Bangkok unter Wasser: Katastrophenfall für alle 50 Bezirke

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Nach mehreren Tagen mit außergewöhnlich starken Regenfällen hat Bangkok die Katastrophenlage auf die gesamte thailändische Hauptstadt ausgeweitet. Alle 50 Bezirke wurden am Samstag, 26. September, als Katastrophengebiete eingestuft. Straßen stehen unter Wasser, Kanäle sind bis an ihre Kapazitätsgrenzen gefüllt und in mehreren Stadtteilen drang Wasser in Gebäude ein. Besonders betroffen sind nach Angaben des Gouverneurs die östlichen Bezirke Bangkoks.

Die Bangkok Überschwemmungen folgen auf nahezu ununterbrochenen Regen seit Donnerstagnachmittag. Gouverneur Chadchart Sittipunt bezifferte die Niederschlagsmenge seit Beginn der Regenphase auf annähernd 300 Millimeter. Die Wassermassen überlasteten insbesondere das weit verzweigte Kanal- und Entwässerungssystem der Millionenmetropole.

Katastrophengebiet auf ganz Bangkok ausgeweitet

Bereits am Freitag waren zunächst Nong Chok, Suan Luang und Khan Na Yao als Katastrophengebiete ausgewiesen worden. Dort hatten mehr als 150 Millimeter Regen zu überlaufenden Kanälen und erheblichen Behinderungen geführt. Die erste Erklärung umfasste 13 Unterbezirke.

Am frühen Samstagmorgen ordnete Gouverneur Chadchart an, die nötigen Unterlagen für eine Ausweitung auf sämtliche 50 Bezirke vorzubereiten. Zu den gleichzeitig angeordneten Maßnahmen gehörten die Vorbereitung von Notunterkünften, die Versorgung mit Sandsäcken, zusätzliche Verkehrsmaßnahmen und besondere Unterstützung für gefährdete Einwohner. Spätere Berichte von AFP sowie von DW unter Berufung auf AFP, AP und Reuters meldeten die Katastrophenerklärung schließlich für das gesamte Stadtgebiet.

Die Einstufung bedeutet nicht, dass jeder Teil der riesigen Metropole gleichermaßen überflutet ist. Sie erleichtert vielmehr den zuständigen Stellen den Einsatz von Personal, Material und Hilfsmitteln sowie Unterstützungsleistungen für betroffene Haushalte.

Fast 300 Millimeter Regen seit Donnerstag

Die außergewöhnliche Regenmenge traf Bangkok innerhalb kurzer Zeit. Nach Angaben des Gouverneurs waren seit Donnerstagnachmittag nahezu 300 Millimeter gefallen. Messstationen registrierten allein innerhalb von 24 Stunden örtlich bis zu 210 Millimeter. An fünf Messstellen wurde die Marke von 200 Millimetern überschritten.

Vor allem im Osten der Stadt stiegen die Wasserstände in den Kanälen stark an. Pumpanlagen liefen nach Angaben der Behörden auf hoher Leistung, konnten das Wasser jedoch nur begrenzt ableiten, weil mehrere Kanäle bereits vollständig gefüllt waren. Bewohner tiefer gelegener Bereiche und von Siedlungen unmittelbar an Wasserläufen wurden aufgefordert, Wertgegenstände in höher gelegene Bereiche zu bringen.

Das thailändische Katastrophenschutzamt verschickte am Samstagmorgen um 9.22 Uhr Ortszeit zusätzlich eine Warnung per Cell Broadcast an Mobiltelefone in Bangkok. Darin wurde vor weiter steigenden Wasserständen in den Kanälen gewarnt. Bewohner sollten überschwemmte Bereiche möglichst meiden und sich vor Fahrten über den Zustand der Straßen informieren.

Zahlreiche Straßen in Bangkok überflutet

Die Überschwemmungen beeinträchtigen insbesondere den Straßenverkehr. Das Hochwasserschutzzentrum der Hauptstadt warnte Autofahrer mit kleineren Fahrzeugen ausdrücklich vor sieben besonders stark überfluteten Stellen. Darüber hinaus wurden 21 Straßen oder Straßenabschnitte genannt, die möglichst umfahren werden sollten. Betroffen waren unter anderem Bereiche an der Vibhavadi Rangsit Road, Ramkhamhaeng Road, Lat Krabang Road und Sukhumvit Soi 63.

Am Samstagmorgen waren nach Angaben des thailändischen Katastrophenschutzes an 44 Stellen in Bangkok Straßen überflutet. Insgesamt waren zu diesem Zeitpunkt außerdem 21 Provinzen Thailands von Überschwemmungen betroffen. Dort waren nach Behördenangaben mehr als 84.000 Menschen betroffen. Diese landesweite Zahl umfasst nicht ausschließlich Bangkok.

Für Verletzte oder Todesfälle infolge der aktuellen Überschwemmungen in Bangkok lagen zunächst keine belastbaren Angaben vor.

Wetterdienst hatte vor sehr starkem Regen gewarnt

Die Regenfälle waren bereits im Vorfeld angekündigt worden. Der thailändische Wetterdienst hatte für den Zeitraum vom 24. bis 27. September vor starken bis sehr starken Niederschlägen in mehreren Landesteilen gewarnt. Für Bangkok und die umliegenden Provinzen galt auch am Samstag eine Warnung vor sehr starkem Regen.

Ursache ist nach Angaben des Wetterdienstes ein kräftiges Tiefdruckgebiet, das sich über Teile Thailands bewegt und mit dem verstärkten Südwestmonsun zusammenwirkt. Dadurch steigt neben dem Risiko städtischer Überschwemmungen auch die Gefahr von Sturzfluten und schnell abfließendem Oberflächenwasser in anderen Landesteilen.

Weitere starke Niederschläge waren für Bangkok zunächst nicht ausgeschlossen. Die Behörden hatten bereits zuvor Einwohner insbesondere in östlichen Stadtteilen aufgefordert, bis mindestens Sonntag aufmerksam zu bleiben.

Bangkok ist wegen seiner Lage besonders anfällig

Bangkok liegt in der flachen Ebene des Chao-Phraya-Deltas und verfügt über ein dichtes Netz aus Kanälen, Pumpwerken und Entwässerungssystemen. Bei extremen Niederschlägen innerhalb kurzer Zeit kann das Wasser dennoch nicht schnell genug abfließen. Bei der aktuellen Lage erklärten Fachleute die überlasteten lokalen Entwässerungssysteme und die vollständig gefüllten Kanäle zum wesentlichen Problem. Ein Übertreten des Chao Phraya wurde zunächst nicht als Hauptursache der Überflutungen genannt.

Die aktuelle Situation erinnert an die grundsätzliche Hochwassergefährdung der thailändischen Hauptstadt, ist aber nicht ohne Weiteres mit früheren Katastrophen gleichzusetzen. Bei den schweren Überschwemmungen in Thailand im Jahr 2011 kamen landesweit mehr als 500 Menschen ums Leben und große Gebiete standen über Monate unter Wasser. Für eine vergleichbare Entwicklung im September 2026 gab es am Samstag keine belastbaren Hinweise.

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