langfristige Standortverträge eine planbare Grundlage geben. Die Verizon-Vereinbarung wird in den Quartalsberichten als zusätzlicher Baustein dieser Strategie geführt.
SBA Communications erklärte für das zweite Quartal eine Dividende von 1,25 Dollar je Class-A-Aktie. Die Auszahlung war für den 17. Juni 2026 vorgesehen, Stichtag war der 22. Mai 2026. Im ersten Quartal zahlte SBA bereits 135,2 Millionen Dollar an Dividenden aus.
Das Unternehmen betonte zugleich, die erklärte Dividende entspreche etwa 41 Prozent des AFFO im Ausblick 2026. Künftige Ausschüttungen bleiben aber vom Verwaltungsrat abhängig. SBA verwies dabei ausdrücklich auf Kapitalbedarf, Marktbedingungen und die eigene Kapitalallokation.
Eine direkte Kurswirkung des Verizon-Vertrags lässt sich aus den offiziellen Mitteilungen nicht isolieren. Reuters berichtete im November, SBA habe im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen und den Jahresumsatzausblick angehoben; der Verizon-Deal war in der damaligen Unternehmensmitteilung einer der genannten Punkte.
Für zusätzlichen Kursausschlag sorgte später ein anderer Faktor: Reuters berichtete am 2. April unter Berufung auf Bloomberg, SBA prüfe nach vorläufigem Übernahmeinteresse Optionen einschließlich eines möglichen Verkaufs. Die Aktie stieg laut Reuters im Nachmittagshandel um 14 Prozent. Eine unabhängige Bestätigung für einen konkreten Verkaufsprozess oder einen Abschluss lag zunächst nicht vor.
SBA besaß oder betrieb Ende März 2026 insgesamt 46.358 Kommunikationsstandorte. Davon lagen 17.378 in den USA und ihren Territorien, 28.980 international. Im ersten Quartal baute das Unternehmen 80 Türme und erwarb zehn Standorte sowie Landrechte unter rund 3.900 Standorten in Guatemala.
Im Ausblick für 2026 rechnet SBA mit Site-Leasing-Umsätzen von 2,649 bis 2,674 Milliarden Dollar und Gesamtumsätzen von 2,839 bis 2,884 Milliarden Dollar. Belastend bleiben unter anderem erwartete Rückgänge durch Sprint-Konsolidierung, EchoStar-Churn und reguläre Kündigungen.
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