
Bitcoin hat am Mittwoch einen großen Teil seiner kräftigen Vortagesgewinne behauptet. Die größte Kryptowährung stieg zeitweise bis auf rund 65.200 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit drei Wochen. Im weiteren Tagesverlauf bewegte sich der Kurs weiterhin in der Nähe von 65.000 Dollar. Rückenwind lieferten überraschend schwache US-Inflationsdaten. Neue Spannungen zwischen den USA und Iran verhinderten jedoch eine deutlichere Fortsetzung der Rally.
Schwächere Inflation gibt Bitcoin neuen Rückenwind
Auslöser der Aufwärtsbewegung waren die am Dienstag veröffentlichten US-Verbraucherpreise für Juni. Nach Angaben des amerikanischen Arbeitsministeriums sank der Verbraucherpreisindex gegenüber Mai saisonbereinigt um 0,4 Prozent. Im Jahresvergleich lag die Teuerungsrate bei 3,5 Prozent, nach 4,2 Prozent im Mai. Die Kerninflation ohne Lebensmittel und Energie ging im Jahresvergleich von 2,9 auf 2,6 Prozent zurück und blieb gegenüber dem Vormonat unverändert.
Die Zahlen fielen günstiger aus als am Markt erwartet. Reuters zufolge sank daraufhin die von Anlegern eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der US-Notenbank bei der Sitzung Ende Juli auf etwa zehn Prozent. Vor Veröffentlichung des Inflationsberichts hatte sie noch bei rund 35 Prozent gelegen. Niedrigere Zinserwartungen und ein schwächerer Dollar verbesserten das Umfeld für risikoreiche Anlagen – darunter Aktien und Kryptowährungen.
CoinDesk zufolge erreichte Bitcoin im Zuge der Bewegung rund 65.200 Dollar. Am Mittwoch konsolidierte der Kurs nahe diesem Drei-Wochen-Hoch. Bloomberg meldete in einem späteren Marktüberblick einen Bitcoin-Kurs von 65.340 Dollar und ein Tagesplus von 1,3 Prozent. Damit blieb die Kryptowährung trotz zwischenzeitlicher Gewinnmitnahmen deutlich über dem Niveau vom Wochenbeginn.
Auch Ether profitierte zunächst von der besseren Stimmung. CoinDesk bezifferte das vorherige Hoch auf 1.895 Dollar, den höchsten Stand seit dem 3. Juni. Im späteren Bloomberg-Marktüberblick wurde Ether bereits bei rund 1.931 Dollar und damit drei Prozent fester ausgewiesen. Die unterschiedlichen Werte erklären sich durch verschiedene Erfassungszeitpunkte in einem rund um die Uhr gehandelten Markt.
Die Entspannung bei den Zinserwartungen reichte nicht aus, um eine uneingeschränkte Flucht in Risikoanlagen auszulösen. Reuters berichtete von erneut zunehmenden militärischen Spannungen zwischen den USA und Iran sowie von Sorgen um die Schifffahrt durch die Straße von Hormus. Die Ölpreise stiegen angesichts der Unsicherheit zeitweise wieder. Höhere Energiekosten könnten den Inflationsdruck verstärken und damit die Geldpolitik der US-Notenbank erneut in den Mittelpunkt rücken.
Für Bitcoin entsteht daraus ein widersprüchliches Umfeld. Schwächere Inflationsdaten können den Kurs stützen, weil sie die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Zinserhöhung verringern. Gleichzeitig reagiert der Kryptomarkt empfindlich auf geopolitische Risiken, sobald Anleger Positionen in schwankungsanfälligen Anlagen reduzieren. Die Kursentwicklung am Mittwoch deutet daher zunächst eher auf eine Stabilisierung auf erhöhtem Niveau als auf einen bereits bestätigten Ausbruch hin.
Während sich die Bewegung bei Bitcoin und Ether verlangsamte, gab es bei einzelnen kleineren Kryptowährungen stärkere Ausschläge. Nach Daten von CoinDesk legte HYPE zeitweise um rund vier Prozent zu. PUMP gewann seit Tagesbeginn etwa 8,5 Prozent. Bei PUMP traf ein größeres Angebot aus neu freigeschalteten Token dem Bericht zufolge auf ausreichende Nachfrage.
Von einer breit angelegten Altcoin-Rally konnte dennoch keine Rede sein. Die Stärke konzentrierte sich auf einzelne Projekte, während der Gesamtmarkt vor allem von Bitcoin und Ether getragen wurde. Für die kommenden Handelstage dürften neben neuen Signalen der US-Notenbank vor allem die Entwicklung der Ölpreise und weitere Nachrichten zur Straße von Hormus entscheidend bleiben.
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