Paderborn soll mit Leverkusen über Alfa-Ruprecht verhandeln

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Die Leihe von Farid Alfa-Ruprecht zum SC Paderborn 07 könnte zu einer der nächsten Personalien des Bundesliga-Aufsteigers werden. Nach Informationen des kicker bemühe sich der SCP um den 20 Jahre alten Außenstürmer von Bayer 04 Leverkusen, wobei eine einjährige Ausleihe denkbar sei. BILD berichtete am Montag zusätzlich, dass die Gespräche zwischen den beiden Vereinen bereits liefen. Eine Einigung oder gar ein vollzogener Wechsel war am Montagabend von keinem der beiden Klubs bestätigt. Unbekannt blieb auch, ob eine mögliche Vereinbarung eine Leihgebühr oder weitere Vertragsklauseln enthalten würde.

Kicker meldet Paderborn-Interesse, BILD spricht von Gesprächen

Der kicker habe die konkrete Verbindung zwischen Alfa-Ruprecht und Paderborn zuerst öffentlich gemacht. Nach dessen Informationen bemühe sich der Bundesliga-Aufsteiger um den Flügelspieler, eine Leihe für eine Saison sei vorstellbar. ntv griff die Meldung anschließend ausdrücklich als kicker-Information auf. LigaInsider ordnete den kicker ebenfalls als Ausgangsquelle ein und ergänzte, BILD bestätige das Interesse. Damit verdichtete sich die Personalie im Laufe des Montags, ohne dass daraus bereits ein abgeschlossener Transfer geworden wäre. Eine Stellungnahme des SC Paderborn oder von Bayer 04 zu Alfa-Ruprecht lag zunächst nicht vor.

BILD ging bei der Frage nach dem Verhandlungsstand weiter. Dem Bericht zufolge liefen Gespräche zwischen den Klubs bereits. Bayer würde demnach grundsätzlich nicht auf einen Verkauf hinarbeiten, weil Leverkusen von den Qualitäten des jungen Offensivspielers überzeugt sei. Das spräche für eine Konstruktion, bei der Bayer die langfristige Kontrolle über den Spieler behielte und Alfa-Ruprecht andernorts Spielpraxis sammeln könnte. LigaInsider verwies zudem auf eine frühere kicker-Meldung, wonach Leverkusen schon vor rund einem Monat eine erneute Ausleihe angestrebt habe. Eine endgültige Zustimmung Bayers zum Paderborner Modell war damit aber noch nicht bestätigt.

Auch bei möglichen Konkurrenten ist die Faktenlage überschaubar. BILD nannte Hannover 96 und berichtete, Alfa-Ruprecht sei zuletzt auch beim Zweitligisten im Gespräch gewesen. Ob Hannover weiterhin aktiv um den Spieler werbe oder Paderborn inzwischen die deutlich konkretere Option sei, ging daraus nicht hervor. Weitere aktuell konkret benannte Interessenten ließen sich aus den vorliegenden Berichten nicht ableiten. Damit wäre Paderborn derzeit der Klub, für den laufende Gespräche ausdrücklich gemeldet werden.

Alfa-Ruprechts Weg führte von Hamburg über Manchester zu Bayer

Farid Alfa-Ruprecht wurde am 28. März 2006 in Hamburg geboren. Bayer 04 zufolge wechselte er 2017 aus dem Nachwuchs von Einigkeit Wilhelmsburg zum Hamburger SV und verbrachte anschließend fünf Jahre in dessen Nachwuchsabteilung. 2022 folgte der Schritt nach England zu Manchester City. Nach Angaben von Bayer entwickelte er sich dort zunächst bei der U18 und später in der U21 weiter. Für Citys U18 verbuchte er laut dem Leverkusener Spielerporträt in 35 Einsätzen neun Tore und acht Vorlagen. Mit dem Nachwuchs des englischen Spitzenklubs gewann er außerdem Meisterschaft und Pokal.

In der englischen U21-Liga gelang ihm schließlich der Sprung auf Leverkusens Radar. Bayer 04 verpflichtete den damals 19-Jährigen am 27. Juli 2025 aus der U21 von Manchester City und stattete ihn mit einem Vertrag bis zum 30. Juni 2030 aus. Der Klub beschrieb ihn bei seiner Vorstellung als bevorzugten Rechtsaußen, der auch über die linke Seite eingesetzt werden könne. Eine Ablösesumme nannte Bayer offiziell nicht. Deshalb lässt sich eine konkrete Transferzahlung für seinen Wechsel aus Manchester nicht als bestätigte Vertragsangabe darstellen.

Schon wenige Wochen nach seiner Verpflichtung entschied sich Leverkusen für einen Entwicklungsschritt außerhalb der BayArena. Am 1. September 2025 verlieh Bayer Alfa-Ruprecht für eine Saison an den VfL Bochum. Der Werksklub begründete den Schritt damals mit der Möglichkeit, regelmäßig Wettkampfpraxis im Profifußball zu sammeln. BILD beziffert seine Bilanz in der zurückliegenden Zweitligasaison auf 26 Ligaeinsätze mit drei Toren und zwei Vorlagen. Bayers eigenes Spielerprofil weist über alle Wettbewerbe 28 Einsätze, drei Tore und drei Vorlagen aus.

