Wie nachhaltig sind LEGO-Steine wirklich?

Helen Dorn Verdammte Familie – ZDF Krimi heute Abend
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Das ZDF zeigt am heutigen Montag, 20. Juli 2026, die Dokumentation „Greenwashed? LEGO: Wie grün sind die bunten Steine?“. Der Film läuft von 19.25 bis 20.15 Uhr und untersucht, wie der dänische Spielwarenhersteller LEGO seinen hohen Kunststoffbedarf mit eigenen Nachhaltigkeits- und Klimazielen vereinbaren will. Im Mittelpunkt stehen erdölbasierte Kunststoffe, alternative Rohstoffe, Recyclingmaterialien und technische Verfahren zur Entfernung von Kohlendioxid aus der Atmosphäre.

Alesia Harrer verantwortet den Film für das ZDF

Die Dokumentation ist ein Film von Alesia Harrer. Als Umweltreporter führt Sherif Rizkallah durch die Recherche. Eine klassische Studiomoderation gibt es nicht. Rizkallah besucht verschiedene Orte, an denen sich die Nachhaltigkeitsversprechen und Materialstrategien des Unternehmens überprüfen lassen. Dazu gehören nach den veröffentlichten Programminformationen das LEGOLAND Discovery Centre in Oberhausen, Zuckerrohrplantagen und Produktionsstätten in Brasilien sowie eine Anlage des Schweizer Unternehmens Climeworks auf Island.

Eine gesonderte externe Produktionsfirma wird in den öffentlich zugänglichen ZDF-Programminformationen nicht genannt. Auch eine vollständige Liste aller Gesprächspartner und Experten ist dort nicht veröffentlicht. Belastbar genannt werden deshalb Alesia Harrer als Autorin des Films und Sherif Rizkallah als Reporter. Die Dokumentation stammt aus Deutschland, wurde 2026 produziert und hat eine tatsächliche Videolänge von knapp 44 Minuten.

Warum LEGO weiterhin stark von Kunststoff abhängig ist

Die zentrale Frage der Dokumentation lautet, ob ein Spielzeug, das überwiegend aus Kunststoff besteht, überhaupt nachhaltig produziert werden kann. Das ZDF beschreibt den wirtschaftlichen Erfolg von LEGO als Verbindung aus Kultstatus, Kreativität und Erdöl. Aus Erdöl werden Kunststoffe hergestellt, die stabil, farbecht und präzise formbar sind. Gerade diese Eigenschaften sind für LEGO wichtig, weil alte und neue Steine zuverlässig ineinandergreifen müssen.

Die Suche nach Ersatzstoffen ist deshalb technisch anspruchsvoll. Alternative Materialien müssen dieselben Anforderungen erfüllen wie der bisher eingesetzte erdölbasierte Kunststoff. Die Steine dürfen ihre Form nicht verlieren, müssen langlebig bleiben und sollen sich auch nach Jahren noch mit anderen Bauteilen verbinden lassen. Laut den Programminformationen prüft die Dokumentation, ob die von LEGO getesteten Alternativen diese Anforderungen erfüllen und zugleich in ausreichend großen Mengen eingesetzt werden können.

Die wirtschaftliche Dimension spielt ebenfalls eine Rolle. LEGO ist nach Umsatz zum größten Spielwarenhersteller der Welt aufgestiegen. Neben klassischen Kindersets verkauft das Unternehmen zunehmend aufwendige und hochpreisige Modelle für erwachsene Sammler. Als Beispiele nennt die Sendungsbeschreibung Lizenzwelten wie Star Wars, Harry Potter, Marvel und Der Herr der Ringe. Mehr und größere Sets bedeuten zugleich, dass mehr Kunststoff verarbeitet werden muss.

