
Münster. Der künftige Bischof von Münster, Dr. Heiner Wilmer SCJ, hat am Dienstag, 16. Juni 2026, in Düsseldorf den Treueeid abgelegt. Die Zeremonie fand vor NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst sowie Vertretern der Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen statt. Hintergrund ist, dass zum Bistum Münster auch der Offizialatsbezirk Oldenburg gehört, der in Niedersachsen liegt. Die Amtseinführung Wilmners als Bischof von Münster ist für Sonntag, 21. Juni, um 14 Uhr im St.-Paulus-Dom geplant.
Der Treueeid katholischer Bischöfe geht auf das Reichskonkordat zwischen dem früheren Deutschen Reich und dem Heiligen Stuhl zurück. Er soll deutlich machen, dass Bischöfe sich der Verfassung und der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verpflichtet wissen. Wilmer schwor in der Staatskanzlei unter anderem Treue gegenüber Deutschland sowie den Ländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Außerdem versprach er, die verfassungsmäßig gebildeten Regierungen zu achten und Schaden vom deutschen Staatswesen abzuwenden.
In seiner Ansprache ordnete Wilmer den Treueeid als Zeichen gegenseitiger Wertschätzung ein. Der Eid könne zwar manchem anachronistisch erscheinen, stehe aber für den Willen von Kirche und Staat zu guter Zusammenarbeit. „Dabei eint uns das gemeinsame Ziel, dem Gemeinwohl und den Menschen zu dienen“, sagte Wilmer. Die Kirche richte ihren Blick dabei auf alle Menschen, unabhängig von Religion, Weltanschauung, Herkunft, Leistungsfähigkeit oder Alter.
Besonders deutlich äußerte sich Wilmer zur Bedeutung der Demokratie. Er verwies auf Herausforderungen, vor denen Deutschland stehe, und auf Menschen, die in populistischen Positionen am linken oder rechten Rand einfache Lösungen suchten. Dem stellte er ein klares Bekenntnis zur demokratischen Ordnung entgegen. „Die Demokratie ist zweifellos die beste aller Staatsformen, weil sie allein der Würde, der Freiheit und der Verantwortung des Menschen gerecht wird“, sagte der künftige Bischof von Münster.
Wilmer dankte zugleich allen, die sich auf unterschiedlichen Ebenen für den Staat einsetzen. Besonders hob er das politische und kirchliche Engagement in den Kommunen hervor. Gerade diese unteren Ebenen müssten gestärkt und leistungsfähig gehalten werden. In diesem Zusammenhang verwies er auf die Katholische Soziallehre. Sie sei seit mehr als 130 Jahren ein Beitrag der katholischen Kirche zum gemeinsamen Streben nach dem Wohl des einzelnen Menschen und dem Gemeinwohl.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst würdigte Wilmer als künftigen Bischof in einer Zeit großer Herausforderungen und tiefgreifenden Wandels. Viele Menschen suchten derzeit nach Halt und Orientierung. Mit Heiner Wilmer erhalte das Bistum Münster einen Bischof, der den Menschen nahe sei, Brücken baue und den Dialog suche. Wüst betonte zudem die Rolle der Kirchen in Nordrhein-Westfalen, etwa in Kitas, Schulen, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und weiteren Bereichen des gesellschaftlichen Lebens.
Die Amtseinführung von Heiner Wilmer als Bischof von Münster findet am Sonntag, 21. Juni 2026, um 14 Uhr im St.-Paulus-Dom statt. Begleitet wurde Wilmer bei der Eidablegung unter anderem von Diözesanadministrator Dr. Antonius Hamers, Dompropst Hans-Bernd Köppen, Dr. Klaus Winterkamp, Weihbischof Wilfried Theising sowie Vertretern der Katholischen Büros in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Mit dem Treueeid ist ein weiterer formaler Schritt vor dem Amtsantritt im Bistum Münster vollzogen.
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