
Ein Mord im Hafen, eine verschwundene Zeugin und die dunkle Seite des internationalen Diamantenhandels: Das Erste zeigt am heutigen Samstag, 11. Juli 2026, den Politthriller Blutspur Antwerpen. Marie-Lou Sellem und Miguel Francisco ermitteln als belgisches Kommissar-Duo in einem Fall, der von der Modewelt der flämischen Hafenstadt bis zu den Diamantenminen im Kongo führt. Der Fernsehfilm verbindet einen klassischen Mordfall mit Menschenrechtsverletzungen, wirtschaftlichen Interessen und der belgischen Kolonialgeschichte. Der deutsche Originaltitel lautet ebenfalls Blutspur Antwerpen, international wird die Produktion unter dem Titel Trail of Blood Antwerp geführt. Nach der Erstausstrahlung im März 2025 ist der Film heute erneut zur besten Sendezeit zu sehen.
Blutspur Antwerpen läuft am Samstag, 11. Juli 2026, von 20:15 bis 21:45 Uhr im Ersten. In der Nacht zum Sonntag ist eine weitere Ausstrahlung von 1:15 bis 2:48 Uhr vorgesehen. Die eigentliche Filmlänge beträgt 89 Minuten. Es handelt sich um eine deutsche Produktion der Constantin Television aus dem Produktionsjahr 2024. Die erste lineare Ausstrahlung erfolgte am Samstag, 22. März 2025, um 20:15 Uhr im Ersten. Bereits ab dem 20. März 2025 war der Krimi vorab online verfügbar. Zur aktuellen Wiederholung steht der Film erneut kostenlos in der ARD-Mediathek bereit. Nach Angaben der ARD bleibt das Video dort bis zum 12. Juli 2027 um 1:14 Uhr abrufbar. Untertitel und Audiodeskription werden angeboten, die Altersfreigabe liegt bei zwölf Jahren.
Vor dem futuristischen Havenhuis im Antwerpener Hafen wird das aus dem Kongo stammende Fotomodell Jean-Baptiste Kalemba beim Joggen erschossen. Der vermummte Täter nähert sich auf einem Fahrrad, feuert gezielt und kann unerkannt entkommen. Kommissarin Louma Shapiro und ihr Kollege Pierre Didier erkennen schnell, dass sie es offenbar mit einem professionell vorbereiteten Anschlag zu tun haben. Dennoch passt das Opfer nicht zum Tatbild. Jean-Baptiste war gerade dabei, in der Modebranche Fuß zu fassen, hatte scheinbar keine gefährlichen Feinde und trug beim Joggen den Kapuzenpullover seiner Halbschwester Kisha. Damit entsteht der Verdacht, dass der Schütze die Geschwister verwechselt hat und in Wahrheit Kisha töten sollte. Die junge Frau ist erst wenige Tage zuvor aus dem Kongo nach Belgien gekommen. Kurz nach dem Mord verschwindet sie spurlos und entzieht sich auch dem Zugriff der Polizei.
Die Ermittler erfahren, dass Kisha im Kongo auf einer Terrorliste der Regierung steht. Menschenrechtsaktivisten der Organisation African Witness erklären jedoch, dass sie keine Terroristin, sondern eine wichtige Zeugin sei. Kisha hatte mehrere Jahre in Kinshasa für einen einflussreichen Antwerpener Diamantenhändler gearbeitet. Dabei sammelte sie Dokumente über Kinderarbeit, tödliche Arbeitsbedingungen und die brutale Ausbeutung der Beschäftigten in kongolesischen Minen. Mit ihren Unterlagen will sie in Den Haag aussagen und die Verbindungen zwischen den Minen, korrupten Verantwortlichen und europäischen Profiteuren offenlegen. Gleichzeitig taucht in Antwerpen ein außergewöhnlich großer und wertvoller Diamant auf. Er könnte sowohl zu Kisha als auch zu ihren Verfolgern führen. Für Louma und Pierre wird immer unklarer, wem sie vertrauen können: Kisha flieht vor der Polizei, der Modeunternehmer Uno gerät zunächst in den Mittelpunkt und wird später tot in seinem Atelier gefunden. Damit besitzt der Fall ein zweites Opfer, während der Kreis möglicher Beteiligter bis tief in Antwerpens Diamantenmilieu reicht.
