Berlin verabschiedet sich von alten Fahrkartenautomaten

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) planen einen grundlegenden Umbau ihres Ticketverkaufs. Ab 2029 sollen die bisherigen Fahrkartenautomaten schrittweise durch kompakte Geräte ersetzt werden, an denen Fahrgäste kontaktlos bezahlen. Gedruckte Tickets werden dort nicht mehr ausgegeben. Ganz verschwinden sollen Papierfahrkarten allerdings nicht. Auch Menschen ohne Smartphone oder Bankkonto sollen weiterhin Busse und Bahnen nutzen können.

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Rund 3.600 neue Geräte sollen die bisherigen Automaten ersetzen

Die neuen Ticketautomaten der BVG heißen Validatoren und sollen künftig in Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnhöfen eingesetzt werden. Insgesamt plant das Verkehrsunternehmen die Anschaffung von rund 3.600 Geräten. Das Vergabeverfahren soll Anfang 2027 beginnen, die Einführung ist ab 2029 vorgesehen. Nach dem bislang genannten Zeitplan könnte der Austausch bis 2031 abgeschlossen sein.

An den neuen Terminals wählen Fahrgäste zunächst einen Fahrschein auf dem Bildschirm aus und bezahlen anschließend kontaktlos mit einer Bankkarte, einem Smartphone oder einer speziellen Guthabenkarte. Der Fahrschein wird nicht mehr ausgedruckt, sondern digital gespeichert und mit dem verwendeten Zahlungsmittel verknüpft. Bei einer Kontrolle kann das Ticket über die entsprechende Karte geprüft werden.

Zunächst sollen die Geräte gängige Tickets für die Berliner Tarifbereiche AB und ABC anbieten. Welche Fahrkarten genau erhältlich sein werden, stimmen die BVG, der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg und das Land Berlin noch ab.

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Ticketkauf soll auch ohne Smartphone möglich bleiben

Besonders wichtig ist die geplante Umstellung für Menschen, die weder ein Smartphone besitzen noch digitale Bezahlangebote nutzen möchten. Für sie sieht die BVG weiterhin eine Alternative vor. Mit der bereits verfügbaren BVG-Guthabenkarte können Fahrgäste künftig auch an den neuen Terminals bezahlen.

Die Karte ist wiederaufladbar, übertragbar und nicht an ein persönliches Bankkonto gebunden. Sie kann in den BVG-Kundenzentren und an rund 900 weiteren Anlaufstellen in Berlin erworben werden. Dort ist auch eine Aufladung mit Bargeld möglich. Fahrgäste können somit weiterhin Bargeld einsetzen, müssen dieses allerdings vor dem Ticketkauf am neuen Terminal in Kartenguthaben umwandeln.

Papierfahrkarten bleiben weiterhin erhältlich

Trotz der Digitalisierung bedeutet die Umstellung nicht das vollständige Ende der Papierfahrkarte. Die BVG will das bisherige Ticketangebot in ihren Kundenzentren sowie bei zahlreichen Verkaufsstellen, Kiosken und Spätverkaufsstellen aufrechterhalten.

Damit bleibt auch der klassische Kauf eines Fahrscheins ohne eigenes digitales Endgerät möglich. Anders sieht es an den neuen Terminals aus, die ausschließlich elektronische Fahrscheine ausgeben sollen.

Noch nicht abschließend geklärt ist die Zukunft der bisherigen Entwerter. Bislang müssen zahlreiche Papierfahrkarten vor Fahrtantritt an den entsprechenden Geräten abgestempelt werden. Einen konkreten Zeitplan für eine vollständige Abschaffung dieser Entwerter hat die BVG nicht bekannt gegeben. Wie die Entwertung klassischer Fahrscheine nach Abschluss der Modernisierung organisiert werden soll, blieb zunächst offen.

Digitale Tickets dominieren bereits den Verkauf

Die geplante Erneuerung hängt auch mit dem veränderten Kaufverhalten zusammen. Nach BVG-Angaben werden inzwischen mehr als die Hälfte aller Einzel- und Tagestickets über Smartphone-Apps erworben. An den Automaten in U-Bahnhöfen erfolgen bereits mehr als 75 Prozent der Käufe bargeldlos.

Gleichzeitig sinkt die Nachfrage nach Fahrscheinen direkt in den Fahrzeugen. Im Durchschnitt werden nach Unternehmensangaben täglich nur noch etwa drei Tickets je Bus und sechs Tickets je Straßenbahn verkauft.

Hinzu kommt das Alter der bestehenden Technik. Die Automaten in den Straßenbahnen sind teilweise seit mehr als drei Jahrzehnten im Einsatz. Durch die neuen Geräte will die BVG unterschiedliche Verkaufssysteme vereinheitlichen und die Bedienung vereinfachen.

Vor der endgültigen Ausgestaltung sollen Fahrgastverbände sowie Interessenvertretungen von Senioren und Menschen mit Behinderungen beteiligt werden. Dabei geht es insbesondere um eine verständliche Bedienung und die Barrierefreiheit der neuen Terminals.

Andere Städte setzen bereits auf kontaktloses Bezahlen

Mit der Umstellung folgt Berlin einer Entwicklung, die in anderen europäischen Metropolen bereits weiter fortgeschritten ist. In London können Fahrgäste schon seit Jahren mit kontaktlosen Bankkarten oder der wiederaufladbaren Oyster Card öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Klassische Papierfahrkarten sind dort für bestimmte Verbindungen weiterhin erhältlich.

Auch in Deutschland gibt es vergleichbare Angebote. Im Hamburger Verkehrsverbund können Fahrgäste mit der hvv Prepaid Card an geeigneten Automaten und in Bussen digitale Fahrscheine erwerben, ohne ein Smartphone oder Bankkonto zu benötigen. Gleichzeitig bleiben dort Bargeldkäufe an stationären Automaten und Servicestellen möglich.

Berlin geht damit ebenfalls den Weg zu einem stärker digitalisierten Ticketverkauf. Für Fahrgäste ändert sich vorerst nichts. Erst mit dem geplanten Austausch ab 2029 werden die neuen Bezahlmöglichkeiten nach und nach eingeführt.

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