Manipulierte Ledger-Wallets: Hersteller zieht Konsequenzen

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Grzegorz Walczak

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Der französische Krypto-Spezialist Ledger hat einen gezielten Angriff auf seine Hardware-Wallets bestätigt. Unbekannte hatten manipulierte Ledger-Wallets mit versteckter Elektronik ausgestattet, um an die Zugangsdaten der Nutzer zu gelangen. Betroffen waren nach bisherigen Erkenntnissen Geräte aus dem südostasiatischen Vertrieb. Ledger hat daraufhin Verkäufe über mehrere Händler aussetzen lassen und seine Sicherheitsvorgaben verschärft.

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Versteckte Bauteile lesen Wiederherstellungsphrase aus

Ausgangspunkt waren Meldungen über verschwundene Kryptowährungen vom 9. Oktober 2026. Betroffene Kunden hatten ihre Ledger-Hardware-Wallets über den Händler CryptoBilis erworben. Bei der anschließenden Untersuchung entdeckten Sicherheitsexperten des Herstellers ein zusätzlich eingebautes Hardware-Implantat.

Die Manipulation ermöglichte es, die 24 Wörter der Wiederherstellungsphrase beim Einrichten des Geräts auszulesen. Die erfassten Informationen konnten anschließend über eine Mobilfunkverbindung mit integrierter eSIM übertragen werden. Wer diese Wörter besitzt, kann auf die zugehörigen Krypto-Vermögenswerte zugreifen.

Nach Angaben von Ledger blieb der eigentliche Sicherheitschip unverändert. Auch das Betriebssystem und die zentralen Unternehmensserver seien nicht kompromittiert worden. Der Angriff setzte stattdessen bei Geräten an, die den Hersteller bereits verlassen hatten.

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Millionenschaden noch nicht abschließend bestätigt

Externe Blockchain-Analysten schätzten die möglichen Verluste zeitweise auf mehr als 90 Millionen US-Dollar. Eine abschließend bestätigte Schadenssumme liegt jedoch nicht vor. Ledger konnte bislang weder den Gesamtverlust noch die genaue Zahl betroffener Kunden bestätigen.

In seiner Stellungnahme vom 15. Oktober erklärte das Unternehmen, dass die Geräte nachträglich geöffnet, verändert und wieder in Umlauf gebracht worden seien. Die Ermittlungen sollen klären, an welchen Stellen der Vertriebswege die Manipulationen stattfanden. Ledger arbeitet nach eigenen Angaben mit Strafverfolgungsbehörden zusammen.

Auch in Deutschland wurden Geräte überprüft

Der Vorfall hatte auch Folgen für den europäischen Handel. Nach einem Hinweis auf ein möglicherweise manipuliertes Gerät in Deutschland setzte MediaMarktSaturn am 13. Oktober den Verkauf von Ledger-Produkten vorläufig aus.

Ein damit zusammenhängender Verlust von Kryptowährungen wurde in Deutschland zunächst nicht bestätigt. Ledger untersuchte nach eigenen Angaben Geräte aus Geschäften und Lagerbeständen, darunter auch Exemplare aus Deutschland. Bei diesen Kontrollen seien keine Manipulationen festgestellt worden.

Das Unternehmen erklärte zudem, dass bislang keine Hinweise auf eine Kompromittierung seiner eigenen Systeme oder des Direktvertriebs vorlägen.

Ledger verschärft Regeln für Händler

Als Reaktion auf den Vorfall forderte Ledger autorisierte Vertriebspartner in Südostasien und Hongkong auf, den Verkauf vorübergehend auszusetzen. Gleichzeitig gelten seit dem 15. Oktober zusätzliche Vorgaben für den Umgang mit den Geräten.

Hardware-Wallets sollen bei Händlern nicht mehr offen im Verkaufsraum ausliegen, sondern erst beim Kauf aus gesicherten Lagerbereichen herausgegeben werden. Bereits zurückgegebene Geräte dürfen nicht erneut verkauft werden. Auffälligkeiten an Produkten müssen Händler unmittelbar melden.

Ledger kündigte außerdem weitere technische Schutzmaßnahmen gegen vergleichbare Manipulationen an.

Das sollten Ledger-Nutzer jetzt beachten

Besonders vorsichtig sollten Käufer sein, die ihre Geräte über CryptoBilis bezogen haben. Ledger empfiehlt, noch nicht eingerichtete Geräte aus diesem Vertriebskanal zunächst nicht in Betrieb zu nehmen und den offiziellen Kundensupport zu kontaktieren.

Wer ein möglicherweise betroffenes Gerät bereits eingerichtet hat, sollte verbliebene Kryptowährungen auf eine vertrauenswürdige neue Wallet mit einer vollständig neu erzeugten Wiederherstellungsphrase übertragen. Die bisherige Phrase darf dabei nicht weiterverwendet werden.

Auch eine erfolgreiche elektronische Echtheitsprüfung bietet keinen vollständigen Schutz vor nachträglich eingebauten Bauteilen. Nutzer sollten ihre Wiederherstellungsphrase niemals an Dritte weitergeben. Ledger weist ausdrücklich darauf hin, dass der eigene Support diese Zugangsdaten nicht anfordert.

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