
Die französische Tragikomödie „Die leisen und die großen Töne“ läuft heute, Montag, 27. Juli 2026, um 20.15 Uhr im Ersten. Im Mittelpunkt stehen zwei Brüder, die erst als Erwachsene voneinander erfahren und trotz völlig unterschiedlicher Lebenswege eine gemeinsame Sprache finden: die Musik. Das Erste zeigt den Kinofilm von Emmanuel Courcol im Rahmen des ARD SommerKinos erstmals im deutschen Fernsehen. Die Ausstrahlung endet um 21.50 Uhr.
Thibaut Desormeaux, gespielt von Benjamin Lavernhe, ist ein international erfolgreicher Dirigent und Komponist. Er arbeitet mit renommierten Orchestern und bewegt sich selbstverständlich in der Welt der klassischen Musik. Nach einem gesundheitlichen Zusammenbruch erhält er jedoch eine schwere Diagnose: Thibaut ist an Leukämie erkrankt und benötigt einen geeigneten Knochenmarkspender.
Bei der Suche nach einem passenden Spender erfährt er, dass er adoptiert wurde. Zugleich stellt sich heraus, dass er einen jüngeren leiblichen Bruder hat. Jimmy Lecocq, dargestellt von Pierre Lottin, lebt in einer nordfranzösischen Arbeiterstadt. Er arbeitet in einer Kantine, kümmert sich um seine Tochter und spielt Posaune in der örtlichen Blaskapelle. Thibaut sucht den ihm unbekannten Bruder auf und bringt damit auch Jimmys bisheriges Leben aus dem Gleichgewicht.
Die Brüder könnten auf den ersten Blick kaum unterschiedlicher sein. Thibaut ist wohlhabend, weltgewandt und an große Konzertsäle gewöhnt. Jimmy führt dagegen ein bodenständiges Leben in einer Region, die von sozialen und wirtschaftlichen Problemen geprägt ist. Die drohende Schließung eines örtlichen Betriebs belastet viele Menschen in seinem Umfeld.
Ihre gemeinsame Musikalität schafft dennoch eine Verbindung. Thibaut erkennt, dass Jimmy über ein besonderes Talent verfügt, das in dessen Alltag bislang kaum zur Geltung kommen konnte. Gleichzeitig lernt der Dirigent durch seinen Bruder eine Welt kennen, in der Musik weniger mit Prestige als mit Gemeinschaft und Zusammenhalt verbunden ist. Die leisen Töne der persönlichen Annäherung stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie die kraftvollen Auftritte der Blaskapelle.
Benjamin Lavernhe übernimmt die Rolle des Dirigenten Thibaut Desormeaux, während Pierre Lottin dessen Bruder Jimmy Lecocq spielt. Sarah Suco ist als Sabrina zu sehen, die zur Blaskapelle gehört und sich gegen die drohende Werksschließung engagiert. Weitere Rollen übernehmen Jacques Bonnaffé als Gilbert Woszniak, Clémence Massart-Weit als Claudine, Anne Loiret als Claire und Mathilde Courcol-Rozès als Rose.
Regie führte Emmanuel Courcol, der das Drehbuch gemeinsam mit Irène Muscari schrieb. Der französische Filmemacher hatte zuvor unter anderem die Tragikomödie „Ein Triumph“ inszeniert. „Die leisen und die großen Töne“ ist keine Episode einer Reihe, sondern ein eigenständiger Kinofilm. Die französische Produktion entstand 2023 und wurde als Film des Produktionsjahres 2024 veröffentlicht. Der Originaltitel lautet „En fanfare“.
Für eine glaubwürdige Darstellung bereiteten sich die Hauptdarsteller intensiv auf ihre musikalischen Aufgaben vor. Benjamin Lavernhe arbeitete mehrere Monate mit dem Dirigenten Antoine Dutaillis zusammen. Pierre Lottin nahm für seine Rolle Posaunenunterricht bei der Musikerin Estelle Wolf. Auch Sarah Suco wurde für ihre Auftritte an der Trompete geschult.
Gedreht wurde von Mitte März bis Anfang Mai 2023 unter anderem in Lallaing in der nordfranzösischen Region Hauts-de-France. Für die Szenen mit dem Amateurorchester arbeitete das Filmteam mit Musikern einer regionalen Blaskapelle zusammen. Diese Einbindung sollte den Proben und Auftritten einen möglichst authentischen Charakter verleihen. Die Musik zum Film komponierte Michel Petrossian, die Kamera führte Maxence Lemonnier.
Der Film wurde im Mai 2024 bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes präsentiert. In Frankreich kam er am 27. November 2024 ins Kino, der deutsche Kinostart folgte am 26. Dezember 2024. Die heutige Ausstrahlung im Ersten ist die deutsche Free-TV-Premiere und damit keine Wiederholung. Frühere deutsche TV-Einschaltquoten liegen deshalb noch nicht vor.
Die Kinofassung hat eine Länge von rund 104 Minuten. Das Erste zeigt eine etwa 95-minütige Sendefassung von 20.15 bis 21.50 Uhr. Parallel zur Fernsehausstrahlung steht „Die leisen und die großen Töne“ in der ARD Mediathek bereit. Dort wird der Film mit Untertiteln und Audiodeskription angeboten. Eine nächtliche Wiederholung zeigt das Erste am Dienstag, 28. Juli, ab 1.40 Uhr.
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