US-Wirtschaft wuchs Ende 2025 deutlich schwächer als zunächst gedacht

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die US-Wirtschaft ist im Schlussquartal 2025 deutlich langsamer gewachsen als zunächst berechnet. Das Bureau of Economic Analysis, die für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen zuständige Behörde des US-Handelsministeriums, hatte seine Schätzung für das reale Bruttoinlandsprodukt im Frühjahr zweimal nach unten korrigiert. Statt der ursprünglich gemeldeten annualisierten Wachstumsrate von 1,4 Prozent standen in der dritten Schätzung nur noch 0,5 Prozent.

Das US-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal 2025 fiel damit wesentlich schwächer aus als noch bei der ersten Berechnung im Februar angenommen. Zugleich zeigen inzwischen veröffentlichte Jahresrevisionen, dass einzelne Quartalswerte nicht isoliert betrachtet werden sollten. Für das Gesamtjahr 2025 wurde das Wachstum zuletzt sogar etwas höher angesetzt als zuvor.

Wachstum sank von 1,4 auf 0,5 Prozent

Die erste Berechnung für die Monate Oktober bis Dezember 2025 veröffentlichte das Bureau of Economic Analysis am 20. Februar 2026. Damals ging die Behörde davon aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,4 Prozent gewachsen war.

Schon die zweite Schätzung vom 13. März veränderte dieses Bild erheblich. Das Wachstum wurde auf 0,7 Prozent herabgesetzt. Nach Angaben der Behörde gingen die Änderungen unter anderem auf niedrigere Berechnungen für Exporte, Konsumausgaben, Staatsausgaben und Investitionen zurück.

Mit der dritten Schätzung vom 9. April folgte die nächste Korrektur nach unten. Die annualisierte Wachstumsrate sank nochmals um 0,2 Prozentpunkte auf 0,5 Prozent. Ausschlaggebend war diesmal vor allem eine schwächere Einschätzung der Investitionen.

Damit reduzierte sich die ursprüngliche Wachstumsrate innerhalb von weniger als zwei Monaten insgesamt um 0,9 Prozentpunkte. Die US-Wirtschaft expandierte im vierten Quartal zwar weiterhin, der Zuwachs war aber erheblich geringer als zunächst angenommen.

Deutlicher Rückgang gegenüber dem dritten Quartal

Die schwache Entwicklung zum Jahresende fällt besonders im Vergleich mit dem vorherigen Quartal auf. Im dritten Quartal 2025 hatte das reale Bruttoinlandsprodukt nach den damals veröffentlichten Daten noch kräftig zugelegt.

Für das Schlussquartal nannte die US-Behörde vor allem steigende Konsumausgaben und Investitionen als positive Beiträge. Rückgänge bei den Staatsausgaben und den Exporten bremsten dagegen die Wirtschaftsleistung. Auch die Entwicklung der Importe beeinflusst die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts, da Einfuhren in der volkswirtschaftlichen Rechnung abgezogen werden.

Eine Besonderheit des vierten Quartals war zudem der vorangegangene teilweise Stillstand der US-Bundesverwaltung im Oktober und November 2025. Das Bureau of Economic Analysis schätzte bei seiner ersten Berechnung, dass die dadurch geringere staatliche Leistung das annualisierte BIP-Wachstum im vierten Quartal um rund einen Prozentpunkt gedrückt hatte.

US-Daten werden regelmäßig nachträglich angepasst

Dass sich amerikanische BIP-Zahlen nach ihrer ersten Veröffentlichung verändern, gehört zum üblichen Verfahren. Das Bureau of Economic Analysis legt für ein Quartal zunächst eine vorläufige Berechnung vor und aktualisiert diese anschließend, wenn vollständigere Daten zu Konsum, Investitionen, Handel und anderen Bestandteilen der Wirtschaftsleistung verfügbar werden.

Zusätzlich nimmt die Behörde regelmäßig umfassendere Jahresrevisionen vor. Die jüngste Aktualisierung wurde am 30. September 2026 veröffentlicht und umfasste Daten vom ersten Quartal 2021 bis zum ersten Quartal 2026. Dabei flossen neue und überarbeitete Ausgangsdaten sowie methodische Verbesserungen und aktualisierte saisonale Berechnungen ein.

Die Revision veränderte auch das Bild des Gesamtjahres 2025. Das reale Bruttoinlandsprodukt wird inzwischen mit einem Wachstum von 2,3 Prozent gegenüber 2024 ausgewiesen. Zuvor hatte die Schätzung bei 2,1 Prozent gelegen.

Schwaches Schlussquartal ändert Gesamtjahresbild nicht grundlegend

Die zweimalige Herabsetzung für das vierte Quartal bedeutet deshalb nicht, dass die gesamte US-Wirtschaft 2025 entsprechend stark nach unten korrigiert wurde. Quartalswachstum und Jahreswachstum messen unterschiedliche Vergleichszeiträume.

Während die 0,5 Prozent für das vierte Quartal eine annualisierte Veränderungsrate gegenüber dem dritten Quartal darstellen, vergleicht die Jahresrate die durchschnittliche reale Wirtschaftsleistung des gesamten Jahres 2025 mit der des Jahres 2024. Durch spätere Änderungen in mehreren Quartalen und Wirtschaftsbereichen kann die Jahresrate daher steigen, obwohl ein einzelnes Quartal zuvor nach unten korrigiert wurde.

Die jüngste umfassende Aktualisierung zeigt genau diesen Effekt. Trotz des schwachen Schlussquartals wird das reale Wachstum der Vereinigten Staaten für das Gesamtjahr 2025 heute etwas stärker eingeschätzt als noch im Frühjahr. Die Entwicklung verdeutlicht zugleich, wie deutlich sich erste Konjunkturschätzungen verändern können, wenn zusätzliche Unternehmens-, Handels- und Konsumdaten in die Berechnung eingehen.

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