
Münster bleibt in der Wahrnehmung vieler Bürger eine lebenswerte und fahrradfreundliche Stadt. Das zeigt die repräsentative Münsterumfrage 2025, deren Ergebnisse die Stadtverwaltung dem Rat am Mittwoch, 1. Juli 2026, vorgelegt hat. Die Befragung behandelt das Stadtprofil, Gesundheit, Ehrenamt sowie Leben und Wohnen in Münster. Besonders auffällig ist der Vergleich mit dem Jahr 2007: Die Stadt wird heute deutlich häufiger mit positiven Eigenschaften wie „schön“ oder „lebenswert“ verbunden, während die historische Altstadt als spontane Assoziation an Bedeutung verloren hat.
Bei der offenen Frage, welche Begriffe den Befragten spontan zu Münster einfallen, entfielen 19 Prozent der Nennungen auf positive Eigenschaften. 2007 lag dieser Wert noch bei 9,3 Prozent. Damit hat sich die Wahrnehmung der Stadt deutlich verschoben. Münster wird nicht mehr nur über Geschichte, Altstadt und Tradition beschrieben, sondern stärker über Lebensqualität und Alltagserfahrung. Der Begriff „Fahrradstadt“ bleibt mit 14,8 Prozent weiterhin ein prägendes Merkmal. Die historische Altstadt kommt dagegen nur noch auf 11,3 Prozent, nach 24,3 Prozent im Jahr 2007.
Münster wird laut Umfrage weiterhin vor allem als „lebendig“, „weltoffen“, „tolerant“, „gemütlich“ und „gepflegt“ wahrgenommen. Besonders die Begriffe „weltoffen“ und „tolerant“ haben gegenüber 2007 an Zustimmung gewonnen. Andere Zuschreibungen wie „gemütlich“ und „traditionsverbunden“ spielen dagegen eine geringere Rolle. Das Stadtbild wirkt in der Wahrnehmung vieler Einwohner damit moderner und offener als noch vor knapp 20 Jahren.
Auch beim Thema Gesundheit liefert die Münsterumfrage deutliche Ergebnisse. 74 Prozent der Befragten schätzen ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein. 23,6 Prozent bewerten ihn als mittelmäßig bis sehr schlecht. Unterschiede zeigen sich vor allem nach Alter und Einkommen. Bei den 18- bis 29-Jährigen liegt der Anteil mit mittelmäßigem bis sehr schlechtem Gesundheitszustand bei 9,8 Prozent, bei den über 80-Jährigen bei 58 Prozent. Unterhalb des Einkommensmedians von 2.700 Euro netto im Monat fällt die Bewertung schlechter aus als bei höheren Einkommen.
Das Wohnumfeld in Münster wird insgesamt positiv bewertet. Besonders Naturräume sowie die Versorgung im Alltag durch Geschäfte, Cafés und Restaurants schneiden gut ab. Schwächer fallen dagegen die Bewertungen für kostenloses Trinkwasser und kühle Räume aus. Gerade mit Blick auf heiße Sommer zeigt die Umfrage damit, wo die Stadt nachbessern kann.
Rund 41 Prozent der Befragten engagieren sich ehrenamtlich. Damit liegt Münster über dem Bundesdurchschnitt von 36,7 Prozent. Besonders aktiv ist die Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen mit 44,2 Prozent. Bei den 30- bis 39-Jährigen ist der Anteil mit 35,6 Prozent am niedrigsten. Gleichzeitig zeigt sich ein großes Potenzial: Mehr als 90 Prozent der derzeit nicht Engagierten wären grundsätzlich oder eher bereit, ein Ehrenamt zu übernehmen. Wichtig sind dabei vor allem flexible Zeiteinteilung sowie Wertschätzung und Anerkennung.
Beim Wohnen zeigt die Umfrage die angespannte Lage in Münster. 57 Prozent der Befragten leben in Mietwohnungen, weitere 3,5 Prozent in einem gemieteten Haus. Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt bei 10,90 Euro pro Quadratmeter, die Gesamtmiete bei 13,80 Euro pro Quadratmeter. Für viele ist das eine spürbare Belastung: 49 Prozent der Mieter geben an, eine Mieterhöhung von 15 Prozent nicht problemlos tragen zu können. Diese finanzielle Belastung wirkt sich auch auf die Lebenszufriedenheit aus.
Für die Münsterumfrage 2025 wurden 10.852 Personen zufällig aus dem Melderegister ausgewählt. Teilnahmeberechtigt waren Bürger ab 18 Jahren mit Hauptwohnsitz in Münster. Zwischen dem 25. Oktober und 12. Dezember 2025 schickten 4.214 Personen einen ausgefüllten Fragebogen zurück, online oder per Post. Die Rücklaufquote lag bei 40 Prozent.
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