Union und SPD unterstützen neue Bahntrasse im Norden

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Union und SPD haben sich im Bundestag grundsätzlich auf einen gemeinsamen Kurs für die geplante Neubaustrecke Hamburg Hannover verständigt. Die Regierungsfraktionen wollen das Großprojekt zwischen den beiden norddeutschen Metropolen weiterverfolgen und zugleich Verbesserungen an der bestehenden Bahnstrecke erreichen. Eine endgültige Entscheidung des Bundestags steht allerdings noch aus. Sie ist für den 24. September vorgesehen.

Koalition setzt auf Neubau und Verbesserungen im Bestand

Bereits vor der parlamentarischen Sommerpause hatten Verkehrspolitiker von CDU/CSU und SPD einen gemeinsamen Entwurf ausgearbeitet. Der CDU-Verkehrspolitiker Michael Donth erklärte damals, seine Fraktion stehe hinter der Neubaustrecke, halte aber auch kurzfristige Verbesserungen an der bestehenden Verbindung für erforderlich. Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Isabel Cademartori, bestätigte ebenfalls, dass ein gemeinsamer Entwurf vorliege. Die Entscheidung wurde anschließend auf September verschoben.

Am 10. September setzte der Bundestag bereits ein weiteres Signal für die Fortsetzung der Planungen. Ein Antrag der AfD, die Fertigstellung der Autobahn 20 gegenüber der Bahn-Neubaustrecke zu priorisieren und die Planung der neuen Bahnverbindung nicht weiterzuverfolgen, wurde mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD, Grünen und Linken abgelehnt. Dieser Beschluss ersetzt jedoch nicht die noch ausstehende parlamentarische Entscheidung über die konkrete Bahnplanung.

Bundestag stimmt am 24. September über Projekt ab

Nach Angaben des Bundestags soll der Verkehrsausschuss eine Beschlussempfehlung zum Bericht des Bundesverkehrsministeriums vorlegen. Das Plenum soll anschließend am Donnerstag, 24. September, über das weitere Vorgehen beraten und abstimmen. Damit könnte die parlamentarische Befassung mit der derzeitigen Vorzugsvariante einen entscheidenden Schritt weiterkommen.

Die Planungen sehen eine zweigleisige Neubaustrecke zwischen Hannover-Vinnhorst und Hamburg-Meckelfeld mit einer Länge von rund 109 Kilometern vor. Die voraussichtlichen Kosten wurden im parlamentarischen Verfahren mit 8,8 Milliarden Euro angegeben. Das Eisenbahn-Bundesamt kam bei seiner Prüfung zu dem Ergebnis, dass die von DB InfraGO entwickelte Vorzugsvariante die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und der vorgeschriebene Grundsatz von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit gewahrt wird.

Neue Strecke ist Bestandteil der Deutschlandtakt-Planungen

Das Projekt soll einen der besonders belasteten Korridore im deutschen Schienennetz entlasten und zusätzliche Kapazitäten für Personen- und Güterzüge schaffen. Nach den Planungen für den Deutschlandtakt soll die Fahrzeit im Fernverkehr zwischen Hamburg und Hannover auf 59 Minuten sinken. Vorgesehen sind auf der Relation drei Fernverkehrszugpaare pro Stunde mit Halt in Hamburg-Harburg sowie zusätzliche Verbindungen.

Zwischen Hannover und Lüneburg soll der Regionalverkehr langfristig auf einen durchgehenden Halbstundentakt verdichtet werden. Zwischen Lüneburg und Hamburg sind in der Hauptverkehrszeit bis zu fünf Züge pro Stunde und Richtung vorgesehen. Untersuchungen im Auftrag des Bundes kommen zu dem Ergebnis, dass für die geplanten Zugzahlen und Fahrzeiten zusätzliche Gleise benötigt werden. Als Vorzugsvariante wurde deshalb der Neubau gewählt.

Projekt bleibt in Niedersachsen umstritten

In den betroffenen Regionen gibt es seit Jahren unterschiedliche Positionen zu dem Vorhaben. Bei einer Anhörung des Verkehrsausschusses im April sprachen sich Sachverständige sowohl für als auch gegen die geplante Neubaustrecke aus. Kritiker verwiesen unter anderem auf Kosten, Eingriffe entlang der Trasse und mögliche Alternativen durch einen stärkeren Ausbau bestehender Strecken. Befürworter sehen zusätzliche Gleise dagegen als Voraussetzung für mehr Kapazität und den geplanten Deutschlandtakt.

Die Deutsche Bahn hatte nach Prüfung von 29 Varianten im Juni 2025 ihre Vorzugsvariante vorgestellt. Parallel wird die bestehende Strecke weiter modernisiert. Für 2026 sind dort bereits umfangreiche Arbeiten an Gleisen, Stellwerken und Brücken vorgesehen. Eine umfassende Sanierung der Bestandsstrecke soll unabhängig von der langfristigen Entscheidung über zusätzliche Gleise erfolgen.

Ob der Bundestag die Vorzugsvariante am 24. September in der vorgesehenen Form bestätigt und welche zusätzlichen Vorgaben für die bestehende Strecke in den Beschluss aufgenommen werden, war zunächst noch nicht endgültig entschieden.

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