160 Sprachen, eine Stadt: Münster feiert den Internationalen Tag der Muttersprache 2026

Vom 13. bis 28. Februar 2026 feiert Münster den Internationalen Tag der Muttersprache mit über 20 Veranstaltungen zu Mehrsprachigkeit und kultureller Vielfalt.
Foto: Kyle Glenn

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Münster. Mehr als 160 Muttersprachen werden in Münster gesprochen. Was im Alltag oft selbstverständlich klingt, rückt im Februar bewusst in den Mittelpunkt: Vom 13. bis 28. Februar 2026 verwandelt sich die Stadt erneut in eine Bühne für sprachliche und kulturelle Vielfalt. Die zwölfte Auflage des Internationalen Tags der Muttersprache bringt Führungen, Lesungen, Filmabende, Vorträge und Familienangebote zusammen – verteilt über mehrere Stadtteile und ergänzt durch Online-Formate.

Im Zentrum steht die Idee, Mehrsprachigkeit nicht nur als Integrations- oder Bildungsthema zu betrachten, sondern als festen Bestandteil des urbanen Lebens. Museen, Theater, Bildungseinrichtungen und kirchliche Orte öffnen ihre Türen für Veranstaltungen in unterschiedlichen Sprachen – von Portugiesisch über Polnisch bis hin zu Swahili, Ukrainisch oder Kurdisch.

Internationaler Tag der Muttersprache in Münster: Auftakt mit Rundgängen

Zum Start stehen Führungen in verschiedenen Sprachen im Mittelpunkt. Am 13. Februar sind zwei Rundgänge auf Portugiesisch im LWL-Museum für Kunst und Kultur am Domplatz angekündigt. Einen Tag später folgt eine polnischsprachige Führung durch die Villa ten Hompel. Für diesen Termin ist eine Anmeldung erforderlich.

Damit verbindet die Reihe historische Orte der Stadt mit internationalen Sprachperspektiven. Ziel ist es, kulturelle Inhalte nicht nur zu übersetzen, sondern sie in unterschiedlichen Muttersprachen zugänglich zu machen.

Höhepunkt am 21. Februar: „Stimmen der Herkunft“

Der internationale Gedenktag selbst wird am 21. Februar begangen. In Münster bündelt sich an diesem Datum ein Schwerpunkt des Programms. Im Rathaus-Festsaal im Stadtweinhaus ist die Veranstaltung „Stimmen der Herkunft“ geplant. Dort soll auch ein Ehrenpreis an den Journalisten und Dokumentarfilmer Osman Okkan verliehen werden.

Parallel dazu finden weitere Formate statt, darunter eine zweisprachige Kinderlesung in Deutsch und Swahili in der Stadtbücherei sowie eine literarische Darbietung mit Texten von Alexander Puschkin in Originalsprache im A Theater. Auch Musik und Poesie mit türkischen und kurdischen Sprachanteilen stehen auf dem Programm.

Film, Bildung und digitale Themen

Neben Kulturveranstaltungen umfasst die Reihe auch Bildungsangebote. Geplant sind unter anderem ein Vortrag auf Spanisch zu indigenen Sprachen Amerikas an der Universität Münster sowie mehrere VHS-Angebote. Dazu zählen ein Online-Vortrag zum Thema Sprachenlernen und ein Seminar zur Kamishibai-Methode als mehrsprachiges Lerninstrument.

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Ein Online-Format widmet sich zudem der Rolle Künstlicher Intelligenz im Sprachunterricht. Ergänzt wird das Programm durch einen Filmabend im Cinema & Kurbelkiste mit einem ukrainischen Film in Originalsprache mit deutschen Untertiteln.

Masematte und Immaterielles Kulturerbe

Thematisch greift die Reihe auch die lokale Sprachgeschichte auf. In einem Online-Beitrag wird Masematte in den Fokus gerückt. Der münstersche Soziolekt ist Teil der Rotwelsch-Dialekte und wird seit 2025 im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes geführt. Bereits in den vergangenen Jahren gab es Bestrebungen, Masematte offiziell anerkennen zu lassen.

Damit verbindet die Veranstaltungsreihe globale Perspektiven auf Sprachvielfalt mit regionaler Identität.

Abschluss mit mehrsprachigem Gottesdienst

Den Schlusspunkt setzt am 28. Februar ein mehrsprachiger Gottesdienst in St. Mariä Himmelfahrt. Insgesamt reicht das Spektrum der Termine von Museumsführungen über Kinderangebote bis hin zu wissenschaftlichen Vorträgen und Online-Formaten.

Der Internationale Tag der Muttersprache wird weltweit am 21. Februar begangen. Er geht auf historische Ereignisse aus dem Jahr 1952 in Bangladesch zurück und steht im Zeichen des Schutzes sprachlicher Vielfalt und der Förderung von Mehrsprachigkeit.

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