
Münster. Der Rat der Stadt Münster hat die Fortschreibung des Einzelhandels- und Zentrenkonzepts beschlossen. Damit werden unter anderem zwei neue Stadtteilzentren vorbereitet: eines im geplanten Neubaugebiet Hiltrup-Ost und eines im Bereich der Austermannstraße. Dort sollen künftig Einkaufsmöglichkeiten entstehen, die die Nahversorgung in den neuen Quartieren sichern und kurze Wege im Alltag ermöglichen.
Das Einzelhandels- und Zentrenkonzept Münster wurde erstmals 2004 erstellt. Es soll die Einkaufsstraßen in der Innenstadt und die Zentren in den Stadtteilen stärken. Zugleich dient es als Grundlage dafür, Einzelhandel räumlich zu steuern und Ansiedlungen an weniger geeigneten Standorten zu begrenzen. Verbindlich wird diese Steuerung über darauf aufbauende Bebauungspläne.
Einzelhandel hat dabei eine wichtige Funktion für lebendige Zentren. Geschäfte ziehen Menschen an und ergänzen Angebote aus Gastronomie, Dienstleistungen, Kultur und Begegnung. Das Konzept benennt 32 zentrale Versorgungsbereiche, darunter die Innenstadt, Stadtbereichszentren wie die Marktallee in Hiltrup, Stadtteilzentren wie Wolbeck-Mitte und Nahversorgungszentren wie in der Aaseestadt.
Mit dem Ratsbeschluss rücken zwei neue Standorte in den Fokus. In Hiltrup-Ost und im Bereich der Austermannstraße sind neue Wohngebiete geplant. Die Stadt will dort frühzeitig passende Einkaufsmöglichkeiten mitdenken, damit die künftigen Bewohner Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs möglichst wohnortnah erreichen können.
Ergänzend zu den zentralen Versorgungsbereichen gibt es in Münster 29 Nahversorgungslagen mit mindestens einem Lebensmittelsupermarkt. Auch die 13 Wochenmärkte im Stadtgebiet gehören zur Versorgungsstruktur. Ziel ist, dass möglichst viele Menschen ihre Einkäufe zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen können.
Die neue Fortschreibung des Konzepts basiert auf Daten, die seit 2024 in einem Beteiligungsprozess erhoben wurden. Demnach ist die Zahl der Einzelhandelsbetriebe in Münster zwischen 2015 und 2024 von 1.955 auf 1.613 gesunken. Das entspricht einem Rückgang von 17,5 Prozent. Die Gesamtverkaufsfläche sank im selben Zeitraum von 644.500 auf 590.700 Quadratmeter, also um 8,3 Prozent.
Als ein wesentlicher Grund gilt der zunehmende Online-Handel. Dennoch liegt Münster bei der Verkaufsfläche pro Einwohner weiterhin über dem Bundesdurchschnitt. In Münster stehen 1,84 Quadratmeter Verkaufsfläche pro Kopf zur Verfügung, deutschlandweit sind es 1,51 Quadratmeter.
Die Daten zeigen außerdem, dass sich der Einzelhandel in Münster stärker auf die vorgesehenen Zentren konzentriert. 2024 lagen 67 Prozent der Betriebe innerhalb zentraler Versorgungsbereiche. 2015 waren es 65 Prozent. Auch bei der Verkaufsfläche stieg der Anteil leicht von 52 auf 54 Prozent.
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