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BeNEX übernimmt Westfalenbahn: Was ändert sich für Reisende und Mitarbeiter?

Eurobahn Fahrplan: Anpassungen wegen Personalmangels. RB 66 Münster und Osnabrück.
Foto: Erich Westendarp

Die Westfalenbahn, die bis vor kurzem unter der niederländischen Staatsbahn Abellio in Deutschland betrieben wurde, ist nun an das deutsche Beteiligungsunternehmen BeNEX verkauft worden. Dieser Schritt könnte wesentliche Auswirkungen auf die Zukunft des Regionalverkehrs in Nordwestdeutschland haben.

Hintergrund zu BeNEX

BeNEX ist ein führendes Beteiligungsunternehmen im deutschen Bahnverkehr und bringt eine umfangreiche Expertise in den Sektor ein. Mit über 2.100 Mitarbeitenden und einer Verkehrsleistung von 49 Millionen Zugkilometern jährlich, steuert BeNEX bereits fünf regionale Bahnunternehmen. Diese Erfahrung könnte entscheidend sein, um die Dienstleistungen der Westfalenbahn weiter zu verbessern und zu erweitern.

Details zur Übernahme

Die Übernahme von Westfalenbahn durch BeNEX umfasst nicht nur die Gesellschafteranteile, sondern auch weitere Beteiligungen. Die Transaktion, die für die zweite Hälfte des Jahres 2024 erwartet wird, bedarf noch wettbewerbsrechtlicher Genehmigungen.

Was bedeutet das für die Strecken?

Die Westfalenbahn bedient wichtige Strecken im Münsterland, darunter Münster–Rheine–Emden (RE 15), Rheine–Hannover–Braunschweig (RE 60) und Bielefeld–Hannover–Braunschweig (RE 70). Diese Verbindungen bleiben vorerst unverändert, trotz vorheriger Fahrplanreduzierungen aufgrund von Personalmangel.

Auswirkungen auf die Mitarbeiter

Für die etwa 400 Mitarbeiter der Westfalenbahn ändert sich durch die Übernahme nichts Wesentliches. Alle Verträge bleiben bestehen und der Name Westfalenbahn wird weitergeführt. Dies gibt den Mitarbeitern eine gewisse Sicherheit in Zeiten des Wechsels.

Über Abellio

Abellio hat bis zur Übernahme durch BeNEX wesentliche Verkehrsleistungen in Deutschland erbracht, mit einem Netz, das von Nordrhein-Westfalen bis Berlin und von der Nordsee bis Thüringen reicht. Die Erfahrung von Abellio im Betrieb von 28 Linien und das Management von mehr als 1.600 Mitarbeitenden hat die Qualität und Zuverlässigkeit im SPNV maßgeblich geprägt.

Finanzielle Hintergründe der Transaktion

Die finanziellen Details des Verkaufs, einschließlich des Kaufpreises, wurden unter Verschluss gehalten. Es ist bekannt, dass Abellio, der vorherige Betreiber, im Sommer 2021 in finanzielle Schwierigkeiten geriet und bis August 2022 in Insolvenz war. Diese Übernahme könnte also auch als ein Stabilisierungsversuch angesehen werden.

Die Übernahme der Westfalenbahn durch BeNEX könnte eine neue Ära für den Regionalverkehr in Nordwestdeutschland einläuten. Während sich für die Reisenden und Mitarbeiter kurzfristig wenig ändert, könnten langfristige Verbesserungen und Erweiterungen unter der neuen Leitung folgen.