Besonders auffällig war sein Tempo. Die offizielle Statistik der 2. Bundesliga führte Alfa-Ruprecht 2025/26 mit 36,42 Kilometern pro Stunde als schnellsten Spieler der gesamten Liga. Damit brachte er eine Eigenschaft mit, die auch für einen möglichen nächsten Entwicklungsschritt in der Bundesliga interessant wäre. Seine bisherigen Profiminuten sammelte er allerdings überwiegend eine Spielklasse tiefer. Eine Leihe zu einem Erstligisten könnte ihm erstmals die Chance auf regelmäßige Einsatzzeit auf Bundesliga-Niveau eröffnen.

In Leverkusen wäre die Konkurrenz in der Offensive groß

Alfa-Ruprecht gehört nach seiner Rückkehr aus Bochum wieder zum Leverkusener Kader. Bayer 04 führt ihn aktuell bei der Werkself als Angreifer. Gleichzeitig ist die Konkurrenz im offensiven Bereich erheblich. Im derzeitigen Kader stehen unter anderem Patrik Schick, Martin Terrier, Eliesse Ben Seghir, Ernest Poku, Nathan Tella, Christian Kofane und Afonso Moreira. Auch Victor Boniface kehrte zunächst von seiner Leihe zurück. Für einen 20-Jährigen, der seinen ersten dauerhaften Platz in der Bundesliga sucht, wäre der Weg zu regelmäßigen Startelfeinsätzen entsprechend anspruchsvoll.

BILD berichtete, Alfa-Ruprecht habe während der aktuellen Vorbereitung zwar einen guten Eindruck hinterlassen, seine Chancen auf regelmäßige Spielzeit würden aufgrund der starken Konkurrenz aber als gering eingeschätzt. Dass er sportlich durchaus in die Vorbereitung eingebunden ist, zeigte auch der erste Test gegen die Sportfreunde Baumberg. Bayer dokumentierte dabei unter anderem eine Torvorlage Alfa-Ruprechts für Boniface. Eine mögliche Ausleihe müsste deshalb nicht als Abkehr von Leverkusens langfristiger Planung verstanden werden. Schon die Bochumer Leihe war vom Klub ausdrücklich als Entwicklungsmaßnahme angelegt worden.

Gerade der Vertrag bis 2030 verschaffe Leverkusen zeitlichen Spielraum. BILD zufolge sei deshalb ein Verkauf derzeit kein Thema. Sollte Bayer den Spieler weiter als Zukunftsoption betrachten, könnte eine weitere Leihe den bereits 2025 eingeschlagenen Weg fortsetzen. Paderborn hätte gegenüber Bochum zudem einen entscheidenden Unterschied zu bieten: Alfa-Ruprecht könnte dort Bundesliga-Erfahrung sammeln. Ob Leverkusen dabei bestimmte Einsatzvorstellungen oder andere Bedingungen an eine Ausleihe knüpfen würde, war zunächst nicht bekannt.

Paderborn baut den Angriff für die Bundesliga um

Der SC Paderborn kehrt nach sechs Jahren in die Bundesliga zurück. Das Team von Trainer Ralf Kettemann hatte die Zweitligasaison 2025/26 auf dem dritten Platz beendet und sich anschließend in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg durchgesetzt. Nach einem 0:0 im Hinspiel gewann Paderborn das Rückspiel zu Hause mit 2:1 nach Verlängerung. Damit gelang dem Klub der dritte Bundesliga-Aufstieg seiner Geschichte. Die neue Aufgabe unterscheidet sich deutlich vom Aufstiegsrennen der vergangenen Saison, weil Paderborn seine Offensive nun gegen Erstliga-Abwehrreihen konkurrenzfähig aufstellen muss.

Ein wichtiger Offensivspieler der Aufstiegssaison steht dabei nicht mehr zur Verfügung. Die offizielle Bundesliga-Statistik weist Filip Bilbija mit 15 Treffern als einen der erfolgreichsten Zweitligatorschützen der vergangenen Spielzeit aus. Derby County bestätigte im Juli seine ablösefreie Verpflichtung nach Auslaufen des Paderborner Vertrags. Auch Lucas Copado verließ den Klub laut offizieller Bundesliga-Transferübersicht in Richtung Energie Cottbus. Der Verlust von Bilbijas Torgefahr erhöht den Bedarf, offensive Produktion auf mehrere Schultern zu verteilen.

Paderborn hat darauf bereits reagiert. Am Montag, also am selben Tag, an dem sich die Alfa-Ruprecht-Meldungen verdichteten, bestätigte der SCP die Leihe von Deniz Zeitler aus Hoffenheim. Der 19 Jahre alte Außenstürmer kam in der vergangenen Saison nach Paderborner Angaben in allen 38 Drittligaspielen der Hoffenheimer U23 zum Einsatz und verbuchte 15 Tore sowie fünf Vorlagen. Schon zuvor hatte der Aufsteiger unter anderem Oliver Batista Meier, Luka Đurić, Jano ter Horst, Tom Baack, Clemens Lippmann und Nyamekye Awortwie-Grant verpflichtet sowie Torhüter Nahuel Noll ausgeliehen.

Eine zusätzliche Verpflichtung Alfa-Ruprechts würde damit nicht bedeuten, dass Paderborn bislang untätig gewesen wäre. Vielmehr würde sie das Profil des Umbaus ergänzen. Zeitler und Alfa-Ruprecht wären beide junge, entwicklungsfähige Außenstürmer mit Tempo, während mit Sven Michel und Steffen Tigges auch erfahrenere Angreifer im Kader stehen. Dass Paderborn nach dem Aufstieg auf entwicklungsfähige Spieler setzt, passt zudem zum eigenen Vereinsmodell. Geschäftsführer Sport Sebastian Lange hatte beim Trainingsauftakt Anfang Juli erklärt, der Kader sei bereits zu einem großen Teil zusammengestellt, zugleich werde während der langen Transferphase noch einiges passieren.

Paderborn und Leverkusen haben bereits viel verändert

Beim SC Paderborn ist der Sommer von einer Mischung aus Verstärkung und Erneuerung geprägt. Die offizielle Transferübersicht der Bundesliga nennt neben Batista Meier, Đurić, ter Horst, Baack, Lippmann, Awortwie-Grant und Noll auch Albert Millgramm als Zugang. Hinzu kam am Montag die bestätigte Zeitler-Leihe. Gleichzeitig gingen unter anderem Calvin Brackelmann zum FC Augsburg und Lucas Copado zu Energie Cottbus. Dennis Seimen kehrte nach seiner Leihe zum VfB Stuttgart zurück. Bilbija unterschrieb nach Vertragsende bei Derby County. Der Aufsteiger hat damit bereits auf mehreren Positionen Veränderungen vorgenommen.

Auch Bayer Leverkusen befindet sich in einem größeren Kaderumbau. In der offiziellen Bundesliga-Übersicht werden unter anderem Miguel Gutiérrez, Kennet Eichhorn, Afonso Moreira, Ndjicoura Bomba und Aleksa Damjanović als Zugänge geführt. Alfa-Ruprecht, Jeanuel Belocian und Boniface kehrten aus Leihgeschäften zurück. Auf der anderen Seite verließen unter anderem Alejandro Grimaldo in Richtung Atlético Madrid und Piero Hincapié endgültig in Richtung Arsenal den Klub. Matěj Kovář wechselte nach seiner vorherigen Leihe dauerhaft zur PSV Eindhoven, Francis Onyeka wurde an die SV Elversberg verliehen.

Gerade die erneuten Leihgeschäfte mit jungen Spielern zeigen, dass temporäre Wechsel für Leverkusen ein etabliertes Entwicklungsinstrument bleiben. Für Alfa-Ruprecht würde sich deshalb ein bekanntes Muster ergeben: langfristige vertragliche Bindung an Bayer, Spielpraxis bei einem anderen Profiklub und anschließend eine erneute Bewertung seiner Perspektive. Dass genau Paderborn diese Rolle übernehmen wird, ist hingegen noch nicht entschieden.

Transferfenster läuft 2026 bis zum 1. September

Für eine Entscheidung besteht noch etwas Zeit. In der Lizenzordnung Spieler mit Stand vom 1. Juli 2026 hält die DFL für die Saison 2026/27 ausdrücklich eine Sonderregelung fest. Demnach begann die erste Wechselperiode am 1. Juli und endet aufgrund eines Präsidiumsbeschlusses in diesem Sommer am Dienstag, 1. September 2026, um 20 Uhr. Damit gilt in dieser Saison nicht der reguläre 31. August als letzter Registrierungstermin. Die erforderlichen Unterlagen müssten spätestens zum Ende dieses Zeitfensters im Registrierungssystem der DFL vorliegen.

Für Paderborn liegt der Pflichtspielstart deutlich früher. Am 23. August tritt der Aufsteiger in der ersten Runde des DFB-Pokals beim 1. FC Phönix Lübeck an. Das erste Bundesligaspiel folgt am 29. August beim 1. FSV Mainz 05. Eine mögliche Alfa-Ruprecht-Leihe könnte somit noch vor diesen Partien abgeschlossen werden, sie könnte nach den geltenden Fristen aber auch noch nach dem Bundesliga-Auftakt zustande kommen. Einen konkreten Zeitplan für die Gespräche nannte bislang keines der beteiligten Medien.

Bis zu einer offiziellen Vereinsmeldung bliebe die Personalie damit offen. Nach kicker-Informationen bemühe sich Paderborn um eine einjährige Leihe, nach BILD-Informationen liefen bereits Gespräche und Bayer würde einen Verkauf nicht anstreben. Hannover 96 sei laut BILD zuletzt ebenfalls als Interessent genannt worden. Nicht bekannt seien dagegen eine mögliche Leihgebühr, eine Kaufoption, eine Einigung mit dem Spieler oder ein Termin für einen Abschluss. Genau an diesen Punkten lässt sich derzeit noch kein weitergehender Transferstand belegen.

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