
Der politische Druck auf Jens Spahn nimmt weiter zu. Nach seinem Rücktritt als Vorsitzender der Unionsfraktion und dem angekündigten Verzicht auf den Vorsitz des CDU-Bezirksverbandes Münsterland fordert nun der CDU-Gemeindeverband Wadersloh im Kreis Warendorf einen noch weitergehenden Schritt: Spahn solle auch sein Bundestagsmandat niederlegen. Das geht aus einem Bericht des WDR hervor. Andere CDU-Verbände im Münsterland schließen sich dieser Forderung bislang allerdings nicht an.
Wie der WDR berichtet, begründet der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes Wadersloh, Thomas Lorig, die Forderung mit einem aus seiner Sicht nicht mehr auflösbaren Glaubwürdigkeitsproblem. Die Kritik richtet sich vor allem gegen den Widerspruch zwischen Spahns persönlicher Entscheidung für eine Leihmutterschaft in den USA und der politischen Haltung der CDU.
Der Gemeindeverband hatte Spahn bereits im Juli öffentlich kritisiert. Die jetzige Forderung geht jedoch deutlich weiter, weil sie nicht nur politische Führungsämter, sondern sein Bundestagsmandat betrifft.
Spahn und sein Ehemann Daniel Funke hatten im Juli öffentlich gemacht, dass sie mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden sind. Die CDU lehnt Leihmutterschaft in Deutschland ab und hatte diese Position auf ihrem Bundesparteitag im Februar 2026 erneut bekräftigt.
Spahn zog daraufhin politische Konsequenzen. Am 18. Juli trat er als Vorsitzender der Unionsfraktion zurück. Im August wurde zudem bekannt, dass er nicht erneut für den Vorsitz des CDU-Bezirksverbandes Münsterland kandidieren will.
Die Forderung aus Wadersloh ist bislang keine gemeinsame Position der CDU im Münsterland. Der CDU-Kreisverband Borken verlangt keinen Mandatsverzicht. Auch aus Münster gibt es keine entsprechende Forderung.
Wadersloh gehört zwar zum CDU-Bezirksverband Münsterland, liegt aber nicht in Spahns Bundestagswahlkreis. Spahn wurde 2025 im Wahlkreis Steinfurt I – Borken I direkt gewählt und will sein Mandat bislang behalten.
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