Marie-Lou Sellem spielt die erfahrene Kommissarin Louma Shapiro. Die Ermittlerin entstammt einer alteingesessenen jüdischen Diamantenhändlerfamilie und verfügt deshalb über Kenntnisse, die für den Fall entscheidend werden. Sie erkennt Diamantenstaub, kennt die Strukturen des Geschäfts und begegnet mehreren Verdächtigen nicht zum ersten Mal. Loumas Vater Louis Shapiro, dargestellt von Moisej Bazijan, war selbst in der Branche tätig. Ihre Tochter Marie-Claire, gespielt von Amelie Hennig, arbeitet dagegen im Modegeschäft und bildet eine weitere Verbindung zur Welt des ermordeten Models. An Loumas Seite ermittelt Miguel Francisco als Pierre Didier. Zum Antwerpener Polizeiteam gehören außerdem die Kommissariatsanwärterin Michelle Wouters, gespielt von Maéva Marie Mathilde Roth, und Jan Braeren, dargestellt von Martin Swabey. Gemeinsam müssen sie Kisha finden, weitere Anschläge verhindern und herausarbeiten, welche Akteure in Belgien vom Geschäft mit den Blutdiamanten profitieren.
Karmela Shako übernimmt als Kisha Kalemba die zentrale Rolle der verfolgten Zeugin, Pahuni Kongolo Kakesse spielt ihren erschossenen Halbbruder Jean-Baptiste und Sheri Hagen dessen Mutter Celine Verschaeren. Eric Godon ist als Diamantenhändler Abel Hoffman zu sehen, der sich mit vermeintlich fair gehandelten Steinen einen angesehenen Ruf aufgebaut hat. Louma kennt ihn seit ihrer Kindheit, muss jedoch prüfen, ob seine freundliche und väterliche Erscheinung lediglich eine Fassade ist. Bertrand Leplae spielt Laurentius van Bodeck, Hyun Wanner den Modedesigner Uno und John Dobrynine den früheren Diamantenschleifer Jechil Theuerkauf. Carl-Philipp Wengler und Eszter Popp verkörpern die Menschenrechtsaktivisten Rijk de Bruyne und Mia. Kirsten Block spielt Henriette Pfaff, Isabelle Barth Amelie Didier und Marieke Dilles Jette. In weiteren Rollen treten Lydie Decouvelaere als Hoffmans Sekretärin, Marcos Adamantiadis als Bankangestellter, Silvana Cigognini als Richterin, Michel Collige als Gerichtsdiener, Dante Rousseau als Piet und Patrizia Berti als Psychologin auf.
Regie führte Anna-Katharina Maier, die zuvor unter anderem an den Serien Tage, die es nicht gab, Damaged Goods und Der Beischläfer gearbeitet hatte. Das Drehbuch verfassten Daniel Schwarz und Thomas Schwebel. Anton Klima war für die Kamera verantwortlich, die Musik stammt von Jaro Messerschmidt und Nick Reich. Produziert wurde der Fernsehfilm von Constantin Television für die ARD Degeto. Die Dreharbeiten liefen vom 2. Oktober bis zum 3. November 2023 in Brüssel und Antwerpen. Als besonders markanter Schauplatz dient das von Zaha Hadid Architects entworfene Havenhuis am Antwerpener Hafen, vor dem der erste Mord geschieht. Darüber hinaus nutzt der Film die Gegensätze der Stadt: moderne Hafenarchitektur, historische Straßenzüge, Modewelt und Diamantenviertel bilden den Hintergrund der Ermittlungen. Antwerpen ist dabei nicht nur austauschbare Kulisse. Die Bedeutung der Stadt für den internationalen Diamantenhandel ist unmittelbar mit der Geschichte verbunden und macht aus dem Kriminalfall zunehmend einen politischen Thriller.
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