Japans Kryptomarkt bekommt strengere Finanzregeln

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

Teilen:

Japan stellt die rechtliche Behandlung von Kryptowährungen grundlegend neu auf. Das Parlament hat am Mittwoch, 15. Juli 2026, eine Gesetzesänderung beschlossen, mit der digitale Vermögenswerte künftig stärker wie klassische Finanzanlagen behandelt werden. Nach einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Senders NHK, den Reuters aufgriff, wechseln Kryptowährungen damit aus dem bislang vor allem zahlungsorientierten Regelwerk in einen deutlich strengeren aufsichtsrechtlichen Rahmen.

Kryptowährungen gelten künftig als Finanzanlagen

Die Reform ändert die regulatorische Einordnung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Bislang wurden Kryptowerte in Japan vor allem unter dem Payment Services Act erfasst. Künftig soll zusätzlich das für Finanzprodukte maßgebliche Regelwerk angewendet werden. Die japanische Finanzaufsicht FSA hatte den entsprechenden Gesetzentwurf am 10. April 2026 in das Parlament eingebracht. Er sieht Änderungen am Financial Instruments and Exchange Act und am Payment Services Act vor. Damit nähert Japan die Regeln für digitale Vermögenswerte an die Vorgaben für Wertpapiere und andere Anlageprodukte an.

Die Pläne waren bereits länger vorbereitet worden. Nikkei hatte im März 2025 über das Vorhaben der FSA berichtet, Kryptowährungen als Finanzprodukte einzuordnen und erstmals umfassende Vorschriften gegen Insiderhandel einzuführen. Damals war eine Vorlage im Parlament für das Jahr 2026 angekündigt worden.

Strengere Regeln gegen Insiderhandel

Ein zentraler Bestandteil der Reform betrifft den Handel auf Grundlage nicht öffentlicher Informationen. Nach Angaben von Reuters sollen Kryptowährungen künftig ausdrücklich strengeren Regeln gegen Insiderhandel unterliegen. Damit soll verhindert werden, dass Personen mit vertraulichem Wissen über Token-Projekte, Handelsplattformen oder andere kursrelevante Entwicklungen einen ungerechtfertigten Vorteil nutzen.

Zugleich werden Anbieter stärker zu Transparenz und Anlegerschutz verpflichtet. CoinDesk berichtet von erweiterten Offenlegungs-, Berichts- und Informationspflichten für Emittenten und Kryptobörsen. Für Anleger kann das mehr Schutz und besser vergleichbare Informationen bedeuten. Unternehmen müssen sich dagegen auf zusätzliche Kontrollen, Dokumentationspflichten und mögliche Prüfungen durch die Finanzaufsicht einstellen.

Härtere Strafen für unerlaubte Anbieter

Auch gegen Kryptodienstleister ohne erforderliche Zulassung will Japan schärfer vorgehen. Reuters nennt strengere Sanktionen für nicht registrierte Handelsaktivitäten. CoinDesk zufolge soll die mögliche Höchststrafe für nicht registrierte Kryptobetreiber von drei auf zehn Jahre Haft steigen. Die maximale Geldstrafe soll dem Bericht zufolge von drei Millionen auf zehn Millionen Yen angehoben werden.

Die Maßnahmen richten sich vor allem gegen Plattformen und Vermittler, die japanische Kunden ohne Registrierung bei der zuständigen Aufsicht ansprechen. Der Handlungsdruck ist gestiegen, weil die Zahl der Nutzerkonten bei japanischen Kryptobörsen laut Reuters kontinuierlich zugenommen hat. Digitale Anlagen erreichen damit einen größeren Teil der Privatanleger und gewinnen für den japanischen Finanzmarkt an Bedeutung.

Reform könnte Weg für Krypto-ETFs öffnen

Die neue Einstufung schafft zugleich eine Grundlage für weitere regulierte Finanzprodukte. CoinDesk zufolge beseitigt das Gesetz ein wesentliches rechtliches Hindernis für mögliche börsengehandelte Krypto-Fonds. Eine konkrete Zulassung von Bitcoin-ETFs ist damit allerdings noch nicht verbunden. Die FSA soll zunächst einen geeigneten Aufsichtsrahmen entwickeln und prüfen.

Bereits Anfang Juni hatte ein Ausschuss der regierenden Liberaldemokratischen Partei die Regierung aufgefordert, rechtliche Voraussetzungen für Krypto-ETFs zu schaffen und die Nutzung yenbasierter Stablecoins zu fördern. Japan verbindet die strengere Aufsicht damit offenbar mit dem Ziel, regulierte Kryptoangebote für einen breiteren Anlegerkreis zu ermöglichen.

Neue Regeln sollen 2027 greifen

Nach Angaben von NHK und Reuters soll die neue Behandlung innerhalb eines Jahres wirksam werden. CoinDesk nennt 2027 als vorgesehenen Startzeitraum. Bis dahin müssen die Behörden konkrete Ausführungsbestimmungen erarbeiten. Börsen, Vermittler und Herausgeber von Kryptowährungen müssen ihre internen Abläufe anschließend an die neuen Vorgaben anpassen.

CoinDesk berichtet außerdem über einen politischen Rahmen, nach dem die bislang hohe Besteuerung von Kryptogewinnen ab 2028 auf einen einheitlichen Satz von 20 Prozent sinken könnte. Diese steuerliche Änderung ist zeitlich von den neuen Handels- und Aufsichtsregeln zu unterscheiden. Insgesamt signalisiert die Reform, dass Japan Kryptowährungen weder verbieten noch weitgehend unreguliert wachsen lassen will. Digitale Vermögenswerte sollen dauerhaft in den etablierten Finanzmarkt eingeordnet werden.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu