Heizöl bleibt zum Start in den Oktober deutlich teurer

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Die Heizölpreise in Deutschland geben am Donnerstagmorgen leicht nach, bleiben zum Beginn des Oktobers aber auf einem hohen Niveau. Für eine Abnahmemenge von 3.000 Litern nennt das Preisportal esyoil am 1. Oktober 2026 um 8.16 Uhr einen bundesweiten Durchschnitt von 166,54 Euro je 100 Liter. Gegenüber dem zuvor erfassten Stand entspricht das einem Rückgang um 1,13 Euro oder 0,67 Prozent. HeizOel24 weist am Morgen einen sehr ähnlichen bundesweiten Durchschnitt von knapp 168 Euro je 100 Liter aus. Damit liegen die Heizölpreise aktuell weiterhin deutlich über dem Niveau, das noch zu Beginn des Septembers erreicht wurde.

Heizöl wird nach dem Septemberanstieg etwas günstiger

Die leichte Entspannung zum Monatswechsel folgt auf mehrere Wochen mit starken Schwankungen. Anfang September lag der bundesweite Durchschnittspreis bei HeizOel24 noch bei rund 150 Euro je 100 Liter. Am 18. September wurden zeitweise mehr als 173 Euro erreicht. Ende September bewegten sich die Preise anschließend wieder etwas nach unten. Am 28. September lag der bundesweite Durchschnitt bei rund 169 Euro je 100 Liter, am 30. September bei etwa 166 Euro je 100 Liter.

Auch der Wochenvergleich zeigt inzwischen eine gewisse Entlastung. Esyoil beziffert den Rückgang gegenüber der Vorwoche am Donnerstagmorgen auf 2,7 Prozent. Von einer Rückkehr zu den vergleichsweise niedrigen Preisen aus dem Frühsommer kann dennoch keine Rede sein. Ende Juni hatte Heizöl im Bundesdurchschnitt zeitweise nur rund 1,13 Euro je Liter gekostet.

Rohöl bleibt ein zentraler Preistreiber

Ein wesentlicher Grund für das hohe Heizölpreisniveau sind die gestiegenen Preise auf den internationalen Ölmärkten. Die Nordseesorte Brent kostete am Donnerstagmorgen rund 98 Dollar je Barrel. Damit lag der Preis zwar deutlich unter den zeitweise erreichten Werten der vergangenen Wochen, aber weiterhin weit über dem Stand aus dem Frühsommer. Ende Juni hatte Brent noch bei rund 73 Dollar je Barrel gelegen.

Am Ölmarkt sorgten zuletzt vor allem die Entwicklung der Lieferungen aus der Golfregion und die politischen Spannungen rund um Iran für größere Ausschläge. Am Donnerstag stabilisierten sich die Rohölpreise, nachdem sich die Exporte aus der Golfregion erholt hatten und die US Rohölbestände überraschend gestiegen waren. Brent notierte im frühen Handel bei rund 98,67 Dollar je Barrel. Im September war der Brent Preis insgesamt allerdings kräftig gestiegen.

Für Heizöl in Deutschland ist neben dem Rohölpreis auch der Preis für Gasöl von Bedeutung, einem wichtigen europäischen Referenzprodukt für Diesel und Heizöl. Hinzu kommt der Wechselkurs zwischen Euro und US Dollar, weil Rohöl und Ölprodukte international überwiegend in Dollar gehandelt werden. Ein schwächerer Euro kann steigende Beschaffungskosten in Europa zusätzlich verstärken.

Regionale Preisunterschiede bleiben erheblich

Wie viel Verbraucher tatsächlich bezahlen, hängt weiterhin stark vom Wohnort ab. Esyoil meldete am Morgen des 1. Oktober bei einer Abnahme von 3.000 Litern einen Durchschnitt von 162,16 Euro je 100 Liter für Niedersachsen. In Hamburg waren es 162,55 Euro und in Schleswig Holstein 163,40 Euro. Am oberen Ende lag Hessen mit 173,37 Euro je 100 Liter. Nordrhein Westfalen kam auf 168,70 Euro, Rheinland Pfalz auf 169,28 Euro.

Solche Unterschiede entstehen unter anderem durch regionale Händlerstrukturen, Transportwege, Lagerbestände und die aktuelle Nachfrage. Auch die bestellte Menge beeinflusst den Literpreis. Bundesweite Durchschnittswerte eignen sich deshalb vor allem zur Beobachtung des allgemeinen Trends und nicht als verbindlicher Angebotspreis für einen einzelnen Haushalt.

Energiepreise treiben die Inflation wieder stärker

Das erhöhte Niveau bei Öl und anderen Energieträgern zeigt sich inzwischen auch deutlicher in den allgemeinen Verbraucherpreisen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes lagen die Energiepreise im September 2026 insgesamt 14,9 Prozent über dem entsprechenden Vorjahresmonat. Im August hatte der Anstieg noch 10,5 Prozent und im Juli 8,3 Prozent betragen. Die gesamte Inflationsrate erreichte im September voraussichtlich 3,3 Prozent.

Schon im August hatte Destatis steigende Energiepreise als wichtigen Treiber der Inflation bezeichnet. Kraftstoffe verteuerten sich damals gegenüber August 2025 um 27,7 Prozent. Heizöl und Kraftstoffe hatten sich bereits in den Monaten zuvor deutlich verteuert, nachdem die internationalen Ölpreise im Jahresverlauf kräftig gestiegen waren.

Heizsaison beginnt mit weiter hoher Unsicherheit

Für Haushalte mit Ölheizung beginnt die Heizsaison damit auf einem deutlich höheren Preisniveau als noch vor wenigen Monaten. Kurzfristig hat sich die Lage Anfang Oktober zwar etwas entspannt, doch die großen Einflussfaktoren bleiben beweglich. Dazu gehören die Rohölversorgung aus dem Nahen Osten, die Entwicklung der Ölproduktmärkte, die Lagerbestände sowie der Wechselkurs des Euro.

Die Zahlen vom 1. Oktober zeigen deshalb vor allem zwei Entwicklungen: Gegenüber der Vorwoche ist Heizöl etwas günstiger geworden, gleichzeitig liegt der Preis weiterhin deutlich über den Werten aus dem Frühsommer. Für Verbraucher bedeutet das, dass regionale Angebote stärker voneinander abweichen können und sich der bundesweite Durchschnitt auch innerhalb eines Tages verändern kann.

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