BMW iX3 erreicht 100.000 Bestellungen trotz Ergebnisdruck

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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100.000 iX3-Bestellungen treffen auf schwächere BMW-Zahlen

München. BMW startet mit zwei gegensätzlichen Signalen in die zweite Septemberhälfte. In Europa lag die Zahl der Bestellungen für den neuen BMW iX3 ein Jahr nach seiner Weltpremiere bei 100.000. Gleichzeitig lagen Umsatz und Ergebnis des Autobauers im ersten Halbjahr deutlich unter dem Vorjahresniveau, während die im Juni gesenkte Jahresprognose bestehen blieb. Der iX3 wird damit zu einem wichtigen Test dafür, ob BMW mit der Neuen Klasse neue Nachfrage erzeugen kann, obwohl der Konzern vor allem in China und Teilen Asiens unter erheblichem Druck steht.

Die neue Bestellzahl wurde am Dienstag von der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf BMW bekannt. Nach Angaben des Konzerns lag sie allein für Europa bei 100.000 Fahrzeugen. Damit handelt es sich BMW zufolge um den bislang stärksten Start eines neuen Modells im ersten Jahr seiner Verfügbarkeit. Ende August lag der von BMW selbst veröffentlichte Stand noch knapp unter dieser Schwelle. Damals hatte Vertriebsvorstand Jochen Goller erklärt, dass der Meilenstein in Kürze erreicht werde.

Umsatz und Vorsteuergewinn liegen deutlich unter Vorjahr

Die operative Ausgangslage bleibt dennoch angespannt. Der Konzernumsatz lag im ersten Halbjahr 2026 bei 62,266 Milliarden Euro, nach 67,685 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang lag bei 8,0 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 4,045 Milliarden Euro, nach 5,727 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Der Rückgang lag bei 29,4 Prozent.

Auch im zweiten Quartal lag der Umsatz mit 31,259 Milliarden Euro unter dem Vorjahreswert von 33,927 Milliarden Euro. Das Minus lag bei 7,9 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern belief sich im Quartal auf 1,697 Milliarden Euro, nach 2,614 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang lag bei 35,1 Prozent.

Besonders deutlich war die Verschlechterung im eigentlichen Autogeschäft. Der Umsatz des Segments Automobile lag im ersten Halbjahr bei 54,321 Milliarden Euro, 7,4 Prozent unter dem Vorjahr. Das operative Ergebnis des Segments belief sich auf 1,974 Milliarden Euro, nach 3,626 Milliarden Euro im ersten Halbjahr 2025. Das Minus lag bei 45,6 Prozent. Die EBIT-Marge des Autogeschäfts lag nach sechs Monaten bei 3,6 Prozent und im zweiten Quartal bei 2,3 Prozent.

Warum BMW die Prognose für 2026 gesenkt hat

BMW hatte seine Jahresprognose bereits Mitte Juni nach unten korrigiert. In der neuen Prognose lag der erwartete Korridor für die EBIT-Marge des Segments Automobile bei 1 bis 3 Prozent. Zuvor lag die Zielspanne bei 4 bis 6 Prozent. Zugleich rechnet BMW nun mit einem leichten Rückgang der Fahrzeugauslieferungen und mit einem deutlichen Rückgang des Konzernergebnisses vor Steuern.

Als wesentlichen Grund nennt BMW die Verschlechterung des chinesischen Automarktes. Der Absatzrückgang dort konnte durch bessere Geschäfte in Europa und den USA nicht ausgeglichen werden. Zusätzlich belasteten der intensivere Wettbewerb in China und anderen asiatischen Märkten, ungünstige Währungs- und Rohstoffeffekte sowie höhere Abschreibungen das Ergebnis. Im zweiten Quartal lag die Belastung der EBIT-Marge im Autogeschäft durch zusätzliche Importzölle bei rund 1,25 Prozentpunkten. Die Belastung durch Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation für BMW Brilliance Automotive lag bei weiteren rund 1,2 Prozentpunkten.

Hinzu kamen Auswirkungen des Konflikts im Nahen Osten. BMW verwies bei der Prognosesenkung auf höhere Energiepreise und eine schwächere Konsumstimmung in mehreren Märkten. Außerdem beschleunigt der Konzern sein Spar- und Strukturprogramm. Für das inzwischen mit dem Betriebsrat vereinbarte Personalstrukturprogramm lag die mögliche Belastung der Jahresmarge nach BMW-Angaben bei bis zu 1,25 Prozentpunkten.

