
Münster. Nach dem tödlichen Messerangriff in einem Seniorenzentrum in Olfen gibt es neue Informationen zum Zustand der Opfer und zum Tatverdächtigen. Die beiden schwer verletzten Frauen im Alter von 81 und 83 Jahren befinden sich inzwischen außer Lebensgefahr. Das teilten die Staatsanwaltschaft Münster sowie die Polizei Coesfeld und die Polizei Münster am Montag mit. Bei der Tat am Freitagabend war eine 86-jährige Bewohnerin ums Leben gekommen. Der 72-jährige Tatverdächtige befindet sich mittlerweile in einem Justizvollzugskrankenhaus.
Die beiden überlebenden Opfer mussten im Laufe des Wochenendes operiert werden. Nach Angaben der Ermittlungsbehörden besteht für die Frauen derzeit keine Lebensgefahr mehr. Zuvor hatte sich insbesondere die 83-Jährige in einem kritischen Zustand befunden.
Der Angriff hatte sich am Freitagabend (16. Oktober) gegen 19 Uhr in der Cafeteria des Seniorenzentrums ereignet. Nach bisherigen Erkenntnissen soll ein 72-jähriger Bewohner der Einrichtung drei Mitbewohnerinnen mit einem Messer attackiert haben. Eine 86-Jährige erlag noch am Tatort ihren schweren Verletzungen. Die beiden anderen Frauen wurden in Krankenhäuser gebracht. Polizei und Rettungsdienste waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Auch zwei Rettungshubschrauber wurden eingesetzt.
Gegen den 72-jährigen Beschuldigten hatte eine Richterin des Amtsgerichts Münster bereits am Samstagabend (17. Oktober) Haftbefehl erlassen. Ihm werden Totschlag sowie zweifach versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen. Nach der richterlichen Entscheidung wurde der Mann aufgrund mehrerer bestehender Vorerkrankungen in ein Justizvollzugskrankenhaus gebracht.
Zu den Hintergründen der Tat gibt es weiterhin keine gesicherten Erkenntnisse. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei mitteilten, äußerte sich der Beschuldigte bei seiner richterlichen Vorführung weder zum Tatablauf noch zu einem möglichen Motiv. Nach vorläufiger Bewertung liegen derzeit keine Hinweise auf eine dementielle Erkrankung des Mannes vor. Eine abschließende Einschätzung zu den Hintergründen des Angriffs ist damit nicht verbunden.
Die Ermittlungen werden von der Staatsanwaltschaft Münster und der zuständigen Mordkommission fortgesetzt. Dabei soll insbesondere geklärt werden, warum es zu der tödlichen Gewalttat kam. Für den 72-Jährigen gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
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