Rheinmetall-Aktie fällt unter 1.000 Euro: Das belastet

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Rheinmetall-Aktie setzt ihre jüngste Talfahrt fort. Am Freitag verlor der DAX-Titel zeitweise knapp drei Prozent und fiel bis auf rund 984 Euro. Damit unterschritt der Kurs erneut die psychologisch wichtige Schwelle von 1.000 Euro. Es war bereits der dritte Handelstag mit Verlusten in Folge. Neben einer Analystenabstufung belastete vor allem die zunehmende Verschiebung der NATO-Beschaffungsprioritäten den Kurs.

NATO-Beschaffungsprioritäten verschieben sich

Der jüngste NATO-Gipfel in Ankara zeigte, dass zusätzliches Geld nicht mehr automatisch vor allem in Panzer, Schützenpanzer und andere schwere Landsysteme fließt. Luftverteidigung, Drohnenabwehr, weitreichende Raketen, Aufklärung und vernetzte Systeme gewinnen deutlich an Gewicht.

Analystenabstufung verstärkt den Kursdruck

Den unmittelbaren Auslöser für die jüngste Schwäche lieferte MWB Research. Analyst Jens-Peter Rieck stufte Rheinmetall von Kaufen auf Halten ab und senkte das Kursziel von 1.400 auf 1.150 Euro. Nach seiner Einschätzung bestätigte der NATO-Gipfel eine strukturelle Verschiebung innerhalb der Verteidigungshaushalte. Andere Analysehäuser bewerten die langfristigen Aussichten weiterhin deutlich positiver. Berenberg und UBS führten die Aktie zuletzt mit einem Kaufvotum und Kurszielen von jeweils 1.600 Euro.

Zusätzliche Unsicherheit entstand durch das Aus für das deutsche Fregattenprogramm F126. Rheinmetall prüft nach eigenen Angaben noch die Folgen. Ohne ausgleichende Maßnahmen könnte die Entscheidung den Umsatz 2026 mit bis zu 300 Millionen Euro belasten. Eine ausführlichere Einordnung soll mit den Quartalszahlen am 6. August folgen.

NATO investiert stärker in Drohnen und Luftverteidigung

Beim NATO-Gipfel wurden Beschaffungs- und Industrievereinbarungen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 50 Milliarden Euro angekündigt. Besonders auffällig ist die Initiative Drone Edge: Die Mitgliedstaaten wollen innerhalb von fünf Jahren mehr als 40 Milliarden Dollar in Drohnenabwehr und unbemannte Systeme investieren. Von dieser Entwicklung profitieren auch Wettbewerber und Partner Rheinmetalls. Diehl Defence hat sich mit dem Flugabwehrsystem IRIS-T SLM stark positioniert.

Panzer, Munition und Panther KF51 bleiben Kernbereiche

Der Leopard 2 wird zwar von KNDS entwickelt und produziert, Rheinmetall liefert jedoch unter anderem die Hauptbewaffnung, Feuerleittechnik, Sensoren und die passende 120-Millimeter-Munition. Für die tschechischen Leopard-2A4-Panzer erhielt Rheinmetall beispielsweise einen siebenjährigen Servicevertrag mit einem möglichen Volumen von bis zu 250 Millionen Euro.

Mit dem Panther KF51 verfolgt der Konzern unter Vorstandschef Armin Papperger zudem ein eigenes Kampfpanzerkonzept. Ungarn finanzierte die Weiterentwicklung bis zur Produktionsreife mit einem Auftrag über rund 288 Millionen Euro. Ein Demonstrator soll gebaut und qualifiziert werden. Papperger führt Rheinmetall seit Anfang 2013 und baute insbesondere das Munitionsgeschäft aus.

Halbjahreszahlen werden zum nächsten wichtigen Termin

Vollständige Halbjahreszahlen für 2026 liegen noch nicht vor. Rheinmetall will die Ergebnisse für das zweite Quartal und das erste Halbjahr am 6. August veröffentlichen. In einer Investoreninformation Anfang Juli erklärte das Management, im zweiten Quartal weiterhin ein starkes Wachstum zu erwarten. Für das gesamte erste Halbjahr stellte der Konzern ein Umsatzplus von etwa 35 bis 40 Prozent in Aussicht. Bislang gilt für das Gesamtjahr die Prognose eines Umsatzwachstums von 40 bis 45 Prozent. Die operative Marge soll rund 19 Prozent erreichen.

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