Neue Auswertung: Münster hat Deutschlands niedrigste Adipositasquote

Neue Zahlen zeigen: Übergewicht ist in NRW weit verbreitet, zugleich steigen schwere Adipositas-Fälle in Kliniken deutlich.
Foto: Andres Ayrton

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Münster ist die schlankeste Stadt Deutschlands – zumindest laut einer aktuellen Auswertung. Mit einem Adipositasanteil von nur 6,9 Prozent liegt die Stadt deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt und vor Metropolen wie Hamburg und München. Doch was steckt hinter dem Spitzenplatz, und wie aussagekräftig ist das Ranking wirklich?

Münster hat die niedrigste Adipositasquote

Grundlage der Auswertung sind Daten des Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK aus dem Jahr 2024. Das Städteranking wurde im Juni 2026 vom Anbieter Voy veröffentlicht. Münster weist darin mit 6,90 Prozent den niedrigsten Anteil an Menschen mit ärztlich dokumentierter Adipositas auf. Hamburg erreicht 8,02 Prozent, München 8,31 Prozent. Am anderen Ende der Rangliste liegt Duisburg mit 11,52 Prozent, knapp vor Nürnberg mit 11,51 Prozent und Essen mit 11,36 Prozent. Der bundesweite Durchschnitt beträgt 10,50 Prozent. Insgesamt waren 2024 rund 8,77 Millionen Menschen in Deutschland von einer dokumentierten Adipositas betroffen.

Was hinter dem Ranking steckt

Die Bezeichnung als „schlankeste Stadt Deutschlands“ ist aufmerksamkeitsstark, aber vereinfacht. Erfasst wurde nicht das Gewicht aller Einwohner, sondern ausschließlich die Zahl der Menschen, bei denen Adipositas ärztlich dokumentiert wurde. Adipositas beginnt bei einem Body-Mass-Index von 30, während Übergewicht bereits ab einem BMI von 25 vorliegt. Nicht diagnostizierte oder nicht dokumentierte Fälle erscheinen daher nicht in der Statistik. Die Berechnung basiert auf Routinedaten von mehr als 27 Millionen AOK-Versicherten, die auf die Gesamtbevölkerung hochgerechnet wurden.

Warum Münster so gut abschneiden könnte

Eine mögliche Erklärung ist die vergleichsweise junge und universitär geprägte Bevölkerung. Im Wintersemester 2023/24 waren an Münsters Hochschulen mehr als 60.000 Studierende eingeschrieben. Da der Adipositasanteil mit zunehmendem Alter steigt, könnte die Bevölkerungsstruktur den niedrigen Wert beeinflussen. Auch Bildung und soziale Lage spielen statistisch eine Rolle.

Hinzu kommt Münsters hoher Radverkehrsanteil. Nach Angaben der Stadt werden 47 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Ob die junge Bevölkerung, das Bildungsniveau oder der Radverkehr tatsächlich für die niedrige Adipositasquote verantwortlich sind, lässt sich aus dem Ranking jedoch nicht belegen. Die Faktoren liefern lediglich mögliche Erklärungen für Münsters Spitzenplatz.

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