Bioplastik aus Zuckerrohr und recycelte Materialien

Ein Schwerpunkt des Films liegt auf den unterschiedlichen Materialien, mit denen LEGO experimentiert. Genannt werden Pflanzenöle, Kunststoff aus recycelten Küchenplatten und Bioplastik aus brasilianischem Zuckerrohr. Sherif Rizkallah reist dafür nach Brasilien und untersucht, wo das Zuckerrohr angebaut und wie daraus ein Rohstoff für Kunststoffprodukte gewonnen wird.

Die Dokumentation fragt laut ZDF nicht nur, ob ein Material teilweise auf pflanzlichen Rohstoffen basiert. Entscheidend ist auch, wie groß der tatsächliche biobasierte Anteil ist, welche Umweltwirkungen der Anbau verursacht und ob sich das Verfahren auf die benötigten Produktionsmengen übertragen lässt. Der Begriff Bioplastik bedeutet nicht automatisch, dass ein Produkt biologisch abbaubar ist oder vollständig ohne fossile Rohstoffe hergestellt wurde.

Auch Recycling wird als mögliche Lösung behandelt. Dabei geht es um die Frage, ob gebrauchte Kunststoffe so aufbereitet werden können, dass sie die hohen Qualitätsanforderungen von LEGO erfüllen. Die veröffentlichten Programminformationen nennen Material aus dem Recycling von Küchenplatten als einen der Ansätze. Konkrete Untersuchungsergebnisse oder Bewertungen einzelner Fachleute werden in den frei zugänglichen Vorschautexten jedoch nicht genannt. Sie sollten daher erst aus der ausgestrahlten Dokumentation selbst übernommen werden.

LEGO will seine Emissionen bis 2032 senken

Nach Angaben der Dokumentation verfolgt LEGO das Ziel, seine Emissionen bis 2032 um 37 Prozent zu reduzieren. Erreicht werden soll dies insbesondere durch Einsparungen in Fabriken, Unternehmensstandorten und Lieferketten. Die Sendung untersucht, wie realistisch dieses Vorhaben angesichts wachsender Produktionsmengen und des weiterhin hohen Kunststoffbedarfs ist.

Zusätzlich befasst sich der Film mit technischen Verfahren, die Kohlendioxid direkt aus der Umgebungsluft entfernen sollen. Sherif Rizkallah besucht dafür die Mammoth-Anlage von Climeworks auf Island. Dort wird das sogenannte Direct-Air-Capture-Verfahren eingesetzt. Dabei wird CO₂ aus der Luft gefiltert und anschließend dauerhaft gespeichert.

Das ZDF bezeichnet diese Technologien in seiner Programmbeschreibung als noch nicht ausgereift. Die Dokumentation fragt deshalb, welchen Beitrag solche Verfahren tatsächlich zum Klimaschutz leisten können und ob Investitionen in CO₂-Entfernung direkte Emissionssenkungen ausreichend ergänzen. Eine abschließende Bewertung sollte jedoch nicht aus den Ankündigungstexten vorweggenommen werden.

Greenwashed? LEGO heute im ZDF und im Stream

„Greenwashed? LEGO: Wie grün sind die bunten Steine?“ läuft am Montag, 20. Juli 2026, von 19.25 bis 20.15 Uhr im ZDF. Es handelt sich nicht um die Erstausstrahlung. Die Dokumentation war bereits am 21. Juni 2026 am Nachmittag im ZDF zu sehen und steht seit dem 19. Juni 2026 im Streamingangebot des Senders zur Verfügung. Nach Angaben des ZDF-Presseportals soll der Film dort bis zum 19. Juni 2031 abrufbar bleiben.

Die Folge gehört zur Reihe „Greenwashed?“, in der Umwelt- und Nachhaltigkeitsversprechen großer Unternehmen überprüft werden. Im LEGO-Film geht es nicht allein darum, ob einzelne Steine aus alternativen Materialien bestehen. Im Mittelpunkt steht die umfassendere Frage, wie ein weltweit wachsender Spielwarenkonzern seinen Kunststoffverbrauch, seine Lieferketten und seine Klimaziele miteinander verbinden kann.

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