Meta-Aktie springt trotz scharfer EU-DSA-Vorwürfe

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Meta-Aktie hat am Freitag trotz neuer Vorwürfe der Europäischen Kommission deutlich zugelegt. Zeitweise stieg der Kurs um rund 6,2 Prozent auf etwa 671 Dollar. Im weiteren Handelsverlauf notierten die Papiere etwas niedriger bei rund 665 Dollar, nachdem sie in der Spitze sogar 677,57 Dollar erreicht hatten. Der Börsenwert des Facebook- und Instagram-Konzerns lag damit bei rund 1,7 Billionen Dollar. Die weiterhin robuste Entwicklung des Werbegeschäfts überlagern vorerst die regulatorischen Risiken.

EU kritisiert endloses Scrollen und Autoplay

Die Europäische Kommission kam am 10. Juli 2026 vorläufig zu dem Ergebnis, dass das Design von Facebook und Instagram gegen den Digital Services Act verstoßen könnte. Im Mittelpunkt stehen Funktionen wie das endlose Scrollen, automatisch startende Videos, Push-Mitteilungen und stark personalisierte Empfehlungssysteme. Diese Mechanismen könnten Nutzer dazu verleiten, länger als beabsichtigt auf den Plattformen zu bleiben.

Nach Einschätzung der Kommission hat Meta die möglichen Auswirkungen auf die körperliche und psychische Gesundheit nicht ausreichend bewertet. Dies betreffe insbesondere Minderjährige und andere gefährdete Nutzergruppen. Reels, Stories und algorithmisch zusammengestellte Inhalte könnten zu einer übermäßigen oder zwanghaften Nutzung beitragen. Auch die bisherigen Schutzmaßnahmen überzeugten die Behörde nicht. Zeitlimits könnten leicht weggeklickt werden.

Untersuchung seit Mai 2024 – Meta widerspricht

Die Untersuchung war im Mai 2024 eingeleitet worden. Die jetzt veröffentlichten Feststellungen stellen noch keine endgültige Entscheidung dar. Meta erhält zunächst Gelegenheit, die Akten einzusehen und zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Meta widersprach der vorläufigen Bewertung. Der Konzern erklärte, die Kommission berücksichtige nicht ausreichend, welche Schutzmaßnahmen bereits eingeführt worden seien, etwa Teen-Konten mit strengeren Standardeinstellungen.

Bei Verstoß drohen Milliardenstrafen

Werden die Vorwürfe bestätigt, drohen Meta empfindliche Sanktionen. Der Digital Services Act sieht bei schweren Verstößen Geldbußen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes vor. Bezogen auf den Meta-Umsatz aus 2025 könnte dies rund zehn Milliarden Dollar entsprechen. Bei wiederholten Verstößen könnte die Kommission auch tiefergehende Eingriffe in die Produktgestaltung anordnen.

Kursanstieg trotz Regulierungssorgen

Trotz der neuen Vorwürfe konzentrieren sich viele Anleger derzeit auf die anstehenden Quartalszahlen. Für das zweite Quartal 2026 werden weiter starke Erlöse aus dem Werbegeschäft erwartet. Reels, KI-gestützte Empfehlungen und die Öffnung neuer Werbeflächen auf WhatsApp und Threads sollen den Umsatz weiter treiben. Zusätzlich profitiert Meta von Fortschritten bei künstlicher Intelligenz. Sowohl Modelle für Werbetreibende als auch KI-Assistenten in Instagram und WhatsApp werden zunehmend als Wachstumstreiber wahrgenommen.

Reality Labs bleibt Milliardenbelastung

Neben den KI-Ausgaben bleibt Reality Labs ein wesentlicher Kostenfaktor. In dieser Sparte bündelt Meta seine Aktivitäten rund um virtuelle Realität, Augmented Reality, Quest-Headsets und intelligente Brillen. Im ersten Quartal erzielte Reality Labs lediglich 402 Millionen Dollar Umsatz und verbuchte einen operativen Verlust von 4,03 Milliarden Dollar. Meta rechnet damit, dass die operativen Verluste der Sparte 2026 ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres bleiben.

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