
Münster. Im Allwetterzoo Münster gibt es erfreuliche Nachrichten: Bei den Riesenottern ist erneut Nachwuchs zur Welt gekommen. Das Otterpaar Amérie und Lobo ist am 26. November 2025 Eltern von vier Jungtieren geworden. Für die Anlage bedeutet das eine besondere Entwicklung, denn innerhalb eines Jahres hat sich die Otterfamilie gleich zweimal vergrößert. Bereits im Frühjahr hatten die beiden Nachwuchs bekommen, nun ist die Gruppe auf insgesamt acht Tiere angewachsen.
Die Geburt kündigte sich bereits am Morgen an. Muttertier Amérie zeigte ein für sie ungewöhnliches Verhalten, zog sich zurück und verweigerte das Futter. Über eine Kamera in der Wurfbox verfolgte die Tierpflege den Verlauf der Geburt aus der Distanz. Am frühen Nachmittag war das erste Jungtier zu sehen, bis zur Geburt aller vier dauerte es jedoch noch mehrere Stunden. Am Abend war der Nachwuchs vollständig und die Tiere konnten ungestört zusammenbleiben.
Dass Amérie so kurz nach dem letzten Wurf erneut trächtig wurde, mag auf den ersten Blick überraschen, ist bei Riesenottern jedoch kein Ausnahmefall. In freier Wildbahn bekommen die Tiere häufig zweimal im Jahr Nachwuchs. Die älteren Jungtiere übernehmen dann bereits Aufgaben innerhalb der Gruppe, helfen bei der Versorgung und sammeln wichtige Erfahrungen. Auch im Allwetterzoo waren die Geschwister aus dem Frühjahrsgeschehen teilweise bei der Geburt in unmittelbarer Nähe.
Inzwischen ist in der Wurfbox reger Betrieb. Die Jungtiere werden regelmäßig gesäugt und haben bereits erste Ausflüge ins Wasser unternommen. Vor allem Vater Lobo beteiligt sich aktiv an der Aufzucht und geht mit dem Nachwuchs schwimmen. Das Spiel im Wasser wirkt für Außenstehende mitunter ruppig, ist für die Jungtiere aber Teil ihres natürlichen Lernverhaltens und unproblematisch. Besucherinnen und Besucher können die Entwicklung auch über eine Live-Übertragung auf einem Bildschirm im Eingangsbereich der Meranti-Halle verfolgen.
Trotz der positiven Entwicklung bleibt die Situation sensibel. Die ersten Wochen nach der Geburt gelten bei Riesenottern als besonders kritisch. Die Tierpflege beobachtet die Familie daher engmaschig, hält den Bereich möglichst ruhig und reduziert äußere Einflüsse. Ein tierärztlicher Check ist erst zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen, um Mutter und Jungtiere nicht unnötig zu stressen.
Riesenotter stehen auf der Roten Liste der Internationalen Naturschutzunion als stark gefährdete Art. Der Verlust von Lebensräumen, verschmutzte Gewässer, Wilderei und zunehmender Tourismus haben die Bestände in Südamerika stark schrumpfen lassen. Ursprünglich waren die Tiere in weiten Teilen des tropischen Kontinents verbreitet, heute existieren größere Populationen vor allem noch in Brasilien und Peru. Der Allwetterzoo engagiert sich gemeinsam mit Partnerorganisationen für Schutz- und Erhaltungsprojekte in den natürlichen Lebensräumen der Tiere.
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