Aktienrückkauf: 625 Millionen Euro sind die Obergrenze

Beim Aktienrückkauf ist eine Differenzierung wichtig. Das Volumen der seit Anfang Juli laufenden dritten Tranche lag laut BMW bei maximal 625 Millionen Euro. Dieser Betrag wurde bislang aber nicht vollständig eingesetzt. Bis einschließlich 13. September belief sich der tatsächliche Kaufpreis der in dieser Tranche erworbenen Aktien auf 314,895 Millionen Euro. Die Zahl der seit Anfang Juli zurückgekauften Stammaktien belief sich auf 5.320.469.

Die zuvor abgeschlossene zweite Tranche belief sich dagegen tatsächlich auf 624,999 Millionen Euro. Die Zahl der dabei zwischen Anfang Januar und Ende Juni erworbenen Stammaktien belief sich auf 8.252.475. Das gesamte Aktienrückkaufprogramm hat ein Maximalvolumen von 2 Milliarden Euro. Der bis zum 13. September ausgewiesene Kaufpreis des gesamten laufenden Programms belief sich auf rund 1,690 Milliarden Euro.

BMW hält damit trotz der schwächeren Geschäftsentwicklung an seiner Kapitalrückführungsstrategie fest. Die dritte Tranche soll spätestens Ende November abgeschlossen sein. Hauptzweck des Programms ist nach Unternehmensangaben der Einzug eigener Aktien und die entsprechende Verringerung des Grundkapitals. Ein kleinerer Teil kann für Mitarbeiterprogramme verwendet werden.

iX3 wird zum Schlüsselmodell der Neuen Klasse

Der iX3 erhält vor diesem Hintergrund zusätzliche Bedeutung. Seit seiner Weltpremiere lag sein Anteil an den Bestellungen vollelektrischer BMW-Modelle in Europa bei rund einem Drittel. Innerhalb der gesamten X3-Familie lag der Anteil des vollelektrischen iX3 nach den zuletzt veröffentlichten BMW-Angaben bei rund der Hälfte der Bestellungen.

Auch bei den Auslieferungen elektrischer Fahrzeuge zeigte Europa zuletzt eine deutlich bessere Entwicklung als andere Märkte. Die Zahl der in Europa ausgelieferten vollelektrischen Fahrzeuge der BMW Group lag im zweiten Quartal bei 81.445 Einheiten. Das Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum lag bei 38 Prozent. Der Anteil vollelektrischer Fahrzeuge am gesamten Europa-Absatz lag im ersten Halbjahr bei rund 28 Prozent.

Der iX3 ist das erste Serienmodell der Neuen Klasse und zugleich das Anlaufmodell für das neue BMW-Werk im ungarischen Debrecen. Die dortige Produktion wurde wegen der Nachfrage schneller hochgefahren als ursprünglich vorgesehen. Die Zahl der produzierten iX3 lag bereits im Sommer bei 50.000 Fahrzeugen. BMW führte deshalb früher als geplant eine zweite Schicht ein. Mit dem neuen i3 folgt das zweite Modell der Neuen Klasse. Die von BMW bis Ende 2027 angekündigte Zahl neuer oder überarbeiteter Modelle mit Technologien und Designmerkmalen der Neuen Klasse lag bei mehr als 40.

BMW-Aktie reagierte deutlich auf die Prognosesenkung

Die deutlichste Kursreaktion gab es bereits nach der Prognosesenkung im Juni. Nach Angaben von Reuters lag die BMW-Aktie am Abend der Bekanntgabe um 18.10 Uhr GMT, entsprechend 20.10 Uhr MESZ, im Frankfurter Handel 6,6 Prozent im Minus.

Vor Veröffentlichung der neuen iX3-Bestellzahl lag der jüngste Xetra-Schlusskurs am Montag um 17.37.26 Uhr MESZ bei 62,72 Euro. Die Tagesveränderung lag laut MarketScreener bei minus 0,44 Prozent. Eine unmittelbare Reaktion auf die am frühen Dienstagmorgen bekannt gewordenen 100.000 europäischen iX3-Bestellungen war um 7.10 Uhr MESZ noch nicht im regulären Xetra-Handel messbar, weil dieser zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen hatte.

Damit treffen bei BMW derzeit zwei Entwicklungen aufeinander. Das bestehende Geschäft wird von schwächerem Absatz in China, hohen Kosten und einem schwierigeren internationalen Marktumfeld belastet. Gleichzeitig liefert der iX3 erstmals einen größeren Hinweis darauf, dass die milliardenschwere Neue Klasse bei europäischen Kunden auf Nachfrage stößt. Ob dieser Produktimpuls ausreicht, um den Ergebnisdruck im weiteren Jahresverlauf spürbar abzufedern, hängt vor allem von der Absatzentwicklung, der Preisgestaltung und dem weiteren Verlauf des chinesischen Marktes ab.

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