Neue Spuren nach elf Jahren: Mordkommission rollt Fall in Greven neu auf

Elf Jahre nach dem Leichenfund am Dortmund-Ems-Kanal in Greven gibt es neue Spuren. Die Polizei Münster sucht erneut Zeugen.
Bild: Polizei Münster Das Foto zeigt den ausgebrannten Pkw

Teilen:

Greven/Münster. Mehr als elf Jahre nach dem Fund eines ausgebrannten Autos mit einem Toten am Dortmund-Ems-Kanal bekommt der Cold Case Greven neue Dynamik. Eine eigens eingesetzte Mordkommission der Polizei Münster hat die Ermittlungen neu aufgerollt. Fortschritte bei der technischen Auswertung und neue Ermittlungsergebnisse hätten zusätzliche Spuren ergeben. Polizei und Staatsanwaltschaft wenden sich deshalb erneut an Menschen, die möglicherweise mehr über die letzten Stunden des damals 44 Jahre alten Mannes wissen.

Spur des 44-Jährigen verlor sich nach Besuch in Lengerich

Entdeckt wurde das ausgebrannte Fahrzeug am Morgen des 18. Februar 2015. Gegen 8.25 Uhr wurde die Polizei zu einem Wirtschaftsweg parallel zum Dortmund-Ems-Kanal bei Schmedehausen gerufen. Die Fundstelle lag nahe einem Motocrossgelände. Im Wagen fanden die Einsatzkräfte menschliche Überreste, die später dem 44 Jahre alten Fahrzeughalter aus Greven zugeordnet wurden.

Nach den damaligen Ermittlungen war der Mann zwei Tage zuvor, am Rosenmontag, noch in Lengerich unterwegs. Öffentlich bekannt wurde seinerzeit, dass er gegen 14.45 Uhr eine Bekannte in der LWL-Klinik besucht hatte und den Besuch gegen 15.17 Uhr beendete. Einen für später am Nachmittag vorgesehenen Termin in Osnabrück nahm er nicht mehr wahr. Was anschließend geschah, gehört bis heute zu den zentralen ungeklärten Punkten des Falls.

Die Ermittlungen führten 2015 zunächst zu zwei Männern aus Lengerich und Münster. Beide kamen wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts in Untersuchungshaft. Im Juni desselben Jahres hob das Oberlandesgericht Hamm die Haftbefehle jedoch auf, weil aus Sicht des Gerichts kein ausreichender dringender Tatverdacht für die weitere Untersuchungshaft bestand. Der Tod des Greveners blieb ungeklärt.

„Aktenzeichen XY“ brachte Hinweise, aber keine Aufklärung

Auch eine bundesweite Öffentlichkeitsfahndung führte nicht zum entscheidenden Durchbruch. Am 11. Januar 2017 wurde der Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ vorgestellt. Nach damaligen Medienberichten meldeten sich anschließend zahlreiche mögliche Zeugen. Eine Aufklärung gelang dennoch nicht.

Die Staatsanwaltschaft Münster setzte für sachdienliche Hinweise eine Belohnung von 5.000 Euro aus. Sie gilt nach Angaben der Ermittlungsbehörden weiterhin.

Im Jahr 2025 entschieden Polizei und Staatsanwaltschaft schließlich, den gesamten Fall noch einmal als Cold Case zu untersuchen. Beim Polizeipräsidium Münster wurde dafür eine neue Mordkommission unter Leitung von Kriminalhauptkommissar Stefan Roling eingerichtet.

Ermittler prüfen frühere Aussagen erneut

Im Mittelpunkt stehen nun nicht nur neue technische Möglichkeiten. Polizei und Staatsanwaltschaft prüfen offenbar auch Aussagen, die bereits kurz nach dem Tod des 44-Jährigen aufgenommen wurden.

Nach Angaben der Ermittler besteht die Möglichkeit, dass einzelne Zeugen oder andere Auskunftspersonen 2015 nicht vollständig oder nicht wahrheitsgemäß ausgesagt haben. Sollten entsprechende falsche Angaben damals strafrechtlich relevant gewesen sein, wären mögliche Delikte inzwischen verjährt. Die Behörden hoffen deshalb, dass Menschen nach mehr als einem Jahrzehnt bereit sind, bislang zurückgehaltene Informationen weiterzugeben.

Besonders interessieren sich die Ermittler für den Aufenthalt des Greveners am 16. und 17. Februar 2015. Gesucht werden außerdem Menschen, die zwischen dem 17. Februar um 17 Uhr und dem 18. Februar um 4 Uhr im Bereich des Dortmund-Ems-Kanals, des Motocross-Platzes und der Guntruper Straße verdächtige Beobachtungen gemacht haben.

Auch Hinweise zum Tod des Mannes selbst können für die neue Mordkommission von Bedeutung sein.

Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizei Münster unter der Telefonnummer 0251 275-2241 entgegen.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu